Bad Nauheim

Mehrheit für Greifvogelpark

Einrichtung soll in Bad Nauheim am Goldstein entstehen. Nur die Grünen stimmen mit Nein - und fordern Tierschutz statt Volierenhaltung. Auch ein Projekt für Jugendliche ist in dem Park geplant.

Strahlende Falkner haben sich von ihren Stühlen erhoben, als die jüngste Sitzung des Bad Nauheimer Stadtparlaments zu Ende und Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) zu den Besuchern auf den Zuhörerplätzen geeilt war. Allen war die Erleichterung anzumerken. Zehn Jahre hatte das Engagement für einen Greifvogelpark am Goldstein gedauert, jetzt steht den Initiatoren um Ernst Marscheck und Stefan Zwätz nichts mehr im Weg.

Auch Jugendprojekt geplant

Mit einer klaren Mehrheit von 23 Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Goldsteinpark“ gefasst. Der wichtigster Bestandteil: eine Greifvogelanlage.

In der Debatte über die Nutzung des Parks hatte es in den vergangenen Jahren einige überraschende Wendungen gegeben. Aus diesem Grund konnten sich Bürgermeister Kreß und die Falkner ihrer Sache nicht sicher sein – obwohl der Bauausschuss dem Projekt kürzlich zugestimmt hatte.

Seitdem hatte es jedoch in einzelnen Fraktionen wieder Meinungsänderungen gegeben. So enthielten sich die meisten FDP-Stadtverordneten, während Fraktionschef Benjamin Pizarro im Ausschuss noch mit Nein gestimmt hatte. Sprecherin Britta Weber forderte einen Vertrag zwischen Stadt und Verein der Greifvogelfreunde, die Übernahme der Folgekosten, ein Nutzungskonzept oder das Festlegen von Kündigungsfristen.

„Wir brauchen eine klare Regelung“, sagte Britta Weber. Dieser Zusatz wurde mit knapper Mehrheit gebilligt.

Die Grünen, die sich im Ausschuss enthalten hatten, votierten bei der Entscheidung im Stadtparlament mit Nein. Als wichtigstes Argument nannte Stadtverordneter Mathias Müller den Tierschutz: „Die Bestimmung dieser Vögel ist es zu fliegen, nicht die Volierenhaltung.“

Alle Redner befürworteten zudem einen ebenfalls im Goldsteinpark geplanten „Freiraum“ für Jugendliche. Dieses Projekt soll bald folgen, wie Bürgermeister Kreß zusagte.

Der B-Plan soll in den nächsten Tagen rechtskräftig werden, dann können die Falkner Schwarzdorn roden und Volieren aufstellen. 

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