Bad Nauheim

Elvis-Festival in Bad Nauheim steht auf der Kippe

Die Corona-Krise zwingt die Veranstalter des Bad Nauheimer Elvis-Festivals, nach Alternativen zu suchen. Das Steinfurther Rosenfest ist bereits abgesagt.

In Corona-Zeiten sind alle Großveranstaltungen infrage gestellt, auch wenn sie erst in einigen Monaten stattfinden sollen. Abwarten oder sofort absagen? Im Fall des Steinfurther Rosenfests wurde frühzeitig entschieden, um ehrenamtliches Engagement nicht ins Leere laufen zu lassen. „Ohne Korso kein Rosenfest, ohne Vereine kein Korso“, beschreibt der Vorsitzende des Vereinsrings, der in Steinfurth Kultur- und Sportausschuss heißt, den Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements für das größte Volksfest der Stadt. Möglicherweise wird das für Juli geplante Rosenfest nicht die letzte Bad Nauheimer Großveranstaltung in diesem Jahr gewesen sein, die wegen der Virus-Pandemie ausfällt. Die Entscheidung in Sachen Elvis-Festival soll in dieser Woche fallen.

Bis zum Zeitpunkt der Rosenfest-Absage hätten die Clubs nur Planungsarbeit geleistet, die bei einer Verschiebung auf das kommende Jahr nicht verloren gehe. „Wäre länger gewartet worden, hätten die Vereine bereits Material für ihre Prunkwagen eingekauft oder die Wagen auf Vordermann gebracht. Dann hätte das Aus für riesengroßen Frust gesorgt“, sagt Gerhard Hahn, der auch zweiter Vorsitzender des Festausschusses ist.

Die Großveranstaltung am Leben zu halten, wird aufgrund des extrem hohen Arbeitsaufwands ohnehin immer schwieriger. Deshalb war schon vor 50 Jahren entschieden worden, den jährlichen Rhythmus aufzugeben und nur noch alle zwei Jahre zu feiern. „Damals hatte der Rosenanbau allerdings noch eine viel größere Bedeutung für Steinfurth. Fast in jedem Haus wohnte jemand, der mit dieser Branche verbunden war, viele Familien lebten davon“, beschreibt Hahn den Unterschied zu 2020; heute gibt es nicht einmal mehr zehn Betriebe.

Verträge sind abgeschlossen

Hahn zufolge bietet das Rosenfest den Vereinen zwar eine gute Gelegenheit, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, die emotionale und berufliche Bindung zum Thema „Rose“ sei aber lange nicht mehr so stark wie früher. Deshalb schrumpfe die Zahl der aktiven Helfer mehr und mehr. „Wir müssen deshalb aufpassen, dass die Motivation nicht total in den Keller geht. Das hätte bei einer zu späten Absage passieren können.“

Wie es nach der Absage für 2020 weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Hahn hält es für sinnvoll, die 47. Auflage des Rosenfests am zweiten Juliwochenende des kommenden Jahres nachzuholen. „Dieser Termin liegt noch in der Schulzeit, was große Vorteile mit sich bringt.“ Offiziell bestätigt ist dieser Termin noch nicht. Ebenfalls noch beantwortet werden muss nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Kreß die Frage, ob das übernächste Rosenfest 2022 oder 2023 steigen soll.

Für wenig wahrscheinlich hält Kreß hält es im Augenblick, das European Elvis-Festival Mitte August veranstalten zu können. Auch Maria Hesterberg, Vorsitzende der Elvis-Presley-Gesellschaft, die das Großereignis alljährlich zusammen mit der Stadt organisiert, ist mehr als skeptisch. „Wir haben uns natürlich schon Gedanken über Alternativen gemacht“, sagt Hesterberg. Alle Verträge mit Musikern und prominenten Gästen seien längst geschlossen, müssten im Notfall gekündigt werden. „Nach dem Festival ist vor dem Festival: Mit der Vorbereitung der diesjährigen Veranstaltung wurde bereits 2019 begonnen.“ (bk)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare