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Eintauchen in die Belle Époque

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Kleidung aus der Zeit um 1900: Die Modegruppe des Jugendstilvereins wird in originalgetreuen Nachbildungen das Festivalgelände mit ihrem Auftritt bereichern. red(2) © Red

Anfang des 20. Jahrhunderts eroberte der Jugendstil Bad Nauheim und ließ Baukunst und Badekultur in neuem Glanz erstrahlen. Das kulturelle und architektonische Erbe dieser Blütezeit ist bis heute in der Stadt allgegenwärtig und wird beim Jugendstilfestival vom 9. bis 11. September in der Trinkkuranlage gefeiert mit Musik, Tanz, Mode, Ausstellungen, Kinderprogramm, Antiquitäten und Kunsthandwerk.

Der verkaufsoffene Sonntag in der Innenstadt rundet das Programm am Festivalwochenende ab.

Am Freitag, 9. September, beginnt das Jugendstilfestival mit einem kleinen Rahmenprogramm. In der Stadtbücherei sind Bücherschätze aus der Jugendstilzeit zu sehen, die selten und nicht im Verleih erhältlich sind (Öffnungszeiten 15 Uhr bis 18 Uhr). An der Tourist-Information startet um 15 Uhr ein „Rundgang durch das Herzheilbad“, der Bad Nauheims Stadtgeschichte und die spannende Kulturepoche beleuchtet. Tickets können Interessierte bei der Tourist Information buchen.

Am Abend feiert das Jugendstilforum im Sprudelhof zusammen mit geladenen Gästen seine Wiedereröffnung mit der Ausstellung „Stilwende 1900 - Schönheiten einer Epoche“, die ausgesuchte Exponate aus der Sammlung Manfred Geisler zeigt. Am Samstag und Sonntag ist das Jugendstilforum dann für das breite Publikum geöffnet. Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet man auf der Internetseite www.jugendstilforum.de.

Herzstück des Jugendstilfestivals ist der Restauratoren- und Kunsthandwerkermarkt am Samstag, 10. September, von 12 Uhr bis 19 Uhr und Sonntag, 11. September, von 10 Uhr bis 18 Uhr. Wer entlang der Stände flaniert, findet in jedem Fall antiquarische Raritäten und handgefertigte, individuelle Stücke. Zum Angebot der Markttreibenden zählen unter anderem Mode, Taschen und Schmuck, Seifen, Wohnaccessoires, Glas- und Keramikkunst sowie besondere Papeterie. Die Restauratoren und Restauratorinnen arbeiten vor aller Augen Tapeten, Möbel und Bilder auf. Wer Hilfestellung bei technischen und gestalterischen Fragen sucht, findet hier die richtigen Kontakte.

Das Hauptprogramm des Festivals lässt Besucherinnen und Besucher eintauchen in die Zeit um 1900: Die Modegruppe des Jugendstilvereins spaziert über das Gelände - elegante Herren in Cutaway und Zylinder führen Damen in edlen Roben am Arm und bieten damit das perfekte Fotomotiv. Antike Fahr- und Hochräder werden ausgestellt und vorgeführt, begleitet von Chören und Ensembles, die die Trinkkuranlage mit Musik und Gesang erfüllen werden. Tänzer und Tänzerinnen in atemberaubenden Kostümen präsentieren Jugendstiltänze, die sich damals großer Beliebtheit erfreuten. Dazu zählen zum Beispiel Salontanz, Serpentinentanz, Fächertanz und Skirt Dance. Für die Unterhaltung der jungen Gäste stehen nostalgische Spielgeräte bereit, oder sie können sich im Stoffdruck versuchen.

Ein Höhepunkt zum Abschluss des Festivals am Sonntag bildet dann das Konzert mit Programm unter dem Titel „Die Damen und Herren Daffke - Wie werde ich reich und glücklich“. Los geht die Veranstaltung um 18 Uhr im großen Saal in der Trinkkuranlage. Mit Chansons und Liedern jüdischer und verfemter Komponisten und Komponistinnen aus der Zeit zwischen 1915 und 1930 erzählen die Daffkes Geschichten von Flucht, Vertreibung und Identitätssuche. Hoffnung, Glück und Menschlichkeit verlieren sie dabei nie aus dem Blick. Das Konzert findet in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde statt. red

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Kunsthandwerk und Restauratoren-Stücke werden am Wochenende ebenfalls präsentiert. © Red

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