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Jutta Pauli mit einer Skulptur von Ottmar Hörl.
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Jutta Pauli mit einer Skulptur von Ottmar Hörl.

Wetterau

Eine botanische Liebesaffäre

Kaum ein paar Tage alt ist der Beschluss der Bad Nauheimer Stadtverordneten, einen Trägerverein mit der Übernahme des Rosenmuseums in Steinfurth zu beauftragen. Dessen zukünftige Leiterin ist Jutta Pauli. Sie will neue Duftnoten setzen.

Von Peter Hauff

Frau Pauli, was bringt eine promovierte Archäologin dazu, mit dem Thema Rosen Besucher in die geschlossenen Räume eines Museums zu locken?
Als Archäologin habe ich rund 20 Jahre gearbeitet, gegraben, gezeichnet, geforscht, sortiert und publiziert. Auf der Suche nach neuen Aufgaben reizte mich die Arbeit im Museum besonders und zunächst habe ich beim Aufbau großer Ausstellungen mitgewirkt. Für die 27. Ausstellung des Europarats „Europas Mitte um 1000“ übernahm ich drei Jahre lang die Projektleitung. Das war zugleich ein Kurs in Diplomatie.

Inwiefern?
In dieser Ausstellung präsentierten sich Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei – damals die neuen Beitrittsländer der EU – als das „Herz Europas“. Jeder der Partner wollte adäquat gewürdigt sein, keiner durfte vorgezogen werden.
Wie empfanden Sie danach den Sprung nach Bad Nauheim, vor zehn Jahren?
Als botanische Liebensaffäre. Nachdem das Rosenmuseum im Jahr 2002 zwei Jahre geschlossen hatte, beauftragte die Stadt mich als externe wissenschaftliche Kraft mit der Konzeption und Realisierung der heutigen Dauerausstellung. So eine Ausstellung muss wohl überlegt sein, die Eckpunkte sollten stimmen. Diese Arbeit war das Schönste, was ich je gemacht habe.
Fanden Sie sofort einen Draht zu den Rosenzüchtern?
Sofort zu einzelnen, nach einiger Zeit zu den übrigen. Die große Fotografie aller Steinfurther Rosenzüchter im Jahr 2003, die im Museum hängt, ist der allerbeste Beweis.
Haben Sie selbst Rosen?
Stehen in Ihrem Garten denn keine? Bei mir zu Hause duftet eine orangefarbene Abraham Darby, und schon vor meiner Ankunft wuchs da draußen eine große, dunkelrote Strauchrose. Jedes Jahr denke ich, dass der Rosenrost sie nun eingehen lässt. Ich schneide sie radikal zurück und wundere mich im Folgejahr über den prächtigen Wuchs und die reiche Blüte.
Welches Konzept haben Sie nun für das Museum?
Lassen Sie uns erst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Offiziell übernehme ich ab 1. Januar 2014 die Leitung, dem möchte ich nicht vorgreifen. Wichtig ist mir der Aufbau eines starken Teams. Alle gut geführten Museen setzen inzwischen auf eine kluge Kombination von Haupt- und Ehrenamt. Viele Bürger identifizieren sich so ganz von selbst mit „ihrem“ Museum. Zwei schöne Beispiele sind das Puppenmuseum Hanau und das Stadtmuseum Hofheim. Dies muss auch im Rosenmuseum gelingen.
Wie sehen Sie das Rosenmuseum im heutigen Zustand?
Lassen Sie mich so sagen: Ich habe mich richtig gefreut, alte Bekannte wiederzusehen. Mein liebstes Objekt ist immer noch das „Klavier“ mit Rosenliedern für jeden Geschmack, die so genannte Rosenorgel. Natürlich wird bald schon viel Neues geschehen. Doch wenn ich meine Visionen jetzt erzähle, werde ich am 1. Januar darauf festgenagelt. So viel kann ich versprechen: Es brodelt in mir, erste Gespräche zum Beispiel für eine Installation des Künstlers Ottmar Hörl sind begonnen, und der Vorstand des Trägervereins wird in etwa vier Wochen die ersten Vorschläge für Sonderausstellungen besprechen. Meine Visionen sind hoch gegriffen. Bisher hat es immer geklappt sie zu realisieren.

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