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Die Zukunft mitgestalten

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Von: Michael Humboldt

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Yuge Lei, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, und Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung, werben für die Bürgerbeteiligung. nici merz © Nicole Merz

Insgesamt 5000 Bürger sind von der Stadt Bad Nauheim angeschrieben worden. Etwa 100 haben sich nun zusammengefunden, um Maßnahmen zu entwickeln für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ein Projekt, das den Weg ebnen könnte in eine bessere Zukunft.

Es war der 1. November, als wir auf der Dachterrasse des Bad Nauheimer Rathauses über die Gefahren des Klimawandels diskutieren wollten. Die Sonne schien über dem Johannisberg und die Temperaturen fühlten sich an wie an einem Frühlingstag im Mai. Natürlich hat das allen gefallen, doch zugeben wollte es bei diesem Thema niemand. Denn üblicherweise ist der November nasskalt, ungemütlich und präsentiert schon einen Vorgeschmack auf den Winter. Spürbar hat sich diese Welt auch im Bereich des Klimas bedrohlich verändert.

Deshalb wurde es im warmen Sonnenlicht dann doch ernst und kritisch. Denn ab sofort haben die Bad Nauheimer die Möglichkeit, 21 Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bewerten. Diese Lösungsmöglichkeiten wurden von etwa 100 Bürgern aus der Kurstadt im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ erarbeitet. Bis zum 20. November sind nun alle Bad Nauheimer aufgerufen, an der Umfrage unter mein- bad-nauheim.de/mitgestalten teilzunehmen und ihre Meinung zu den Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Luftqualität, Naturschutz, Flächennutzung und Wassermanagement einzubringen.

„Von der Beteiligung erhoffen wir uns, die Bedürfnisse zu einem nachhaltigen Bad Nauheim kennenzulernen und die Akzeptanz für eine mögliche Maßnahmenumsetzung in der Gesellschaft zu erzeugen“, erklärt Matthias Wieliki, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt. Er ist gemeinsam mit Yuge Lei, städtische Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, für den Partizipationsprozess und die strategische Konzeptionierung zuständig. „Im kommenden Jahr soll der Beteiligungsprozess beendet werden. Dann werden wir die Ergebnisse an die Stadtverordnetenversammlung übergeben“, erklärt Lei.

5000 Bürger waren im Rahmen dieser Aktion angeschrieben worden, 250 haben geantwortet, 100 wurden nun ausgewählt, um in Arbeitsgruppen erforderliche Maßnahmen in der „Zukunftswerkstatt“ zu entwickeln. „Natürlich sind viele Bürger keine Fachleute und bekommen den Background von Experten. Dennoch liegen uns aktuell rund 600 Ideen von den 100 Bürgern vor“, sagt Yuge Lei und erklärt, dass viele Bürger im Bereich Schottergärten oder bei Technologien für Wasserstoff sehr kreativ seien. „Wir sehen unsere lokalen Ziele natürlich immer auch im globalen Kontext“, betont Wieliki.

BETEILIGUNG

Info-Stand: Neben der analogen und digitalen Informationskampagne zur Online-Beteiligung wird es auf dem Bad Nauheimer Wochenmarkt in der Stresemannstraße am 11. November einen Informationsstand geben. mi

Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde dieser Beteiligungsprozess angestoßen. Um neue Sichtweisen zu generieren und Menschen zu gewinnen, die sich bislang vielleicht noch nicht eingebracht hatten, wurde das Prinzip „Zufallsbürger“ angewendet. Diese „Zufallsbürger“ haben in der ersten Phase der Zukunftswerkstatt gemeinsam mit Experten aus den städtischen Fachbereichen und Tochterunternehmen Maßnahmen entwickelt.

„Jetzt ist die gesamte Stadtbevölkerung nach ihrer Meinung gefragt. Die Online-Beteiligung ist gestartet und die Bürger können die Maßnahmen bewerten“, erklärt Bürgermeister Klaus Kreß. Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow ergänzt: „Ich möchte alle Bad Nauheimer einladen, an der Online-Beteiligung teilzunehmen, um sich aktiv an der Gestaltung von Bad Nauheims Zukunft zu beteiligen.“

Nach der Auftaktveranstaltung zur Zukunftswerkstatt am 2. Juli sind zu den einzelnen Bereichen wie Klimaschutz oder Flächennutzung jeweils drei bis vier Maßnahmen entstanden, die in der Umfrage zu bewerten sind. Zuvor konnten sich Vereine, Verbände und Institutionen zu den Maßnahmen einbringen. Diese engagieren sich seit Jahren für Nachhaltigkeitsthemen und sind daher wichtige Partner für die spätere Umsetzung von Maßnahmen.

Das konzeptionelle Fundament des Bad Nauheimer Nachhaltigkeitsverständnisses basiert auf dem Modell der Donut-Ökonomie. Hier geht es darum, die erforderlichen Ressourcen für ein besseres Leben in Bad Nauheim als Stadtgesellschaft verantwortungsvoll und klimaverträglich einzusetzen. Die sechs thematischen Schwerpunkte entsprechen den ökologischen Dimensionen des Bad Nauheimer Donuts.

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