Bad Nauheim

Bürger protestieren gegen Eissport-Arena

Anwohner sammeln Unterschriften und fordern Antworten von der Politik

Der Eishockey-Verein EC Bad Nauheim und die Stadt planen den Neubau einer Eissport-Arena. Entstehen soll sie in der Talaue zwischen Sportpark und VW-Autohaus Marnet. Das Projekt steht ganz am Anfang, doch bereits jetzt regt sich leiser Widerstand. Anwohner haben bereits Unterschriften gesammelt.

Das alte Eisstadion im Kurpark ist marode, verschlingt Millionen Euro an Sanierungskosten. Seit Jahren gibt es Pläne für eine neue Arena an einem anderen Ort. Vor zwei Wochen stellten Stadt und EC eine Projektskizze vor.

Markus Theurer, Maike Neuendorff und Daniel Höfelmann haben nichts gegen Eishockey. „Beachtlich für unsere Stadt, dass wir eine Mannschaft in der 2. Liga haben“, sagt Theurer. „Zu den Derbys gehe ich ins Stadion“, sagt Höfelmann. Die Vorstellung aber, dass in der Talaue auf einem drei Hektar großen Areal, auf dem aktuell noch Mais wächst, eine Multifunktionsarena samt Parkplätzen entstehen soll, behagt ihnen weniger. Man sei „in mehrerlei Hinsicht besorgt“, heißt es in einem Brief an die Stadt und die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung.

Sie wünschen sich mehr Informationen und eine öffentliche Diskussion über das Bauprojekt. Schließlich gehe es um eine Entscheidung, mit der die Bürger jahrzehntelang leben müssten. Höfelmann fragt sich, ob die Stadt ein solches Projekt neben dem Bau der Therme finanziell stemmen kann. „Die Kosten tragen am Ende die Steuerzahler.“ Neuendorff: „Wir haben viele Fragen und wollen Antworten.“

Wünscht sich die Mehrheit der Bad Nauheimer tatsächlich eine neue Multifunktionshalle? Darüber könne eine Bürgerversammlung Klarheit verschaffen, heißt es in dem Brief, der von rund 50 Bürgern unterschrieben wurde. Ein Bürgerentscheid solle in Betracht gezogen werden. Mehr Transparenz wird gefordert. Die vorliegenden Studien sollten öffentlich gemacht werden. Auch zur Wahl des Standortes gibt es Fragen. Die Anwohner befürchten „Lärm und Verkehrsbelastung für Hunderte von Familien“ im Griesbreiviertel und in Bad Nauheim Süd. Ziehen Fans nach dem Spiel Richtung Innenstadt, erwarten die Unterzeichner „gravierende Probleme mit Vandalismus, Vermüllung und Belästigungen durch Fans unter Alkoholeinfluss“, Staus am Esso-Kreisel und „Wildparker“. Außerdem wollen sie wissen, wer mögliche finanzielle Lücken im Betrieb schließen müsste, wenn das Geschäftskonzept nicht aufgeht.

Im Brief heißt es weiter, die Talaue sei im Flächennutzungsplan als „Regionalparkkorridor“ ausgewiesen. Der Neubau einer Multifunktionsarena würde den Grünraum „unwiederbringlich“ durchschneiden und den Lebensraum vieler Tierarten angreifen. „Dies stellt einen unwiederbringlichen Verlust dar, der sehr gut begründet sein sollte.“

Theurer, Neuendorff und Höfelmann wünschen sich einen Dialog der Politik mit den Bad Nauheimern. Eine Bürgerinitiative zu gründen, hätten sie derzeit nicht ins Auge gefasst, betonen sie.

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