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Fall Ayleen: Soko „Lacus“ sucht Teufelsee nach weiteren Spuren ab – Verdächtiger streitet alles ab

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Von: Florian Dörr

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Knapp zwei Wochen nach dem Leichenfund im Teufelsee im Wetteraukreis suchen Spezialisten das Gewässer erneut ab.
Knapp zwei Wochen nach dem Leichenfund im Teufelsee im Wetteraukreis suchen Spezialisten das Gewässer erneut ab. © KeutzTV-News

Spezialisten suchen am Mittwoch erneut den Teufelsee ab. Vor knapp zwei Wochen tauchte hier die Leiche von Ayleen (14) auf. Der vorbestrafte Verdächtige bestreitet die Tat.

Update vom Mittwoch, 17. August, 16.20 Uhr: Knapp zwei Wochen nach dem schrecklichen Fund am Teufelsee im Wetteraukreis suchen die Ermittler das Gewässer am heutigen Mittwoch (17. August) erneut ab. Die Sonderkommission „Lacus“ erhoffe sich, weitere tatrelevante Spuren im Teufelsee zu entdecken, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Am 4. August war am Teufelsee zwischen Echzell und Reichelsheim die Leiche der 14-jährigen Ayleen aus Baden-Württemberg gefunden worden. Ein vorbestrafter Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis wird verdächtig, die Jugendliche getötet zu haben. Der dringende Verdacht gegen den 29-Jährigen gründet laut den Ermittlern auf die Auswertung von Handy- und Funkzellendaten. Zudem seien persönliche Gegenstände Ayleens in der Wohnung des Mannes gefunden worden. Der Verdächtige bestreite die Tat. Die anfangs von der Staatsanwaltschaft Freiburg geführten Ermittlungen liegen nun federführend bei der Staatsanwaltschaft in Gießen.

Fall Ayleen: Ermittler hoffen mit neuem Foto auf Zeugen aus der Tatnacht

Update vom Dienstag, 16. August, 10.54 Uhr: Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Mordes an der 14-jährigen Ayleen aus Baden-Württemberg wurde zwischenzeitlich an die Staatsanwaltschaft Gießen abgegeben. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass die Jugendliche in Hessen zu Tode gekommen ist. Die polizeilichen Ermittlungen werden nunmehr in der Kriminaldirektion des Polizeipräsidiums Mittelhessen von der aus rund 30 Beamtinnen und Beamten bestehenden Soko „Lacus“ mit Hochdruck fortgeführt.

Zur Erinnerung: Am 27. Juli verschwand die 14 Jahre alte Ayleen aus Gottenheim. Eine unverzüglich eingeleitete Vermisstenfahndung der Polizei Freiburg verlief zunächst erfolglos. Zwei Tage später wurde der Leichnam des Mädchens im Teufelsee bei Weckesheim (Wetteraukreis) aufgefunden. Aufgrund der Auffindesituation und der Gesamtumstände ergab sich der Verdacht eines Gewaltverbrechens. Bereits am Vormittag des gleichen Tages konnte ein Tatverdächtiger im Bereich Friedrichsdorf durch Spezialeinheiten festgenommen werden.

Bei dem 29 Jahre alten Beschuldigten handelt es sich um einen vorbestraften Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis. Gegen den die Tat bestreitenden Beschuldigten erging Haftbefehl, unter anderem wegen des dringenden Verdachts eines vorsätzlichen Tötungsdelikts. Der dringende Tatverdacht gründet sich insbesondere auf Ergebnisse der Handy- und Funkzellendatenauswertungen sowie dem Auffinden von persönlichen Gegenständen der Verstorbenen in der Wohnung des Beschuldigten. Aus Hessen gab es bereits andere Anzeigen (siehe Update vom 13. August) gegen den 29-Jährigen.

Fall Ayleen: Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich an Bevölkerung

Die weiteren Ermittlungen haben zudem Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sich der Beschuldigte am Abend des 21. Juli unter anderem im Bereich eines an der A5 gelegenen Parkplatzes Höhe Bruchsal in Fahrtrichtung Frankfurt aufgehalten haben könnte. Nach den bisherigen Erkenntnissen nutzte der Beschuldigte am Tattag ein Fahrzeug, von dem die Polizei nun ein Foto veröffentlicht hat.

Die Polizei sucht im Fall Ayleen nach Zeugen, die dieses Fahrzeug rund um den Tatzeitpunkt gesehen haben.
Die Polizei sucht im Fall Ayleen nach Zeugen, die dieses Fahrzeug rund um den Tatzeitpunkt gesehen haben. © Staatsanwaltschaft Gießen

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Gießen fragen nun im Fall der getöteten Ayleen:

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Gießen unter der Telefonnummer 0641 - 7006-6555 oder online unter SOKO-LACUS-Hinweise.ppmh@polizei.hessen.de entgegen. Aus ermittlungstaktischen Gründen macht die Polizei aktuell keine weiteren Angaben zu den genauen Todesumständen der 14-Jährigen und dem Tatablauf.

Fall Ayleen (✝14): Weitere Anzeigen gegen Verdächtigen nach Vorfällen in Hessen

Update vom Samstag, 13. August, 16.24 Uhr: Im Fall der getöteten 14-jährigen Ayleen sind nach derzeitigem Ermittlungsstand im ersten Halbjahr 2022 von Mädchen drei Anzeigen gegen den verdächtigen 29-Jährigen erstattet worden. Wie zunächst die FAZ berichtete, sind beide Fälle bei der Polizei in Wetzlar gemeldet worden.

Demnach soll der Verdächtige im Fall Ayleen im März eine Jugendliche während einer Zugfahrt „unsittlich am Gesäß“ berührt haben. Zudem wurde angezeigt, dass der 29-Jährige im April eine Jugendliche „an der Hüfte gepackt“ habe und versucht haben soll, „sie zu sich heranzuziehen“. Bereits war eine Anzeige aus der Wetterau (siehe Erstmeldung vom 4. August) bekanntgeworden.

Den Ermittlern zufolge war der Mann als Jugendlicher für zehn Jahre wegen eines versuchten Sexualdelikts in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen und stand nach seiner Entlassung unter Führungsaufsicht. Diese lief im Januar aus. Der 29-Jährige steht im Verdacht, die 14-jährige Ayleen aus Baden-Württemberg getötet zu haben. Die Leiche der Schülerin war in einem See im Wetteraukreis gefunden worden.

Fall Ayleen (✝14): Verdächtiger soll auch Schülerin in Bad Nauheim belästigt haben - Weitere Opfer?

Erstmeldung vom Donnerstag, 4. August, 17.14 Uhr: Eigentlich ist das Rosbacher Blütenfest eine Veranstaltung der Lebensfreude. Vom 22. bis zum 24. April wurde in diesem Rahmen erstmals nach zwei Jahren wieder ein Programm geboten mit Live-Musik, Buden und verschiedenen Fahrgeschäften. Eins davon war der »New Yorker«, bei dem nach einem Bericht der FAZ der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Ayleen aus dem südbadischen Gottenheim als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei. Dort soll er eine 17-jährige Schülerin angesprochen haben, die er in der Folge über einen Messenger-Dienst zu einer Beziehung genötigt habe. Zudem soll er sie in den folgenden Tagen mehrfach auf einem Schulhof in Bad Nauheim aufgesucht und belästigt haben.

Die seit 21. Juli vermisste Ayleen aus dem Freiburger Raum war tot im Teufelsee bei Weckesheim gefunden worden. In diesem Zusammenhang wurde der 29-Jährige aus Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis) unter dringendem Tatverdacht in U-Haft genommen. Nun wird vermutet, dass es auch in der hiesigen Region noch weitere Opfer gibt, die von ihm bedroht und bedrängt wurden.

Ayleen (✝14) tot in der Wetterau gefunden: Bedrohte Verdächtiger Mädchen in der Wetterau?

Im Fall der 17-Jährigen konnte die Polizei in Friedberg gestern bestätigen, dass am 2. Mai 2022 eine Anzeige wegen Nötigung bei ihr eingegangen sei. Tatzeit sei der 28. April gewesen, erklärte Pressesprecher Tobias Kremp. »Danach sind alle polizeilichen Maßnahmen eingeleitet worden.«

So gab es eine Gefährderansprache, also eine Aufforderung zur Abwehr einer möglichen Gefahr. Dabei handele es sich um eine gezielte Kontaktaufnahme, um dem Beschuldigten zu signalisieren, dass gegen ihn eine Anzeige vorliege. In dieser Form soll auch der Tatverdächtige angesprochen worden sein. Den Vorladungen zu einer Vernehmung sei der mutmaßliche Mörder jedoch nicht nachgekommen. Am 2. August hat die Friedberger Polizei diesen Fall deshalb an die Staatsanwaltschaft Gießen weiter geleitet.

Die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim ist tot. Die Gemeinde in Hessen trauert, Kerzen und Blumen wurden aufgestellt.
Trauer um Ayleen in Gottenheim: Die 14-Jährige ist tot – ihr Leichnam wurde in einem kleinen See in der Wetterau gefunden. © picture alliance / ROPI | Antonio Pisacreta

Ayleen (✝14) tot in der Wetterau gefunden: Weiteres Ermittlungsverfahren gegen Verdächtigen

Der Lebenslauf des 29-Jährigen war den Kriminalbeamten in Friedberg bekannt. Wie Andreas Röhrig, Präsident des Landeskriminalamts Hessen, nach dem Mordfall verkündet hatte, habe er 2007 im Alter von 14 Jahren versucht, eine Elfjährige zu vergewaltigen. Anschließend sei er für zehn Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und 2017 daraus entlassen worden. Danach habe er fünf Jahre unter Führungsaufsicht in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter gestanden. Dieses lief Ende Januar 2022 aus. Zum Tatzeitpunkt stand der Beschuldigte also nicht mehr unter Führungsaufsicht. Nach einem Bericht von Focus Online wollten die Behörden die Führungsaufsicht über den 29-Jährigen Anfang 2022 verlängern. Doch dieser klagte erfolgreich dagegen.

Unterschwellig wird nun in verschiedenen Medien der Vorwurf laut, dass die Anzeige der Nötigung in Friedberg zu langsam bearbeitet worden sei. »War die Polizei zu lasch?«, titelt gar die Bild.

Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger aus Gießen ließ im Gespräch mit der WZ am Donnerstag nur verlauten, dass erst seit Dienstagnachmittag diese Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der versuchten Nötigung vorliege. Zudem sei noch ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen drei Ladendiebstählen am Laufen. Unter anderem handele es sich beim Diebesgut um Kaffee. Weitere Auskünfte könne man derzeit auch mit Blick auf die Ermittlungen im Fall Ayleen nicht geben, sagte Hauburger.(Michael Humboldt)

Auch Schlagerstar belästigt

Auch Schlagersängerin Annemarie Eilfeld ist dem mutmaßlichen Mörder übrigens schon mal begegnet, meldete gestern die »Bild«. Vor einem Auftritt am Potsdamer Platz .lauerte« der Tatverdächtige ihr auf und fragte nach einem Handyselfie. »Er war vorbereitet, hatte verschiedene Fotos von mir dabei, die ich unterschreiben sollte. »Er war ein unscheinbarer Typ, aber seine ganze Art war gruselig. Ich weiß noch genau, dass ich mich in seiner Nähe unwohl fühlte. Er rückte mir regelrecht auf die Pelle. Das war mir unheimlich«, erinnert sich die Sängerin, die sich natürlich gleichfalls schockiert zeigt über die grausame Tat.

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