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Beim 20. Massenheimer Oldtimer-Treffen fahren rund 400 Wagen mit ihren Besitzern vor.

Oldtimer-Treffen Massenheim

Alte Autos und ihre Geschichten

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Vom Bobbyvar-Fahrer bis zum Senior-Oldtimer-Fan: Mehr als 400 Fahrzeuge werden beim Massenheimer Oldtimer-Treffen am vergangenen Wochenende bestaunt. Das älteste Auto ist ein Ford T-Truck aus dem Jahr 1927.

Vom Bobbyvar-Fahrer bis zum Senior-Oldtimer-Fan: Mehr als 400 Fahrzeuge werden beim Massenheimer Oldtimer-Treffen am vergangenen Wochenende bestaunt. Das älteste Auto ist ein Ford T-Truck aus dem Jahr 1927.

Sie alle sind ein Stückchen Geschichte. Und über jedes der gut 400 Fahrzeuge ließe sich wohl eine eigene Geschichte erzählen. Über den Cadillac, Baujahr 1976, mit viel Patina und Piranha-Kühlerfigur; über den britischen Panzerspähwagen, Modell Daimler Ferret, aus dem Jahr 1962; über den ebenso alten Feuerwehr-Bulli; über den Porsche-Traktor; über die Schwalbe vom Volkseigenen Betrieb der DDR. Etwa 320 Autos, 70 Motorräder, 30 Traktoren und zehn Sonderfahrzeuge parken auf den Wiesen am Erlenbach und werden bestaunt von unzähligen Menschen, vom Bobbycar-Fahrer bis zum Senior-Oldtimer-Fan.

Die Geschichte des Massenheimer Oldtimertreffens begann vor 20 Jahren mit dem damals 20 Jahre alten, nach Oldtimer-Maßstab also jungen Abiturienten Andreas Bauditz, der sich gerade einen Audi 100 Coupé S zugelegt hatte. In der Region habe es damals noch kein Oldtimertreffen gegeben, sagt Bauditz, heute 40 und Ingenieur in der technischen Entwicklung von Audi. Er wandte sich mit seiner Idee, ein solches zu veranstalten, an die Freiwillige Feuerwehr in Massenheim. Diese war sofort dabei und ist es bis heute.

„Wir organisieren das Fest nicht aus kommerziellen Gründen, wir wollen eine schöne Schau mit schönen Autos bieten“, sagt Ralf Laupus, Vorsitzender der Massenheimer Feuerwehr. Besonders schön an Oldtimern sei nämlich, sagt Bauditz, „dass sie keinen Sozialneid wecken, sondern sich die Menschen an ihnen erfreuen“. Jeder, der ein mindestens 30 Jahre altes Fahrzeug hat, kann es kostenlos ausstellen. Und die Geschichte dazu erzählen.

Alles kann man nicht selber machen

Die Geschichte der 2004 gegründeten Oldtimer-Freunde Bad Vilbel ist zwar noch nicht allzu lang. Die ihrer Fahrzeuge schon eher. 1957 wurde der Chevrolet Bel-Air von Rolf Knebel gebaut, vor 20 Jahren hat er den auffälligen türkis-elfenbeinfarbenen US-Schlitten direkt vom Zoll gekauft – und ihn seitdem gehegt und gepflegt. Es mache „viel Spaß“, doch nicht alle Arbeiten könne man selbst machen, sagt Ingo Waldschmidt, Vorsitzender der Oldtimer-Freunde und seit 35 Jahren Besitzer eines Mercedes Capriolets, Baujahr 1958. Seiner Frau Gisela hat er zum 64. Geburtstag das gleiche Modell in weiß mit Faltdach geschenkt. Sie liebe es, auf Ausfahrten Hessen zu erkunden, ganz gemütlich, schwärmt sie. „Dazu passen Oldtimer sehr gut.“

Das älteste Auto am Sonntag ist ein Ford T-Truck aus dem Jahr 1927 und gehört der Firma Hassia. Senior-Chef Günter Hinkel steht mit Sohn Dirk und Enkel Alexander vor dem Wagen, mit dem einst Mineralwasser nach Frankfurt transportiert wurde, und nimmt den Pokal von Quellenkönigin Sabrina II. entgegen. Erst vor einem halben Jahr sei er fertig restauriert worden, „mit Originalersatzteilen aus den USA“, sagt Hinkel. Drei Jahre habe man dafür gebraucht. Doch Zeit muss man Oldtimern schließlich geben.

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