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Applaus für den Sieger: Joachim Arnold von der SPD.
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Applaus für den Sieger: Joachim Arnold von der SPD.

Wetteraukreis

Arnold wiedergewählt

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Der bisherige Landrat ist auch der neue: Joachim Arnold von der SPD setzt sich bereits im ersten Wahlgang gegen seinen Kontrahenten Thorsten Herrmann (CDU) durch.

Joachim Arnold hat bei den Landratswahlen am Sonntag knapp 60 Prozent erreicht. Damit hat der Sozialdemokrat gleich im ersten Wahlgang die Entscheidung herbeigeführt. Der Trend zeichnete sich bereits kurz nach 18 Uhr ab, nachdem 31 von 265 Wahlbezirken ausgezählt waren: Arnold kam auf 56,1 Prozent, sein Kontrahent Thorsten Herrmann von der CDU auf 38,8.

Der Kreissaal, in dem die Ergebnisse über eine Leinwand ständig präsentiert wurden, füllte sich nur allmählich. Arnold kam gegen 18.30 Uhr und sprach mit der Presse. Er zeigte sich zufrieden über das bis dahin vorliegende Ergebnis. Mit der niedrigen Wahlbeteiligung habe er gerechnet „Der Kreis ist sehr weit weg von den Leuten“, sagte er. Auch seien vielleicht viele wahlmüde wegen der zurückliegenden Bundestags- und Landtagswahlen.

Die CDU machte sich rar

Der CDU-Kandidat ließ sich bis zur Pressekonferenz um 19.30 Uhr nirgends blicken. Auch andere CDU-Politiker erschienen nicht im Kreissaal. Die Kreisvorsitzende Lucia Puttrich wies die Presse ab, als Vertreter in den Raum wollten, in dem sich die Parteigenossen mit Herrmann aufhielt. Zur Konferenz betrat er den Saal durch den einen Eingang, Arnold betrat ihn durch den anderen. Vor den Kameras des Hessischen Rundfunks trafen sie sich und schüttelten sich die Hände.

Auf die Frage, woran es gelegen hatte, dass er kein besseres Ergebnis erzielte, antwortete Herrmann: „Wir hatten nach den Weihnachtsferien nur ganz, ganz kurz Zeit.“ Seine Ergebnis bezeichnete er als unter den Rahmenbedingungen das beste, was er erreichen konnte. Kein Wort dazu, ob er vielleicht nicht bekannt genug gewesen sei in der Wetterau.

Herrmann ist ein Auswärtiger: in Fulda geboren, in Köln studiert, in Bensheim Bürgermeister. Kein Vergleich zu Arnolds Kontrahenten Oswin Veith (CDU) vor sechs Jahren. In der Stichwahl um den Chefposten im Kreishaus gewann Arnold mit einem Prozentpünktchen Vorsprung. Veith war Wetterauer. Auch Arnold sagte: „Herrmann kommt von außerhalb, ich selber habe das aus dem Amt heraus gemacht.“

Kandidat aus Verlegenheit

Arnold kann sich auf sein bisheriges Bündnis verlassen: Im Kreistag gibt es eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Zusammen haben sie 42 Sitze, die Opposition kommt auf 39. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Peter Heidt lobte die Politik Arnolds. Er stehe für „solide Finanzen, das passt einfach“. Raimo Biere, der Vorsitzende der Wetterauer FDP, sagte, Herrmann sie ein „Verlegenheitskandidat“ gewesen.

Der Linken-Kandidaten Werner Schulz betonte wiederum: „Ich habe mich als soziales Korrektiv aufstellen lassen.“ Es habe sich auf jeden Fall gelohnt, dass er kandidiert habe. „Wir können nicht die Sozialpolitik anprangern und dann keinen Kandidaten aufstellen.“ Zur niedrigen Wahlbeteiligung sagte er: „Ich habe gedacht, es interessiert mehr Bürger, was der Landrat macht.“

Dass es so wenige Menschen aus den Wohnungen hinaus in die Wahllokale getrieben hat, war Anlass zum Stirnrunzeln allenthalben. Der grüne Fraktionsvorsitzende Michael Rückl sagte: „Es ist ein Anlass darüber nachzudenken, ob man diese Direktwahl noch will.“ So wenige Wähler seien „eigentlich null Legitimation“.

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