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Nur für Innovative, so soll das Quartier Spring Park Valley einmal aussehen.

Smarte Stadt

Arbeitsplatz mit Flugtaxi

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Bad Vilbel Spatenstich für Spring Park Valley. Ein futuristisches autonomes Quartier entsteht.

Auf den Äckern zwischen der Bundesstraße 3 und dem nördlichen Ortsrand entsteht in den kommenden fünf Jahren aus einem Guss eine Retortenstadt, in der rund 2000 Menschen leben und bis zu 6500 arbeiten sollen. Gestern war symbolischer Spatenstich für das Projekt „Spring Park Valley“. Laut Projektentwickler CESA Spring Park GmbH soll es Europas größtes Innovationsquartier werden. Das Konzept sieht keine festen Arbeitsplätze vor. Co-Working Space, wo es einem beliebt und gleich an welchem Tag oder zu welcher Uhr, heißt die Zukunft. Es ist die Rede von einem „visionären Umfeld“. Rund 2000 Interessenten soll es geben, sagt Bad Homburger Unternehmer Jörg-Peter Schultheis, Initiator und Mitgesellschafter der CESA Spring Park.

Die Kosten für das Projekt werden mit 800 Millionen Euro angegeben. Für die neun Hektar Baugrund erhält die Stadt 40 Millionen Euro, so Stadtrat Klaus Minkel (CDU) auf Nachfrage. Im April erfolgte die Anzahlung von zwei Millionen Euro, der Rest soll bis Jahresende überwiesen sein. CESA übernimmt baulich die Erschließung. Aktuell wird am Antrag für die Baugenehmigung gearbeitet. Schultheis spricht von einem Baubeginn im Jahr 2020.

Vom Darmstädter Büro Planquadrat stammt die Quartiersarchitektur, die einem ausgewaschenen Tal ähnelt, dessen Inseln mit ihren Konturen die Gebäude darstellen. Die Realisierung erfolge nach dem in Deutschland noch jungen IPS-Verfahren, so Schultheis. Hierzulande heißt es auch IPA für Integrierte Projektabwicklung. Spring Park Valley sei deutschlandweit das zweite Projekt, sagt IPA-Berater Wolfgang Breyer auf FR-Nachfrage. Anders als üblich werden die Baubeteiligten nicht sukzessiv eingebunden, sondern sitzen gleich zum Projektbeginn an einem Tisch. Die Bauzeit- und Kostensicherheit erhöhe sich wesentlich. Investor und Spring-Park-Mitgesellschafter Achaz von Oertzen bezeichnet das IPA-Verfahren als „solide Basis für den Projekterfolg“. Von Oertzen ist auch Leiter der CESA Unternehmensgruppe, Berlin.

Die acht Gebäude, „Dome“ genannt, werden nach verschiedenen Themen „fantasievoll gestaltet“, die etwa Titel tragen wie „Music“, „Silence“ oder „Chaos“, Letzteres ist ebenfalls ein Ort für das Co-Working. Pro Kopf und Monat kostet das Co-Working 850 Euro, Nutzung der Infrastruktur inklusive. Mieter können Firmen oder Start-ups sein, Hauptsache, sie seien „Innovatoren neuer Technologien und Geschäftsmodelle“, so Schultheis. Der Steuerberater, der in neuen Standort wechseln will, wird nicht gewünscht.

Zwischen den Häusern liegen breite, gepflasterte, teilbegrünte Fußgängerzonen. Autos verschwinden in Parkhaus und Tiefgarage. Der Autoverkehr soll möglichst gering und am besten elektrisch sein. Für Velos gibt es ebenfalls ein Parkhaus. Der Bahnhof liegt zudem in Sichtweite und einen Terminal für ein künftiges Flugtaxi soll es auch geben. Die Smart-City werde energietechnische Maßstäbe setzen, verspricht Schultheis. Photovoltaik etwa soll weitgehend die elektrische Energieversorgung übernehmen.

Zur Sparte Wohnen zählt ein Hotel mit rund 300 Zimmern. 1000 Apartments können für Wochen bis Monate möbiliert gemietet werden für 650 Euro pro Monat. Daneben wird es noch 360 Einheiten für das dauerhafte Wohnen geben. Gewohnt wird in separaten „Domes“ oder in den oberen Etagen, etwa in dem 15-stöckigen Gebäude, dem höchsten im Quartier, das obendrein mit Lokalen, Läden, Sportstudio, Ärztehaus und sogar einer Kita ausgestattet seien wird. Auch ein Nachtleben soll es geben – und nicht nur beim Co-Working.

Im Spring Park Valley, in Anlehnung an das Baugebiet „Quellenpark“ benannt, entstehen auf neun Hektar acht Gebäude. Für Arbeiten und Wohnen werden 188 000 Quadratmeter Gebäudefläche entstehen.

Rund 2000 Menschen werden dort dauerhaft oder zeitweilig wohnen. Frei wählbare Arbeitsplätze wird es für 6500 Leute geben.

Parkhaus und Tiefgarage gibt es für 3500 Autos, ein Fahrradparkhaus soll 1500 Velos Platz bieten.

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