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Aus Streuobstäpfeln sind die neuen Apfelweinsorten.
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Aus Streuobstäpfeln sind die neuen Apfelweinsorten.

Bad Nauheim Apfelwein

Apfelwein aus Streuobstlagen

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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In der Farbe sind sie alle gleich: goldgelb. Im Geschmack unterscheiden sie sich. Von säuerlich bis sehr mild: die sechs neuen Apfelweinsorten, die in der Kelterei und Straußwirtschaft Rote Pumpe in Bad Nauheim Nieder-Mörlen vorgestellt wurden.

Sie sind das Ergebnis einer Kooperation von fünf Naturschutzgruppen sowie dem Heimatverein Hoch-Weisel, die allesamt Äpfel von den Streuobstwiesen gesammelt haben, die sie in ihrer Region pflegen. Ulli Schwabe, Mitinhaber der Roten Pumpe, nennt sie das „Wetterauer Gold“. Zusammen mit seinem Sohn hat er sie gekeltert.

Entsprechend der Regionen auch die Namen der Weine: Johannisberg für Bad Nauheim, Parzelle 111 für Ober-Mörlen, Heidenbrunnen für Langenhain, Am kleinen Hausberg für Hoch-Weisel, Dolchsloch für Rockenberg und Wingert für Friedberg-Dorheim. Etwa 500 Flaschen gibt es von jeder Lage im ersten Jahrgang 2014. Wenn die ausverkauft sind, gibt es erst wieder im kommenden Jahr Nachschub.

Das Projekt „ist ein schönes Beispiel, wie regionale Wertschöpfung aussehen kann“, sagte Robert Scheibel vom Naturschutzbund (Nabu) Ober Mörlen. Denn darum ging es den Äbbelwoi-Liebhabern: einen direkten Bezug zwischen den Erzeugern und Verbrauchern herzustellen.

Nach wie vor nicht rentabel

Ehrenamtlich haben die Gruppenmitglieder die Äpfel geerntet, ehrenamtlich ist die Pflege der Streuobstwiesen. Umso bitterer der Wermutstropfen, den Scheibel seiner Rede beifügte: Apfelwein aus Streuobstäpfeln zu keltern sei „nach wie vor nicht rentabel“. Groß-Keltereien zahlten sieben bis neun Euro pro Doppelzentner, nötig sei das Dreifache. „Anscheinend ist es immer noch billiger, Äpfel von weit her anzukarren.“

Doch bald gibt es einen Zuschuss vom Land. Thomas Zebunke, Referent für ökologischen Landbau vom hessischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass es ab Mitte August neue Fördermittel vom Land für die Pflege von Streuobstwiesen gebe: sechs Euro jährlich pro Baum und 55 Euro einmalig, wenn bestimmte Apfelsorten angepflanzt würden. Die entsprechenden Anträge gibt es dann beim Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises.

Zebunke zeigte sich zuversichtlich, dass jeder, der das Fördergeld für die Pflege schnell beantrage, es auch ausbezahlt bekomme. „So lange das Geld reicht, wird das auch gemacht.“ Etwas anders sieht es mit der Förderung beim Anbau aus. Da gebe es einen umfangreichen Kriterienkatalog zu beachten. Dass auch die Kommunen im Anbaugebiet zu dem neuen Stöffsche stehen, zeigten sie mit der Präsenz zweier Bürgermeister, einem Stadtverordnetenvorsteher und einem Ex-Bürgermeister. „Ein wunderbares Projekt“, lobte Bad Nauheims Rathauschef Armin Häuser (CDU).

Weil das Projekt schon vor dem Verkaufsstart bei allen Beteiligten so gut angekommen ist, wollen sie damit im kommenden Jahr auch auf die internationale Apfelweinmesse „Apfelwein weltweit“ in Frankfurt. Und noch mehr haben die Partner im Sinn. „Wir haben auch vor, sechs Apfelsäfte und sechs Brände zu machen“, sagte Schwabe. Im Herbst keltern und brennen sie, ab Weihnachten beginnt der Verkauf.

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