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Wetterau

Anlaufstelle für Ehrenamtliche

300 bis 400 ehrenamtliche Helfer, die sich um Flüchtlinge kümmern, gibt es im Wetteraukreis. Bisher sind diese lediglich auf kommunaler Ebene organisiert, deshalb möchte die Arbeitsgemeinschaft (AG) Flüchtlingshilfe im Wetteraukreis eine Vernetzung auf Kreisebene schaffen.

Von Rebecca Röhrich

Lehrer, Ärzte, Rentner, Studenten oder Schüler aus Karben, Bad Vilbel oder Friedberg unterstützen ehrenamtlich Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. „Wir haben zwischen 300 bis 400 ehrenamtliche Helfer im Wetteraukreis“, schätzt Johannes Hartmann, Vorsitzender des Internationalen Zentrums Friedberg. Allein in Bad Vilbel gebe es 30 Freiwillige. Bisher sind diese lediglich auf kommunaler Ebene organisiert, deshalb möchte die Arbeitsgemeinschaft (AG) Flüchtlingshilfe im Wetteraukreis eine Vernetzung auf Kreisebene schaffen.

Neben regelmäßigen Treffen der einzelnen Organisationen soll auch eine Internetseite entstehen. „Unser Ziel ist es, die alltägliche Arbeit der Helfer zu erleichtern“, sagt Wolfgang Dittrich, Referent für gesellschaftliche Verantwortung im evangelischen Dekanat Wetterau. Gemeinsam mit dem Internationalen Zentrum und der Caritas Friedberg/Gießen hat er eine Gründungsversammlung für das kreisweite Netzwerk am morgigen Dienstag, 20. Januar, angesetzt.

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„Auf kommunaler Ebene werden oftmals Probleme bearbeitet, die irgendwo anders bereits gelöst wurden“, sagt Dittrich. Diese doppelte Arbeit könne sehr frustrieren. „Die Motivation, sich zu engagieren, verschwindet dann früher oder später“, erklärt Hartmann. Dabei sei es sehr wichtig, dass die Ehrenamtlichen nicht aufhörten, zu helfen. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Flüchtlingssituation die nächsten Jahre so bleiben werde. „Aktuell kommt auf 210 Flüchtlinge ein Sozialarbeiter“, erklärt Hartmann. Dies sei viel zu wenig.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Betschel (Grüne) bestätigt, dass die 8,5 Vollzeitstellen in der Sozialarbeit nicht ausreichen. Zwar werde laut Betschel die Anzahl der Betreuer erhöht, aber auch er betont, dass weiterhin Freiwillige benötigt würden. Die kreisweite Vernetzung soll auch die Hauptamtlichen entlasten, sagt Hartmann.

Diese seien ohnehin mit der Anzahl der zu betreuenden Personen überlastet und könnten es nicht leisten, zusätzlich die ehrenamtlichen Helfer anzuleiten. Es sei eine große Herausforderung für alle Helfer, zwischen der Tätigkeit eines Sozialarbeiters und einer ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterscheiden. „Diese wichtige Abgrenzung funktioniert nicht von alleine, muss aber gewährleistet sein“, so Dittrich. Ansonsten käme es zu Spannungen zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.

Deshalb möchte die AG Flüchtlingshilfe künftig Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Helfer sein. So eine übergeordnete Anlaufstelle gebe es bisher nicht. Es freut die Organisatoren, dass Landrat Joachim Arnold (SPD) sein Kommen für morgen zugesagt hat. „Arnold ist ein wichtiger Ansprechpartner“, sagt Dittrich. Es sei eine gute Gelegenheit für den Landrat, sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Vielleicht, so hofft Dittrich, gebe es dann auch mehr Unterstützung vom Kreis. „Es ist jetzt wichtig, dass alle Institutionen in Sachen Flüchtlingshilfe zusammenarbeiten“, sagt er. Schließlich gehe es darum, den Flüchtlingen zu helfen.

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