Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Selbstgebackene Plätzchen für  gute Zwecke verkauften die jungen Sozialdemokraten.
+
Selbstgebackene Plätzchen für gute Zwecke verkauften die jungen Sozialdemokraten.

SPD Bad Vilbel

Anlauf zum Neubeginn

  • Martin Brust
    VonMartin Brust
    schließen

Bei Bad Vilbels Sozialdemokraten meldet sich der Nachwuchs zu Wort – rechtzeitig zur Kommunalwahl.

Sozialdemokraten in Bad Vilbel haben es nicht leicht. Das liegt nicht nur an der erdrückenden Dominanz der CDU. Wer auf der Webseite der SPD den Punkt „Gemeinsam mit den jungen Menschen“ aufruft, bekommt ein Flugblatt von 2006 präsentiert. Darauf vier junge Menschen, deren Alter damals schon zwischen 27 und 34 Jahren lag. Ihr Altersschnitt heute beträgt gut 36 – zu alt für die Jusos, deren Mitglieder höchstens 35 Jahre alt sein dürfen.

Thomas Neumann und Steve Bitar sind knapp halb so alt – und wollen die Jusos in der Vilbeler SPD nach Jahrzehnten neu gründen. Neumann (17 Jahre) und Bitar (19) haben zusammen mit Sven Wiffler (17) am vergangenen Samstag rund vier Stunden lang am Zentralparkplatz in der Kälte gebibbert und Plätzchen verkauft. Rund 300 Euro haben sie dabei eingenommen, je zur Hälfte für Frauenhaus und Kinderschutzbund. Die Plätzchen wurden von SPD-Mitgliedern gebacken, aber „viele Leute haben auch einfach so gespendet“, freut sich Neumann. Ein Plakat hatten sie dabei und Infos zum Frauenhaus, als SPD-Aktion war ihr Stand kaum erkennbar.

Das war Absicht, der gute Zweck soll im Vordergrund stehen. Die drei Jugendlichen, verrät Neumann, haben sich viel vorgenommen und orientieren sich dabei auch am politischen Gegner. „Sebastian Wysocki hat bei der JU tolle Aufbauarbeit geleistet“, lobt Neumann. Vor einigen Jahren sei der CDU-Nachwuchs nicht sehr zahlreich gewesen, heute stellt er 20 Prozent der Kommunalwahlliste. Ähnlich erfolgreich, hoffen Neumann und Bitar, soll auch ihre Aufbauarbeit werden.

Aber zunächst fehlt ein viertes Standbein, denn das Minimum für die Gründung einer eigenen Juso-AG in Vilbel sind vier Mitglieder. Deshalb sind Neumann und Bitar einstweilen noch Mitglieder der Jungsozialisten in der Wetterau. Vor allem Neumann hat schon Erfahrung gesammelt in der politischen Diskussion und Agitation, hat sich an Wahlkämpfen beteiligt und am Bürgerbegehren zur Mediathek. Politisiert haben ihn vor allem das Ypsilanti-Jahr „und die rassistischen Äußerungen des damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch“, wie er sagt. Bitar möchte sich für Menschen einsetzen, die das selbst nicht können. Er ist aktiv, seit er aus den USA zurückkam, wo er das letzte Schuljahr verbrachte.

Ist die Vilbeler SPD ein hartes Pflaster für junge Menschen oder interessieren die sich einfach nicht für Politik? Neumann und Bitar sind überzeugt: Ihre Altersgenossen sind durchaus politisch. „Jugendliche diskutieren viel“, weiß Bitar. Neumann sagt: „Viele haben eine politische Meinung, wollen sich aber nicht binden.“ Einzelthemen wie Castor-Transporte oder Stuttgart 21 zeigten, dass Engagement da ist. Aber aus Angst, Zeitmangel oder Bindungsunwilligkeit kämen die Jungen nicht zu den Parteien.

Deshalb wollen die drei zeigen, dass Politik „nicht trocken sein muss“, so Neumann. Drei bis vier Veranstaltungen bis zum Sommer haben sie sich vorgenommen, vielleicht einen Filmabend oder etwas Sportliches, um mit „offenen Strukturen“ Jugendliche zur Mitarbeit motivieren. Jugendparlament oder marode sanitäre Schul-Anlagen wären weitere Themen. Steve Bitar steht übrigens auf der Kommunalwahlliste der SPD – allerdings auf einem nicht sehr chancenreichen Platz.

Kontakt über die SPD Bad Vilbel: www.spd-badvilbel.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare