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Der Ausbau der Main-Weser-Bahn nutzt nicht der S-Bahn, sondern dem Güterverkehr, kritisiert das Aktionsbündnis Bahnane.
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Der Ausbau der Main-Weser-Bahn nutzt nicht der S-Bahn, sondern dem Güterverkehr, kritisiert das Aktionsbündnis Bahnane.

Bad Vilbel

Angst vor donnernden Güterzügen

Mitgliederversammlung des Aktionsbündnisses Bahnane gegen Ausbau der Main-Weser-Bahn

Von Bruno Rieb

Anke Wagner vom Vorstand des Aktionsbündnisses Bahnane vergleicht ihre Bürgerinitiative gern mit dem kleinen gallischen Dorf aus dem Asterix-Comic. Wie die Gallier dort gegen die Römer kämpft auch Bahnahne gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner: die Deutsche Bahn. „Allerdings ohne Zaubertrank“, stellt Wagner fest.

Im Comic lässt ein wunderbares Gebräu die Gallier über die Römer siegen. Die Bahnane-Realität sieht anders aus: Die Gegner des viergleisigen Ausbaus der Main-Weser-Bahn von Frankfurt bis Friedberg sind mit ihrer Klage gegen den ersten Bauabschnitt vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH) gescheitert.

Bahnane ist die Abkürzung für „Bahnausbau nur anwohnerkonform, naturverträglich, erschütterungsfrei“. Das Aktionsbündnis ist knapp ein Jahr jung. 174 Mitglieder zählt es inzwischen. Rund 70 davon kamen am Sonntagnachmittag ins Dortelweiler Sport- und Kulturforum – vor allem, um das weitere Vorgehen gegen den Bahnausbau zu besprechen.

Die Bahnane-Hoffnungen ruhen auf den Einwendungen gegen den zweiten Bauabschnitt von Bad Vilbel bis Friedberg. Über 1600 sind es laut Michael Hub vom Bahnane-Vorstand. Beim ersten Abschnitt in der Frankfurter Gemarkung habe es nur 50 Einwendungen geben.

Die Gegner glauben nicht, dass der Ausbau der Strecke von zwei auf vier Gleise dem S-Bahn-Verkehr dienen solle, wie es die Bahn behauptet. Die S-Bahn-Züge würden sogar nach Angaben der Bahn von 138 auf 136 täglich reduziert, sagt Hub. Außerdem würden die S-Bahnen auf der Strecke bereits sehr pünktlich verkehren.

Deshalb vermutet Bahnane, dass die Bahnstrecke für den Personenfernverkehr und vor allem für den Güterverkehr ausgebaut werden soll. Die Bahn hat ihre Güterzug-Prognose für das Jahr 2025 bereit von 75 auf 91 Züge täglich nach oben korrigiert. Hub geht von täglich 200 Güterzügen aus. Er beruft sich auf eine Prognose des Umweltbundesamtes.

Die Main-Weser-Bahn sei bereits die Magistrale, also eine Hauptverkehrsader, für Güterzüge. Sie könnte auch zur Ausweichstrecke für das Mittelrheintal werden, meint Hub. Der Ausbau werde wohl nicht in Friedberg enden. Bahnane will deshalb Kontakt zu Bürgerinitiativen in Bad Nauheim und Butzbach aufnehmen.

Auch beim ersten Ausbauabschnitt gibt Bahnane nicht auf. Der Verwaltungsgerichtshof hat gegen sein Urteil keine Revision zugelassen. Dagegen haben laut Hub fünf Kläger Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Bahnane setzt jetzt auf das erneute Erschütterungsgutachten, das der VGH in seinem Urteil verlangt hat. Das Bündnis bereitet eigene Messungen vor. Mitglieder erwägen, die Gutachter der Bahn nicht auf ihre Grundstücke zu lassen. Gegen das neue Gutachten der Bahn könne dann wieder geklagt werden, sagt Hub.

Das Anliegen der Bahnausbaugegner sei „nicht sexy“. Die Fluglärmgegner kämen viel besser an, bedauerte ein Bahnane-Mitglied. Georg Sameth aus Okarben sagte, in seinem Ort hätten zwar 170 Leute die Sammeleinwendung gegen den Bahnausbau unterzeichnet, aber nur 42 seien Bahnane-Mitglied geworden. (Mitgliedsbeitrag: 30 Euro pro Jahr.)

Ein Wöllstädter Bahnane-Mitglied schlug Demonstrationen vor. In seiner Gemeinde sei man damit erfolgreich für eine Umgehungsstraße gewesen. Auch eine Wanderung durch das Niddatal wurde vorgeschlagen, um gegen den Bahnausbau zu protestieren.

Info: www.bahnane.net

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