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Martin Förster an einer Pauke.
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Martin Förster an einer Pauke.

Bad Vilbel

„Alles ist Musik“

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Martin Förster, Leiter der Musikschule Bad Vilbel, spricht im FR-Interview über die Zukunft der Musikschule und Kooperationen.

Herr Förster, durch Ganztagsschulen und Nachmittagsbetreuung haben Kinder im weniger Zeit für außerschulische Aktivitäten zur Verfügung. Was bedeutet das für die Musikschule?
Das heißt zunächst, dass das Zeitfenster für unsere Angebote kleiner wird. Aber es bietet auch die Möglichkeit, mit den Schulen mehr zusammenzuarbeiten.

Wie könnte das aussehen?
Wir können mit unseren Dozenten den praktischen Unterricht fördern oder überhaupt erst installieren, wo es ihn noch nicht gibt. Das ist aber auf jeden Fall als Ergänzung zu sehen und keineswegs als Konkurrenz. Es gilt, die positiven Synergien zu nutzen und für die Schüler einen Musikunterricht anbieten zu können. Das ist auch der Weg, der über den Verband Deutscher Musikschulen und den Bund der Schulmusiker gegangen wird.

Das heißt es gibt auch schon Pläne seitens der Verbände?
Ja, genau. Die Vernetzung zwischen Musikschulen und allgemeinbildenden Schulen treiben auch die Verbände voran. Da gibt es schon viele Projekte und Möglichkeiten für Kooperation.

Stehen auch Sie für Bad Vilbel und Karben bereit?
Ja. Es wird demnächst einen Prospekt geben, in dem die Kooperationsmöglichkeiten der Musikschule aufgeführt werden.

Gibt es denn hier schon konkrete Projekte?
Ja. Den Anfang hat das Projekt Jedem Kind ein Instrument, kurz JeKI, gemacht. Das haben wir in Dortelweil an der Grundschule eingerichtet. Es beginnt in der ersten Klasse und geht bis zur vierten Klasse. Außerdem gibt es Instrumentenkaruselle.

Was ist das?
Dabei können Kinder vier verschiedene Instrumente in einem Schuljahr ausprobieren, die jeweils eine Instrumentengruppe präsentieren – Streichinstrumente, Blasinstrumente, Schlaginstrumente und Zupfinstrumente. Etwa ein Vierteljahr lernen die Schüler dann eines dieser Instrumente kennen. Das gibt es schon in der Selzerbachschule und der Pestalozzischule in Karben und in der Ernst-Reuter-Schule in Bad Vilbel.

Wie wird dieser Unterricht denn finanziert?
Es gibt Unterstützung vom Land dafür. Das deckt aber nicht die Kosten. Daher müssen auch die Eltern dafür bezahlen. Die Beträge sind gestaffelt, der maximale Beitrag liegt bei 33,50 Euro im Monat. Das schließt die Leihgabe der Instrumente mit ein.

Gibt es auch mit weiterführenden Schulen Kooperationen?
Die Kurt-Schumacher-Schule in Karben hatte Interesse Bläserklassen einzurichten und ist auf die Musikschule zugekommen. Die Kinder haben eine Stunde Instrumentalunterricht in der Gruppe mit Lehrern von uns. In einer Gruppe sind zwischen vier und acht Schülern. Außerdem gibt es Orchesterunterricht, der von den Lehrern der KSS geleitet wird. Und es gibt den regulären Musikunterricht der Schule. Die Bläserklassen sind sehr stark in das Konzept der Schule integriert. Bezahlt wird das von Eltern und Stadt. Wir bekommen das Geld direkt von der Schule.

Ist das das optimale Modell für eine Zusammenarbeit?
Wie das Zukunftsmodell aussehen könnte, kann man im Moment noch nicht sagen. Das hängt auch von der zukünftigen Finanzierung ab. Es gibt mittlerweile ja auch die Möglichkeit, dass Schulen Gelder bekommen wenn sie zur Ganztagsschule werden. Wie dieses Geld dann verwendet wird, ist aber noch unklar. Daher ist das im Moment noch ein Entwicklungsprozess. Bis 2016 soll der Unterricht bis 14 Uhr für die Schulen verbindlich sein. Dann beginnt die zweite Stufe, bei der es darum geht, die Betreuung bis 17 Uhr sicherzustellen.

Das muss aber nicht mit Musikunterricht sein.
Natürlich. Aber das Interesse bei den Schulen ist da. Das merken wir ganz klar. Und es gibt jetzt die Chance, ein Ganztags-System zu entwickeln, in dem auch Musikunterricht eine Rolle spielt. Wichtig wäre, dem Musikunterricht flächendeckend zu etablieren und nicht nur in einzelnen Projekten.

Warum sollten Schüler denn ein Instrument erlernen?
Musik gehört einfach zum Leben dazu und ist sehr bereichernd. Im Grunde ist ja alles Musik. Darüberhinaus fördert das gemeinsame Musizieren auch enorm die Sozialkompetenz. Zudem steigert es aber auch die Konzentrationsfähigkeit sowie die Selbständigkeit.

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