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Wo einst KL Schmidt war, soll jetzt Rewe hin.
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Wo einst KL Schmidt war, soll jetzt Rewe hin.

Massenheim

Alea gerettet - ohne Stadtknete

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Die Firma Grund-Projekt-Bau aus Eltville baut nun an der Rodheimer Straße im Vilbeler Stadtteil Massenheim für die Supermärkte Rewe und Aldi. Bis zum Verkauf des Areals war es "eine Hängepartie".

Alea-Geschäftsführer Thomas Reimann wartet darauf, dass ihm ein Stein vom Herzen fällt. Das passiert, sobald ihm die Firma Grund-Projekt-Bau (GPB) aus Eltville den Kaufpreis von 2,3 Millionen Euro für das Gelände seiner Firma überwiesen hat. Im Moment lockere sich der Stein schon, fallen werde er aber erst, wenn er den Betrag auf dem Kontoauszug sehe, sagt Reimann im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Reimann ist 2002 in die Vilbeler Traditionsfirma KL Schmidt eingestiegen. Zunächst habe er die Anteile von Rainer Schmidt gekauft, später die von dessen Bruder Werner. Neben den Anteilen der Brüder Schmidt an ihrem Betrieb ging es dabei auch um deren Anteile an der schweizer Firma Grundbesitz Management Service AG (GMS), der das Grundstück von Alea gehört.

Verkauf unterschätzt

Er habe die Firma nur unter der Bedingung kaufen können, auch das Grundstück zu kaufen. Doch das hatte einen Haken: Es war mit einer doppelten Grundschuld belastet. Verkauf unterschätzt

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Vermutlich war es die Entwicklung des Gewerbegebiets Quellenpark, die ihn nicht daran zweifeln ließ, dass er das Grundstück bald werde verkaufen und damit auch die entsprechenden Schulden tilgen könne.

Doch es kam anders als gedacht. „Ich habe nicht erwartet, dass der Verkauf so lange dauert“, sagt Reimann. Ein erster Versuch scheiterte 2004, ein zweiter 2008. In der Rückschau bezeichnet Reimann das als eine „zermürbende Hängepartie“. 2007 wollte er eigentlich von dem Gelände weg sein. So wurde ihm die Grundschuld zum Stein auf dem Herzen.

Baurecht fehlte

2010 trat die Firma Grund-Projekt-Bau aus Eltville auf den Plan. Ein Vertrag über das Firmengelände wurde geschlossen. Kaufpreis: 2,3 Millionen Euro. Wirksam werden sollte er aber erst unter bestimmten Bedingungen. Zu denen will sich die Firma GPB nicht äußern. Laut Stadtrat Klaus Minkel (CDU) habe das richtige Baurecht gefehlt. Das gibt es nun, seit das Stadtparlament im September das Gelände als Gebiet für die „Sondernutzung Nahversorgung“ ausgewiesen hat.

Warum dann in der gleichen Sitzung ein Vorratsbeschluss, dass die Stadt das Gelände kaufen soll? „Wir wollten nicht, dass kurz vor dem Ziel noch etwas schief geht“, sagt Minkel. Nach anderer Lesart saß Alea schlichtweg in der Patsche. Die Banken wollten ihr Geld. Dass der Verkauf sich hinzog, brachte Reimann in Bedrängnis. „Irgendwann“, sagt er „wird nicht mehr prolongiert“. Seine Schulden bei den Banken entsprachen in etwa seinem Anteil am Grundstück. Ob nur er Eigentümer der GMS ist oder nicht, sagt er nicht.

Die Stadt ist raus

Der Bauvorbescheid des Kreises liegt jetzt vor, der Investor wird kaufen, die Stadt ist aus der Sache raus. Geholfen hat deren Beteiligung aber trotzdem. Schon die Tatsache, dass die Stadt das Grundstück gekauft hätte, habe den Banken gezeigt, dass der Verkauf möglich ist. So hat man ihm Luft verschafft. Der Projektentwickler aus Eltville wird direkt an Reimann überweisen.

Ein anderer, dem mit dieser Überweisung an Reimann ein Stein vom Herzen fallen dürfte, ist Bürgermeister und Kämmerer Thomas Stöhr (CDU). Erst vor zwei Wochen hatte er im Nachtrag für den diesjährigen Haushalt 2,3 Millionen Euro Schulden zusätzlich aufnehmen wollen, um das Gelände von Reimann zu kaufen. Das ist nun nicht mehr nötig. Er muss für das umstrittene Geschäft nicht noch einmal um die Zustimmung im Parlament bitten.

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