Insektenwiese Brunnenschule

Nicht lästig, sondern nützlich

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Schüler der Brunnenschule legen mit Hilfe der Bürgerstiftung eine Insektenwiese an.

Eine dicke Hummel brummt im Zickzack dicht über den geharkten Boden hinweg, eine Katze wälzt sich wohlig in der Erde und entlockt den umstehenden Kindern und Jugendlichen ein „Och, wie süüüß“. Doch als die Schüler beginnen, Samen auszustreuen, flüchtet die Katze. Schließlich ist das aufgebuddelte Wiesenstück hinter dem Schulgebäude der Brunnenschule für andere Tiere gedacht: für Insekten. Und für die werden nun Blumen gesät.

Zehn Kinder der Vorklasse und der Grundstufe rammen bunt bemalte Stangen in das Beet und stecken jeweils zwei Sonnenblumenkerne daneben. Er habe zu Hause schon mal eine Sonnenblume gesetzt, sagt der achtjährige Jeremy. Benjamin, 9, hat sogar schon beim Tomatenpflanzen geholfen. Jetzt sind die beiden gespannt, wann wohl an ihrer Schule die ersten Triebe aus dem Boden sprießen.

Als Hobbygärtner weiß der 16-jährige Fabian Stallmann, wie wichtig Blumen sind, vor allem für die Bienen. Und er weiß auch: „Ohne Bienen stirbt irgendwann der Mensch.“ Ähnliches soll Albert Einstein einmal gesagt haben. „In unserer Welt, in der alles betoniert ist, brauchen Insekten Orte, an denen sie nisten können und Nahrung finden“, sagt die Lehrerin Sabine von Trotha. Deswegen haben Schüler der Bad Vilbeler Brunnenschule eine Insektenwiese auf dem Schulgelände angelegt. Es ist der Auftakt für das Modellprojekt „Artenvielfalt von Wildtieren und Wildpflanzen in Bad Vilbel“, das die Bürgerstiftung Bad Vilbel gemeinsam mit Schulen und Kitas gestaltet.

Der Natur begegnen

Die Idee stammt von der Bürgerstiftung, die ja nicht umsonst den Zusatz „für Bildung, Naturschutz und Umweltverantwortung“ trage, sagt Vorstandsmitglied Walter Hess. „Es geht uns darum, heimische Tierarten zu erhalten und dafür auch Kinder und Jugendliche zu gewinnen.“ Bei der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ habe man Unterstützung beantragt und diese auch bewilligt bekommen. Mit 4600 Euro bezuschusst das Land das Projekt. 600 Euro davon erhält die Brunnenschule. Nach einem Bewerbungsverfahren, in dem das Vorhaben skizziert werden sollte, sind vier Schulen und zwei Kitas mit dabei. Alle Projekte sollen in den nächsten Monaten starten. Die Brunnenschule, Bad Vilbels Förderschule für Lernhilfe, hat am Montag den Anfang gemacht.

Dabei sind die fünf Schüler der berufsorientierten Praxisklasse von Sabine von Trotha schon länger mit ihrer Insektenwiese beschäftigt. Die Zwillinge Daniel und Alexander Schwan, 18, zum Beispiel haben in den Ferien ein Schild gebaut und bemalt, das nun am Beetrand steht. Zwei Tage habe es gedauert, bis die 14 Quadratmeter umgegraben, alles Gras und die Steine entfernt waren. „So lange wir noch an der Schule sind, werden wir uns um die Wiese kümmern“, sagt Christopher Lopez, 17. Unterstützt werden sie dabei von den Schülern der Vorklasse und der Grundstufe, die wie Jenny und Jonas Gießkannen voll Wasser über das Beet kippen.

„Lernendes Begegnen mit der Natur“, nennt Lehrerin von Trotha das. Ihre Schüler haben bereits Erfahrung damit. 2012 haben sie den Wetterauer Umweltpreis bekommen, weil sie zwei Bienenvölker betreuen und selbst Honig herstellen. Jetzt geht es also um sämtliches Kleingetier, das so durch Bad Vilbel kreucht und fleucht. Insekten seien nicht bloß lästige Stechviecher, sondern lebensnotwendig, betont von Trotha. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Insektenwiese anderen ein Beispiel sein können, die in ihrem Garten auch so etwas anlegen.“

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