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Streitobjekt: gefällte Pappeln am Karbener Weg.
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Streitobjekt: gefällte Pappeln am Karbener Weg.

Ärger um Pappel-Abholzung

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Bad Vilbel Umwelt- und Naturschutzverbände sprechen von unnötiger Fällaktion

Möglicherweise hätte nur ein kleiner Teil der Pappeln am Karbener Weg gefällt werden müssen – diese Auffassung vertreten zumindest die Karbener Ortsgruppen der Umwelt- und Naturschutzorganisationen BUND und Nabu. Von morschen Stämmen könne er nach der Fällaktion nicht berichten, sagt Jürgen Becker vom Nabu. Knapp 70 Säulen- und Hybridpappeln entlang des Feldweges hat die Stadt Bad Vilbel für die Kettensäge freigegeben. Bald sollen noch einmal rund 30 Bäume in Richtung Golfplatz fallen, berichtet Bastian Zander, Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel.

Auf dem gut frequentierten Feldweg zwischen Dortelweil und dem Klein-Karbener Gewerbegebiet sieht es derweil trostlos aus. Die Bäume, die die Chaussee säumten, liegen am Boden. Ob ihres Erscheinungsbildes bekam die Strecke vom Volksmund den Namen Pappelallee, der nun Schall und Rauch ist.

Nur wenige morsche Bäume

Laut einem Gutachten soll von den Bäumen Gefahr für Fußgänger und Radler ausgegangen sein. Nabu-Mann Becker kann dies nicht nachvollziehen. „Wir haben uns – von Karben kommend – die ersten rund 15 Baumscheiben der dort abgehackten Säulenpappeln angesehen“, berichtet er. Bis auf eine Baumscheibe habe sich gezeigt, dass die Bäume nicht hohl gewesen seien und damit nicht die Verkehrssicherheit gefährdet hätten, so Becker. „Es ist erschreckend, wie mit unserer Natur umgegangen wird“, konstatiert er.

Die Stadt Bad Vilbel sieht sich als falsche Adresse für die Vorwürfe. Pressesprecher Zander hierzu: „ Die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises ist an uns mit der Empfehlung herangetreten, die Pappeln fällen zu lassen.“ 2010 erstellte der Baumexperte Thomas Sinn ein Gutachten, das die Hinfälligkeit des Gehölz’ belegt habe. Für das Abholzen soll zudem der örtliche BUND grünes Licht gegeben haben. „Wie sollte da die Stadt anders reagieren“, fragt Zander.

Kreissprecher Michael Elsaß erklärt auf Anfrage, der Naturschutzbehörde sei bekannt, dass nicht alle Pappeln altersschwach sind. Die Bäume seien nach dem Krieg als schnellwachsendes Industrieholz gepflanzt worden, für das es heute keine Verwendung mehr gebe. Die Baumart sei zudem für die Region untypisch. Das neben den Pappeln gewachsene Heckengehölz aus Kirsche und Feldahorn passe hingegen zu dem Gebiet und zur dortigen Nidda-Renaturierung. Die Pappeln machten nur das Leben von Bodenbrütern wie dem Kiebitz oder der Feldlerche schwer, so Elsaß.

Nabu sieht ökologischen Wert

Dieses Argument hat für Nabu und BUND keinen Bestand, wie Vogelkundler Becker sagt. In der Umgebung der Bäume seien sehr wohl Kiebitz und Feldlerche beobachtet worden. Die Pappel biete außerdem eine Heimstätte für die seltenen Arten Gelbspötter und Pirol. Becker betrachtet die hohen Bäume aber auch als Teil des Landschaftsschutzes, da sie die Wirkung des Windes schwächten.

Nabu und BUND wollen am heutigen Mittwoch ihren Protest Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU) mitteilen. Rahn soll ihn dann an seinen Vilbeler Amtskollegen Thomas Stöhr (CDU) weiterreichen.

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