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Das Pflanzfest ist auch etwas für Kinder.
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Das Pflanzfest ist auch etwas für Kinder.

Okarben

4000 Bäume fürs Trinkwasser

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Zwischen Okarben und Rodheim sollen Laubbäume den Nadelwald aufmischen.

Wir wollen aus diesem Nadelwald einen Laubwald machen.“ Heiner Rupsch weist mit der Hand zuerst auf die umstehenden Fichten und Tannen, dann auf die angrenzende kahle Fläche am Waldrand. Hier, zwischen Okarben und Rosbach-Rodheim, haben Stürme und Käfer seit 2008 auf einer etwa ein Hektar großen Fläche den einstigen Nadelbäumen den Garaus gemacht. Rupsch, Vorsitzender des Vereins Trinkwasserwald, ist am Sonntag mit vielen seiner Vereinskollegen vor Ort.

Im Gepäck haben sie 4000 Setzlinge, vor allen Dingen Eichen, aber auch Buchen. „Blätterwälder gemeinsam pflanzen“ heißt die Umweltschutz-Kampagne der Hamburger Organisation. Der Blätterwald bei Okarben ist der erste seiner Art in Hessen.

Laubbäume sorgen für mehr Grundwasser als Nadelbäume. Das liegt nach Angaben von Trinkwasserwald unter anderem an der rauen Rinde der Nadelbäume und einem dichtem Grasfilz am Boden, der wie ein Schwamm das Wasser aufsaugt. Die Folge ist eine geringe Neubildung von Grundwasser.

In Laubwäldern hingegen sickert viel Wasser in den Waldboden: Die Bäume tragen im Winter kein Laub und der Regen fällt direkt auf den Boden. Außerdem fließt das Regenwasser an der glatten Baumrinde vieler Laubbäume schnell zum Boden ab. Im Sommer verhindert zudem der schattige Laubwald die Entstehung der schwammartigen Grasflächen.

„Wenn wir mehr Laubwälder schaffen wie hier, schaffen wir mehr Trinkwasserressourcen“, sagt Rupsch. So würden durch die 4000 neuen Eichen und Buchen letztendlich 800 000 Liter pro Jahr zusätzlich ins Grundwasser fließen. Dazu kommt laut Rupsch, dass sich auf den Nadeln die Schadstoffe aus der Luft festsetzen und mit dem Regen ins Grundwasser gespült werden. „Laubwälder machen das nicht.“

In Bündeln zu je 25 Stück liegen die etwa 60 Zentimeter großen Pflanzen am Wegesrand und warten darauf, dass die freiwilligen Helfer sie in die Erde setzen. Farbige Stöcke und Punkte markieren, wie die Reihen gepflanzt werden müssen: immer vier Reihen Eichen, eine Reihe Buchen. „Die Buchen spenden Schatten für die Eiche“, erklärt Rupsch. Und die Eichen wiederum wachsen dadurch besser. „Wir schaffen eine gigantische Artenvielfalt, mehrere 100 Insektenarten sind an die Eiche gebunden.“

Revierförster Helmut Link freut sich über den Blätterwald. In seinem Revier, das von Bad Vilbel über Wöllstadt bis nach Florstadt hinüber reicht und zu dem auch der Wald zwischen Okarben und Rodheim gehört, gebe es gerade mal noch zehn Prozent Wald.

Geschätzte 200 Menschen wandern in Gruppen über den markierten Waldboden, Väter, Mütter und viele Kinder. Die Erwachsenen haben große Spaten, die Kinder kleine in der Hand. Auch Roger Bodenbach aus Butzbach ist mit seinen beiden drei und fünf Jahre alten Kindern dabei. „Einerseits will ich etwas für die Natur tun“, sagt er. „Andererseits finde ich es wichtig, dass meine Kinder sehen, wie die Natur wächst.“

Viele der Pflanzhelfer sind von ihren Arbeitgebern, die gleichzeitig auch Sponsoren der Aktion sind, aufmerksam gemacht worden. Zu den regionalen Spendern gehören die Volksbank Mittelhessen und die Oberhessischen Versorgungsbetriebe Ovag. Es gibt aber auch private Baumpatenschaften.

Am Ende des Tages haben die Aktiven 2000 Setzlinge gepflanzt. Doch auch für den Rest ist gesorgt. „Die anderen 2000 schaffen wir morgen mit Profis“, sagt Rupsch.

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