Wetterau

Wetterau: Grüne wollen ungenutzte Wälder erhalten

Hessen will bis 2020 den Anteil der Naturwälder im Verhältnis zur Gesamtwaldfläche steigern. Das Ziel haben EU und Bund vorgegeben - Hessen ist noch weit davon entfernt.

Da der Oppershofener Wald zu den Perlen der Wetterau zählt, fordern die Wetterauer Grünen, ihn ebenso wie den Stornfelser Wald im nordöstlichen Kreisgebiet als Naturwald zu erhalten. Zur Unterstüzung ihres Antrags zitierte der Sprecher der Grünen-Fraktion im Wetterauer Kreistag, Michael Rückl, in seinem Appell an die hessische Landesregierung in der jüngsten Kreistagssitzung sogar Angela Merkel. So habe die Kanzlerin bereits 2013 vorgegeben, fünf Prozent der Waldflächen als Naturwald erhalten zu wollen.

Da aber die meisten Wälder in Privatbesitz seien oder Kommunen gehörten und mit ihnen deshalb möglichst Gewinne erwirtschaftet werden sollen, bleiben für dieses Ziel vor allem Staatsforsten übrig. Seit längerem fordern deshalb Naturschutzverbände, wie der Naturschutzbund (Nabu) oder BUND, die Sonderbehandlung der beiden Wälder in der Wetterau.

Diese wären nicht nur für den Erhalt der waldtypischen Artenvielfalt ein Gewinn, sondern auch attraktive Orte für Naturerlebnis und Erholung der Bevölkerung im Landkreis, so die Grünen.

CDU und SPD ergänzten den Antrag um eine Einladung der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in eine Ausschusssitzung nach Friedberg. Da die beiden Wälder dem Land gehörten, solle die Ministerin Auskunft zur Naturwald-Strategie des Landes geben. Einstimmig wurde dieser Antrag angenommen.

Hessen will im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie bis zum Jahr 2020 den Anteil ungenutzter Wälder im Verhältnis zu der Gesamtwaldfläche ebenfalls auf fünf Prozent anheben. Momentan sind es nur 3,8 Prozent. „Mich würde bei der Befragung auch interessieren, warum das Land als Eigentümer der Fläche nicht mit gutem Beispiel vorangeht“, begründete Stefan Lux (SPD) den Änderungsantrag von SPD und CDU.

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