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Dr. Thomas Trepels, Vorsitzender des Ärztevereins Neu-Isenburg, hat unter anderem kürzlich im Stadtteil Zeppelinheim ein Testzentrum eröffnet. Foto: Stadt Neu-Isenburg
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Dr. Thomas Trepels, Vorsitzender des Ärztevereins Neu-Isenburg, hat unter anderem kürzlich im Stadtteil Zeppelinheim ein Testzentrum eröffnet.

Neu-Isenburg

Wette auf „null Covid“ in Neu-Isenburg

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Der Ärzteverein will Neu-Isenburg coronafrei machen – und hat sich eine ungewöhnliche Aktion ausgedacht: Die Bevölkerung kann darauf wetten, dass das Ziel geschafft wird.

Es ist ein hehres Ziel: Neu-Isenburg soll als erste Stadt in Deutschland Corona besiegen. Der Ärzteverein Neu-Isenburg hat diesen Plan formuliert – und tut sehr viel dafür, damit er nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt. Der Vorsitzende Dr. Thomas Trepels eröffnet zum einen ein Testzentrum nach dem anderen in der Stadt. Zum anderen haben die Ärzte eine Wette mit einem Wetteinsatz angeboten. Jeder kann auf auf der extra angelegten Internetseite isenburg-wird-coronafrei.de auf oder gegen sie setzen.

Dass Länder wie Serbien, die Türkei, Marokko oder Chile beim Impfen schon weiter sind als Deutschland, ärgert den Ärzteverein. „Eines Abends saßen wir zusammen und waren uns einig, dass wir jetzt richtig Gas geben sollten, um die Pandemie zu bekämpfen“, sagt Dr. Trepels. Elon Musk kam mit seinem vielzitierten Ausspruch „They are aiming too low“ ins Spiel. Der US-amerikanische Unternehmer und Visionär drückte damit aus, dass die Europäer zu niedrige Ziele anpeilen, um noch vor 2030 auf dem Mars zu landen. Zu ähnlicher Erkenntnis kamen die 68 Ärzte und Heilberufler im Neu-Isenburger Verein. Ihr Slogan lautete: „We are aiming too low“. Und schon war die Idee für „null Covid“ geboren.

„Wir machen das mit einem Augenzwinkern“, sagt Dr. Trepels. Das beweist allein schon der Wetteinsatz des Ärztevereins: Sollte es Neu-Isenburg nicht schaffen, als erste Stadt coronafrei zu werden, wird der Vorstand einen Tag lang den Bansapark mitten in der Stadt reinigen. Wer auf isenburg-wird-coronafrei.de dagegen wettet, muss ebenfalls einen gemeinnützigen Wetteinsatz angeben – nachdem er mindestens zwei Euro auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Gravenbruch überwiesen hat, die ihre Kirche für Schnelltests zur Verfügung gestellt hat.

„Seit Dienstag ist unsere Website online und wir haben schon 512 Euro gesammelt“, sagt der Kardiologe und Internist. „Und da sind noch keine Firmenspenden dabei.“ Die Aktion solle so lange laufen, „bis wir coronafrei sind.“

Diese Zielformulierung sei durchaus ernst gemeint, erklärt Dr. Trepels. Er selbst hat am Ostersamstag die Teststation unter der Orgelempore in der Gravenbrucher Kirche eröffnet sowie am Mittwoch vergangener Woche ein Testcenter im Bürgerhaus in Zeppelinheim. Am heutigen Samstag soll ein großes Drive-In-Testzentrum am Waldfriedhof folgen, gleichzeitig soll es auch im Stadtteilzentrum West mit Schülertestungen losgehen. „Ab Montag sind Covid-Tests in Schulen vorgeschrieben, aber die Ärzte dürfen dort nicht testen“, sagt Dr. Trepels. Die Schulen sollen die Tests selbst durchführen und „fühlen sich überfordert“. Deshalb werde der Standort Stadtteilzentrum West früher als geplant aufgemacht – und weitere Testzentren seien schon in Planung.

Er selbst sei sehr gut vernetzt und bohre im Moment dicke Bretter. „Wir zapfen politische und soziale Kanäle an.“ Vor allem Impfungen seien dringend notwendig, jedoch kaum verfügbar. „Wenn wir Hilfe haben, kommen wir auf null Covid.“

Die Obdachlosen und Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft müssten dringend geimpft werden, sagt Dr. Trepels. Deshalb will er bei der Sozialdezernentin anfragen, ob er vom Impfzentrum des Kreises Offenbach ein paar Impfdosen bekommen kann. „Wenn nicht, zwacken wir von unseren eigenen wöchentlichen 20 bis 30 Impfdosen ein paar ab.“

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