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Weniger Licht

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Umweltausschuss votiert für Änderung der Schaltzeiten bei Straßenbeleuchtung

FRIEDRICHSDORF - Ab wann kann man den Friedrichsdorfern dunklere Straßen zumuten? Bereits um 20 Uhr oder erst um 21 Uhr? Diese Frage steht im Raum, als sich der Umweltausschuss mit einer Frage beschäftigt, die derzeit in aller Munde ist: Energie einsparen angesichts der aktuellen Versorgungskrise und eines womöglich noch härteren Winters. Auch Friedrichsdorf will da ein Zeichen setzen und künftig die Straßenbeleuchtung reduzieren.

Damit folgt man zugleich dem Beispiel von Bad Homburg und Oberursel, die zuletzt solche Schritte eingeleitet haben. Im Gegensatz zu den Nachbarstädten geschieht diese Weichenstellung in Friedrichsdorf jedoch nicht via Verordnung, sondern per Beschluss des Stadtparlaments, wie Bürgermeister Lars Keitel (Grüne) sagt.

Im Jahr 2006 hat die Stadt die sogenannte Halbnachtschaltung eingeführt. Das bedeutete für den Bereich, der von der Syna betrieben wird: In vielen Bereichen, insbesondere Nebenstraßen, wurde in der Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr jede zweite Straßenleuchte ausgeschaltet. Das betrifft Friedrichsdorf, Köppern und Seulberg. Das führt wiederum zwangsläufig zu stärkeren hell-dunkel-Effekten und einer schlechteren Ausleuchtung der Straßen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Durch die sukzessive Umstellung auf LED konnte in den Umstellungsbereichen von der Halbnachtschaltung auf Leistungsreduzierung gewechselt werden. Dies bedeutet, dass nicht mehr jede zweite Leuchte ausgeschaltet wird, sondern alle Leuchten Licht liefern, aber ab dem Zeitpunkt der Halbnachtschaltung die LED-Lampen leistungsreduziert betrieben werden.

In Burgholzhausen, wo OVAG für die Beleuchtung am Start ist, gibt es auch Bereiche, in denen innerhalb der Halbnachtschaltung jede zweite Leuchte ausgeschaltet wird. Im überwiegenden Teil sind in den Leuchten zwei Lampen, so dass bei Halbnachtschaltung ab 22 Uhr je Leuchte eine Lampe ausgeschaltet wird. Dadurch wird insgesamt das Lichtniveau gesenkt, aber ohne hell-dunkel-Effekte.

Nun aber sind die Städte massiv zum Energiesparen aufgefordert. Dafür hat die Syna für ihren Bereich verschiedene Szenarien aufgestellt, die den Ausschussmitgliedern vorliegen. Im Fokus steht insbesondere eine Variante, die auch von der Stadtverwaltung favorisiert wird und die da lautet: Halbnachtschaltung / Reduzierbetrieb in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr mit Beibehaltung der Halbnachtschaltung. „Diese Variante stellt einen Kompromiss zwischen maximalen Einsparpotentialen, dem Nutzerverhalten der Bürger, der Notwendigkeit Gefahrstellen auszuleuchten und dem Komfort dar“, heißt es. Einspareffekt: 11,8 Prozent, umgerechnet 74 925 Kilowattstunden pro Jahr.

Reduzieren um 20 Uhr oder um 21 Uhr?

Noch höher wäre das Einsparpotenzial, würde der Betrieb bereits ab 20 Uhr reduziert werden. In diesem Fall läge er bei 13,8 Prozent, 87 957 Kilowattstunden pro Jahr. Nachteil: Die hell-dunkel-Effekte herrschen bereits um 20 Uhr in den betreffenden Bereichen vor, sagt die Stadtverwaltung. „Dies ist aus Verkehrssicherungsgründen bedenklich.“ Wortmeldung Daniela Fox. Sie finde die Initiative zum Einsparen gut, sagt die Grünen-Fraktionschefin. Sie verweist allerdings auf Oberursel und Bad Homburg, die beide die Straßenbeleuchtung von 20 bis 6.30 Uhr um 50 Prozent gedimmt haben. Fox favorisiert daher die erwähnte Variante, also Halbnachtschaltung / Reduzierbetrieb von 20 bis 6 Uhr.

Dem wollen die Ausschuss-Kollegen nicht folgen. Pino Raguso (CDU) plädiert für 21 bis 6 Uhr, auch wenn das Einsparpotenzial bei der anderen Variante höher sei. Das führe aber auch zu entsprechenden hell-dunkel-Effekten. Den Punkt Verkehrssicherheit solle man nicht ganz in die Ecke stellen. Wenn die LED-Technik flächendeckend ausgebaut sei, könne man vielleicht die Reduzierung zeitlich vorziehen.

Ruth Hübner-Gerling (FDP) spricht sich ebenfalls dafür aus. Dies auch im Hinblick auf Jugendliche und Senioren, die abends von den Sportvereinen respektive vom Einkaufen nach Hause kämen. Am Ende wird der Änderungsantrag der Grünen abgelehnt. Einstimmig votiert der Ausschuss schließlich für die Vorlage der Verwaltung.

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