Wölfersheim

Weniger Fläche fürumstrittenes Großlager

Landbesitzer wollen nicht verkaufen. 3,6 Hektar fehlen für wichtig Becken.

Die Planung für das umstrittene Rewe-Logistikzentrum im Ortsteil Berstadt ist ins Stolpern geraten, weil Bodenbesitzer nicht verkaufen wollen. Gut zehn Prozent des 30 Hektar großen Geländes fallen damit vorerst weg. Auf den 3,6 Hektar sollte das Regenüberlauf- und Löschwasserbecken entstehen. Bürgermeister Eike See (SPD) berichtet, dass sich die Dimension des Projektes nicht ändere. Rewe will in Berstadt seine Lager in Rosdorf und Hungen zusammenziehen. Dazu wird ein 110 000 Quadratmeter großes Gebäude errichtet. Dagegen hat sich die Initiative „Bürger für Boden“ formiert, die die Äcker der höchsten Qualitätsstufe retten will. Die BI machte jetzt den Verzicht auf die 3,6 Hektar publik.

Im Juni 2019 verabschiedeten die Gemeindevertreter den Bebauungsplan. Mutmaßlich war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass zwei Besitzer ihre Äcker für die bauwichtigen Teiche um keinen Preis hergeben würden. „Wir haben bereits im Sommer unsere Planungen entsprechend geändert“, teilt Anja Krauskopf, Pressesprecherin der Rewe Mitte, auf Anfrage der FR mit. See hatte die Gemeindevertreter darüber erst in der Sitzung am 4. November informiert. Der Bebauungsplan ist bis heute nicht veröffentlicht worden. Somit ist er auch noch nicht in Kraft getreten. Dabei kündigte See an, dass dies Mitte Oktober erfolgen solle.

„Die Anpassung verändert unsere Entwicklungsmöglichkeiten, beeinträchtigt die Ausführung des Baus aber nicht“, notiert Krauskopf. Der Zuschnitt des Baugrundstückes sowie die Planung des Gebäudes und der Außenanlagen würden den veränderten Gegebenheiten angepasst.

Einzelheiten zum großen Lkw-Parkplatz und zum Gebäude, das nach bisheriger Darstellung rund 600 Meter lang, 180 Meter breit und bis zu 36 Meter hoch wird, bleiben ungenannt. Die im Herbst von Rewe im Gemeindegremium vorgestellte Visualisierung sei keine finale Darstellung gewesen, so Krauskopf. Bei Großprojekten dieser Art könne es zu Veränderungen kommen, heißt es. Hinsichtlich des Zeitplans gebe es im Konzern keine Bedenken. Unbekannt ist, wann Baubeginn sein soll.

„Bürger für Boden“ sieht in der Herausnahme der 3,6 Hektar einen Teilerfolg. Die Gemeinde habe offenbar das Prozessrisiko bei einer Enteignung gescheut, bei der es um die Frage gehe, ob eine Enteignung zugunsten der Interessen des privatwirtschaftlichen Konzerns tatsächlich im Interesse des Gemeinwohls liege, so BI-Sprecherin Christa Degkwitz. Zudem habe der Rechtshilfefonds der BI den Betroffenen den Rücken gestärkt, standhaft zu bleiben. Die BI will nun selbst klagen, auch um das Gutachten zur Ansiedlung zu prüfen. Die Klage soll zum schnellstmöglichen Zeitpunkt eingereicht werden, und der wäre mit der Veröffentlichung des Bebauungsplans gegeben.

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