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Leute bei der Agentur für Arbeit.

Arbeitsmarkt  

Arbeitsmarkt in Hessen verliert an Schwung

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Die Zahl der Erwerbslosen sinkt im ersten Halbjahr 2019 langsamer. Experten befürchten, dass es wieder mehr Erwerbslose geben könnte.

Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen: Die gute Nachricht, dass in Hessen die Zahl der Arbeitslosen mit 147.300 Betroffenen weiter zurückgegangen ist, so dass die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Juni seit 1992 erreicht werden konnte. Andererseits warnen sowohl der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, als auch der Chef der Frankfurter Agentur für Arbeit, Karl-Heinz Huth, vor einer Trendwende.

Huth, der den Frankfurter Arbeitsmarkt derzeit noch als „sehr dynamisch“ beschreibt, stellt die Frage, ob er besonders für gering qualifizierte Bewerber auch in Zukunft so aufnahmefähig wie bisher bleiben wird. Landesweit betrachtet, so Frank Martin, habe die Dynamik bereits jetzt „deutlich nachgelassen“. Die Zahl von jetzt 55.212 offenen Stellen sei im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent zurückgegangen. Es werde „zunehmend schwerer“ einzuschätzen, wohin die konjunkturelle Abschwächung in naher Zukunft führen wird.

Noch aber liegt die Arbeitslosenquote landesweit mit 4,3 Prozent auf einem relativ niedrigen Niveau. In 14 der 26 hessischen Kreise unterschreitet sie sogar die Vier-Prozent-Grenze. Mit einer Quote von 2,6 Prozent steht der Landkreis Fulda am besten da, Schlusslicht ist die Stadt Offenbach mit 8,2 Prozent.

Streit um Befristungen

Vor der geplanten Gesetzesänderung bei befristeten Arbeitsverträgen durch die schwarz-rote Koalition in Berlin ist zwischen dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) ein Streit entbrannt. Der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, bezeichnete die Zunahme von Befristungen als „besorgniserregend“.

Rudolph forderte die Abschaffung sogenannter sachgrundloser Befristungen. Für VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert würden solche Befristungen beim Einstieg ins Erwerbsleben helfen. Etwa die Hälfte der unter 25-Jährigen erhielten zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag, drei Viertel von ihnen würden dann aber später im selben Betrieb dauerhaft arbeiten.

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