Wohngruppe

Zu wenig Plätze für Krawall-Kids

Es ist oft der letzte Ausweg: Kriminelle, aber strafunmündige Kinder können in geschlossene Heime kommen. In Sinntal befindet sich das einzige in Hessen. Die Plätze sind knapp.

In Deutschland gibt es nach Experten-Einschätzung zu wenig Plätze in geschlossenen Heimen für kriminelle, aber strafunmündige Kinder. „Bundesweit ist eine immens hohe Nachfrage zu verzeichnen. Das zeigt sich auch in unserer Einrichtung. Im Jahr 2018 haben uns für zwei freie Plätze 160 Anfragen erreicht“, sagte Martin Lotz, Leiter der geschlossenen Wohngruppe in Sinntal. Im Main-Kinzig-Kreis befindet sich Hessens einziges geschlossenes Kinderheim. Acht Jungen zwischen 10 und 13 Jahren werden dort betreut. Bundesweit gebe es nur etwa 320 Plätze für Jungen und Mädchen. Das Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz bestätigte: In Deutschland gebe es viel mehr Bedarf als Plätze.

Das geschlossene Heim in Sinntal existiert seit rund sieben Jahren. Es ist oft die letzte Hoffnung, auf die schiefe Bahn geratenen Kindern zu helfen. Die Krawall-Kids haben mitunter Drogenprobleme, trinken Alkohol, stehlen, schwänzen die Schule oder sind gewalttätig. Die Einrichtung in Sinntal will sich und ihre Arbeit am 22. Oktober bei einem Fachtag in der Stadthalle Schlüchtern vorstellen. Der Titel lautet: „Recht auf Freiheit. Chancen und Möglichkeiten der geschlossenen Unterbringung.“ Der Fachtag ist ein seltener Anlass, zu dem sich die Einrichtung der Öffentlichkeit präsentiert. (dpa)

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