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Kita-Kinder mit Erzieherin (Symbolfoto).

Weiterstadt

Soziale Kriterien für Kita-Plätze in Weiterstadt

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Bis Sommer 2020 gibt es nicht genug Kapazitäten in Weiterstadt. Die  Stadt wirbt bei den Eltern um Verständnis.

Der Magistrat der Stadt Weiterstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg führt für die Vergabe von Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten soziale Kriterien ein. Wie Bürgermeister Ralf Möller (SPD) mitteilt, seien zwar allein in den vergangenen sechs Jahren über 230 neue Betreuungsplätze in Weiterstadt geschaffen worden. Doch bis zum Sommer 2020 gibt es Engpässe.

Erst vergangene Woche hatten die 23 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg sowie der Landkreis selbst das hessische Sozialministerium mit einer Erklärung aufgefordert, den Kommunen bei der Finanzierung der Kitas mehr als bislang unter die Arme zu greifen.

Wie Möller weiter mitteilt, würden freie Plätze weiterhin nach dem Alter der Kinder vergeben. Allerdings erhielten Alleinerziehende, die mindestens drei Tage pro Woche und mindestens 15 Stunden arbeiten, eine vorrangige Aufnahme.

Ebenfalls hat der Magistrat entschieden, dass Familien, bei denen beide Elternteile mindestens drei Tage pro Woche und mindestens 15 Stunden arbeiten müssen, vorrangig einen Platz erhalten. Auch werden Kinder mit besonderen sozialen Gründen vorrangig aufgenommen.

Weil aber alle Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihr Kind haben, setzt die Stadt Weiterstadt auf deren Unterstützung. „Ich habe etwa 40 Familien angerufen“, sagt Monika Wilhelm, Leiterin des Fachbereichs Gesellschaft und Bildung zur FR. In den Gesprächen warb sie um Verständnis und bat Eltern, die nicht arbeiten, ihren Platz zur Verfügung zu stellen. „Bislang haben sie Verständnis.“ Weitere Familien würden angeschrieben, sagt Wilhelm.

Bis zum Sommer 2020 „soll die Lücke geschlossen sein“, sagt Wilhelm. Zwei Anbauten seien in Arbeit und ein Gebäude solle gemietet werden. Was die Bautätigkeit erschwert: Ein Förderprogramm des Bundes – das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung – sei ausgeschöpft, sagt die Fachbereichsleiterin. Eigentlich läuft es bis 2020, doch das Geld sei bereits aufgebraucht.

Träger der Kitas sind zwar die Kommunen, der Rechtspartner ist jedoch der Landkreis als Jugendhilfeträger. An ihn würden sich Eltern auch wenden, wollten sie ihren Rechtsanspruch einklagen. Vor einer solchen „Klagewelle“ hatten Kommunen und Landkreis in der vergangenen Woche gewarnt.

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