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Einige Fahrkartenautomaten des RMV verärgern die Kunden.

RMV

Weiterhin Ärger beim Fahrscheinkauf

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Nicht gerade kundenfreundlich: Manche Ticketautomaten im RMV-Gebiet geben kein Wechselgeld zurück und laden sehr lange.

Die Frau mit den hüftlangen, blonden Haaren schiebt am Donnerstagmorgen am Oberurseler Bahnhof einen Zehneuroschein in den Fahrkartenautomaten. 9,55 Euro kostet die Tageskarte nach Frankfurt und zurück. Sie wartet auf das Wechselgeld – der Automat rückt aber keins raus.

„Das ist nicht das erste Mal“, sagte sie. „Manchmal bekomme ich fünf Cent zurück, manchmal 20 oder 40.“ Mindestens einmal in der Woche behalte der Automat die Münzen ein, sagte die Pendlerin. „Dabei ist die Tageskarte schon teuer genug.“

Es ist nicht das einzige Problem mit den Fahrkartenautomaten im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Seit sie von Januar 2018 an erneuert wurden, häufen sich die Beschwerden. Mal fehlten Münzen in den Geldkassetten, mal druckten sie keine Fahrscheine aus, weil Papierschächte leer waren. Dann war die Kundenhotline schlecht erreichbar. Der RMV bekam den Frust der Fahrgäste zu spüren und teilte im Juni mit: „Der Zustand der Automatenflotte ist untragbar.“

Probleme eingeräumt

Verantwortlich ist das Transportunternehmen Transdev aus Berlin, Tochter der französischen Transdev-Gruppe. Es hatte die europaweite Ausschreibung für die 638 Geräte gewonnen und die Deutsche Bahn als Betreiberin abgelöst. Rot-grün-blaue Kästen wurden durch grün-blaue ersetzt. Sie versprachen etliche Vorteile: Anzeigen, die sich bei Sonnenschein lesen lassen; eine Liveauskunft der nächsten Fahrten, kontaktloses Zahlen mit der Bankkarte, Wechseln von großen Geldscheinen. Dann häuften sich die Beschwerden.

Mit Transdev seien schon „mehrere Gespräche geführt worden“, um Verbesserungen herbeizuführen, sagte RMV-Sprecherin Vanessa Rehermann. Transdev wiederum räumte im Sommer Probleme mit der Geld- und Papierlogistik ein und beauftrage ein Callcenter mit der Kundenbetreuung. Das Unternehmen versprach, mehr Mitarbeiter zur Wartung einzusetzen.

Doch nun treten weitere Probleme auf, wie ein FR-Leser berichtete, und zwar beim Kauf von Fahrscheinen für Fernzüge, zum Beispiel am Hauptbahnhof. Dabei dauere der Ladevorgang so lange, dass er den Fernzug mehrfach beinahe verpasst habe. Außerdem drucke der Automat nicht die gewünschte Streckenverbindung aus, sondern „irgendeine Quatschinformation“.

RMV-Sprecherin Vanessa Rehermann erklärte die Fehler so: Die längeren Ladezeiten hingen damit zusammen, dass „beim Verkauf von Fernverkehrsfahrkarten die Daten per Mobilfunk an die DB-Fernverkehrsschnittstelle übertragen werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von der Auslastung des Netzes ab.“ Langsames Netz bedeutet langsamer Kartenkauf.

Um den Kauf zu beschleunigen, solle es künftig eine neue Menüführung geben, die einen besseren Zugriff auf das Fernverkehrsmenü erlaube. Was das Ausdrucken der Reisepläne angehe, hätten Transdev und DB Vertrieb zugesagt, „dass die Ausdrucke ab Ende 2018 wieder vollständig ausgegeben werden“, berichtete sie.

Wenn ein Automat Wechselgeld behalte, könne es sein, dass Münzen klemmten oder Fremdkörper das Gerät verstopften, sagte die Transdev-Sprecherin. „Wir überwachen die Wechselgeldbestände täglich.“ Wer zu wenig Geld herausbekommen habe, könne sich telefonisch oder per E-Mail melden.

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