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Ein weißer Damhirsch mit Farbanomalie.

Weiße Hirsche in Osthessen

Weiße Hirsche sorgen für Aufsehen

Wenn Sie in Osthessen zwei weiße Hirsche sehen, dürfen sie ruhig ihren Augen trauen. Die Tiere sind sehr zahm. Woher sie stammen, ist noch unklar.

Zwei weiße Hirsche sorgen derzeit in Osthessen für Aufsehen. Die Tiere mit der ungewöhnlichen Fellfarbe wurden seit einigen Tagen immer wieder gesichtet, mehrere Medien berichteten darüber. Jetzt wird gerätselt, woher die Tiere stammen. Bei den Hirschen handle es sich nicht um Rot- sondern um Damwild, sagte Gerald Reiner von der Klinik für Wiederkäuer und Schweine in Gießen der Deutschen Presse-Agentur. Er hat die Bilder von den beiden weißen Hirschen gesehen.

Besonders an den beiden Junghirschen sei: „Die Tiere scheinen äußerst zahm zu sein. Denn sie weisen eine geringe Fluchtdistanz vor und lassen den Menschen nah an sich herankommen.“ Weiße Hirsche kommen auch im nordhessischen Reinhardswald vor. Allerdings handelt es sich bei ihnen um Rotwild und damit um etwas Besonderes. Ein spezielles Gen macht aus manchen von ihnen weiße Hirsche, wie Forscher der Uni Gießen herausgefunden haben. Damit sei der Bestand der weißen Tiere auch ohne Hilfe des Menschen gesichert, sagte Reiner. Denn auch Hirsche mit normaler Fellfarbe könnten im Reinhardswald weißen Nachwuchs bekommen.

Weiße Damhirsche dagegen seien hierzulande eigentlich keine Seltenheit, so Reiner. Die Art werde gerne in Wildparks und zur Fleischproduktion in Gattern gehalten werden. „Von dort müssen die Tiere entkommen sein“, vermutete Reiner. In der Regel gebe es deutlich mehr weiße Hirsche in der Zucht als in der Wildnis. Die weiße Farbe entstehe bei der Züchtung durch einen genetischen Effekt. „Der führt dazu, dass wenig von dem Farbstoff Melanin gebildet werden kann. Und das wiederum kann auch bewirken, dass die Tiere ruhiger werden“, sagte Reiner. (dpa)

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