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Weihnachtsumsatz in Hessen auf Rekordniveau

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Der hessische Handelsverband prognostiziert für Dezember gute Geschäfte. Das erste Adventswochenende war bereits erfolgreich. Doch nicht alle Händler sehen das so.

Der hessische Handelsverband (HVH) rechnet mit einem erneuten Umsatzanstieg im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Der Verband prognostiziert ein Wachstum von drei Prozent zum Vorjahr. Somit würden die Umsätze auf 8,8 Milliarden Euro allein im Weihnachtsgeschäft steigen.

Hessen liege damit im bundesweiten Trend, sagt Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des hessischen Handelsverbands. Erstmals sollen in Deutschland die Umsätze des Weihnachtsgeschäfts (November und Dezember) auf mehr als 100 Milliarden Euro steigen. Dementsprechend wachse auch der Onlineumsatz weiter an. Mit fast 15 Milliarden Euro macht er 15 Prozent des deutschlandweiten Weihnachtsgeschäfts aus.

Rhode berichtet, dass die Konsumneigung bei den Kunden gestiegen sei. Kombiniert mit einer stabilen Verbraucherstimmung ließe das auf ein gutes bevorstehendes Weihnachtsgeschäft schließen.

Bei einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung fand der hessische Verband heraus, dass jeder Verbraucher im Schnitt acht Personen beschenke. Durchschnittlich das meiste Geld (128 Euro) werde dabei für die Kinder ausgegeben. Auf Platz zwei folgt der Partner (110 Euro) und auf drei dann andere Familienmitglieder (65 Euro). Verschenkt werden in der Regel Gutscheine oder Geldgeschenke, gefolgt von Elektroartikel und Spielwaren.

Die Erhebung ergab zudem, dass viele Menschen häufig auch Lebensmittel verschenken. „Da spielen aber auch Lebensmittel mit herein, die an den Feiertagen als Festessen gegessen werden“, erklärt HVH-Präsident Jochen Ruths. Weitere beliebte Geschenke seinen Spielwaren, Bücher, Parfum und Kosmetik sowie Bekleidung und Elektronik.

Dass bereits das erste Adventswochenende umsatzstärker als im vergangenen Jahr war, liege unter anderem auch am Black Friday. Diesmal fiel das Datum des Freitags direkt vor den ersten Advent. Zwar spielen die großen Rabatte an jenem Tag im stationären Handel nicht so ein große Rolle. „Aber der Black Friday ist ein Signal für die Verbraucher, dass das Weihnachtsgeschäft losgeht“, sagt Ruths. Davon könnten auch Einzelhändler in den Städten und Kommunen profitieren. Die Bekanntheitszahlen des Tages steigen seit Jahren an. Fast jedem Onlineshopper sei der Name mittlerweile ein Begriff. Nichtsdestotrotz verzeichneten viele kleine Händler und der Innenstadthandel keine zufriedenstellenden Umsätze und Kundenfrequenzen in der Woche vor dem ersten Advent. Für die kommenden Wochen erwarten sich laut Umfrage aber mehr als 70 Prozent der Händler in Hessen gute oder sehr gute Geschäfte.

Die Erwartungen für 2020 sind noch verhalten. Die meisten Händler rechen mit einer unveränderten Geschäftslage im Vergleich zu 2019. Große Herausforderungen werden Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Personal und auch die Innenstädte sein. „Man darf den Verkehr in den Kommunen nicht abschneiden“, warnt Ruths. Dass Klimafragen und Nachhaltigkeit die Verbraucher umtreibe, merke man beim Kaufverhalten. So werde etwa im Schreibwarenhandel wieder zu Papierumschlägen für Bücher, statt zu Plastik gegriffen. Apropos: Viele Händler haben noch Tüten für 2020 geordert. Ein gesetzliches Verbot begrüße der Verband zwar grundsätzlich, hoffe aber auf eine Übergangsfrist.

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