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Weihnachtsstadt Wiesbaden: Bunte Sterne inklusive

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Von: Mirjam Ulrich

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Geschenke kann man in der Weihnachtsmarkthütte in der Kirchgasse einpacken lassen.
Geschenke kann man in der Weihnachtsmarkthütte in der Kirchgasse einpacken lassen. © Renate Hoyer

Besucherinnen und Besucher schätzen Atmosphäre in der „Weihnachtsstadt Wiesbaden“

Klack: Mit dem Hefttacker zwickt Luisa Reuter zwei Streifen rotes Gitterband zusammen. Dann zupft sie rasch zu einem Stern zurecht und legt ihn zu den anderen bunten Sternen vor sich auf den Tisch. Rechts und links davon liegen dicke Rollen Geschenkpapier. Die junge Frau packt im Luisenforum an einem Stand Geschenke ein. „Für mich ist das die ideale Arbeit, ich bastele eh gern“, sagt sie. Der kostenfreie Verpackungsservice zählt zu den Angeboten und Aktionen der „Weihnachtsstadt Wiesbaden“, die das Wirtschaftsdezernat organisiert hat.

Shahla Rahimi und Taha Saberhor lassen sich vier Weihnachtsgeschenke verpacken und verzieren. Sie packe sonst selbst ein, aber so schön könne sie es nicht, sagt die Elektroingenieurin Rahimi. Die Geschenke sind für die Kinder von Freunden, mit denen sie Weihnachten feiern werden. Die Vorfreude auf das Fest fällt den beiden in diesem Jahr jedoch nicht leicht. „Wegen der Situation im Iran“, erläutert Taha Saberhor – das Paar stammt dorther und lebt seit 2015 in Wiesbaden. „Wir versuchen dennoch, die Weihnachtsstimmung zu behalten und weiterzugeben.“

In der Weihnachtsmarkthütte auf der Kirchgasse packen die beiden Studentinnen Alina Beyer und Lorena Neubauer ebenfalls Geschenke ein. Noch herrscht dort kein Andrang. „Die meisten Leute kaufen noch ein oder sind auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs“, vermutet Alina Beyer. Sie bummelt selbst gern über Weihnachtsmärkte, in diesem Jahr schon sechs Mal. Neulich kam sie eigens mit ihrem Freund aus Langen nach Wiesbaden, weil sie Gutes über den Sternschnuppenmarkt gehört hatte. „Ich fand ihn sehr schön, er hat mehr Charme und ist nicht so überlaufen wie der in Frankfurt.“

Verpacken lassen

Das Programm zum Sternschnuppenmarkt sowie die Öffnungszeiten lassen sich herunterladen unter:

www.wiesbaden.de/weihnachten

Der Verpackungsservice wird im Advent donnerstags bis samstags von 13 bis 19 Uhr im Luisenforum an der Brücke zum Parkhaus und an der Weihnachtsmarkthütte vor dem Haus Kirchgasse 46 kostenfrei angeboten. Der Kaufbeleg muss vorgelegt werden.

Beim Gepäckaufbewahrungsservice an der Kirchgasse 18 können Gäste donnerstags bis samstags von 13 bis 20 Uhr kostenlos Taschen und Tüten abgeben. Kostenloses Busfahren ist an allen Samstagen auf allen RMV-Linien in Wiesbaden möglich.

Die Tourismusbahn „Thermine“ verbindet kostenlos freitags bis sonntags von 13 bis 16.30 Uhr den Sternschnuppenmarkt mit dem Kinder-Sternschnuppenmarkt und „Luisenplatz on Ice“. FR

Am Kinderkarussell auf dem Schlossplatz schaut Nico Gerbrecht aus Ingelheim zu, wie seine vierjährige Tochter auf einem Holzschimmel Runden dreht. Die Familie lebte acht Jahre in den USA – „acht Jahre lang ohne Weihnachtsmarkt“, sagt Gerbrecht. Er freut sich sehr, dass er das wieder erleben kann. „Die Atmosphäre, die Weihnachtsstimmung, es ist wie früher.“ Auch die Auswahl der Stände gefällt ihm sehr.

Im Foyer des Rathauses präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus der Region zeitgenössisches Kunsthandwerk wie Keramik, Schmuck, Hüte oder Textilien. Dass die Besucherinnen und Besucher der Verkaufsausstellung sich aufgrund der Inflation zurückhalten, hat die Künstlerin Eike Godmann bislang nicht festgestellt. „Ich glaube, die Leute sind sehr froh, sich nach zwei Corona-Jahren etwas Schönes zu gönnen.“ Godmann stellt Gartenkeramik her und gehört dem siebenköpfigen Organisationsteam an, das den 30. Kunsthandwerkermarkt mit Unterstützung des Wiesbadener Kulturamts organisiert hat. Die Gruppe lädt jedes Jahr auch Gäste aus anderen Gewerken und Regionen zu dieser Verkaufsausstellung ein.

Diesmal nimmt auch das Handwerkszentrum „Dunstan“ aus Winnyzja teil. Die Stadt mit gut 367 000 Einwohnern liegt in der Zentralukraine. Serhii Desiak verkauft handgefertigten ukrainischen Schmuck und Souvenirs. Der Erlös kommt den traditionellen Kunsthandwerkern von „Dunstan“ und kriegsbetroffenen Kindern zugute.

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