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Der Limburger Bischof Georg Bätzing.

Weihnachtsgottesdienste in Hessen

Bischöfe würdigen an Weihnachten selbstlose Hilfe und Nächstenliebe

Eine tragisch verlaufene Rettungsaktion und Empfehlungen für christliches Handeln im Alltag: Die Weihnachtsbotschaften der Bischöfe in Hessen beschäftigten sich mit einer großen Bandbreite von Themen.

Mit Appellen und Mahnungen haben sich die katholischen Bischöfe an Weihnachten an die Gläubigen in Hessen gerichtet. In ihren Botschaften rund um das Fest der Geburt Christi ging es um Nächstenliebe, Wahrheit und Hoffnung.

So würdigte der Limburger Bischof Georg Bätzing in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag das selbstlose Handeln eines 17-Jährigen, der im November in Frankfurt beim Versuch, einem auf die Gleise gestürzten Mann zu helfen, von einer S-Bahn erfasst und getötet worden war. „Was für eine Tragödie“, sagte Bätzing laut Mitteilung. Frankfurt gehört zum Bistum Limburg.

Als ein weiteres Beispiel für selbstlose Hilfe führte der Bischof die Rettung einer thailändischen Jugendgruppe an, die im Sommer bei einem Wassereinbruch in einer Höhle eingeschlossen worden war. Bei dem Versuch, den Jungen und ihrem Begleiter zu helfen, kam ein Rettungstaucher ums Leben. Später konnten die Jungen gerettet werden.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf rief in seiner Weihnachtspredigt dazu auf, keine Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen. „Für viele Menschen ist Wahrheit heute gefühlte Wahrheit, oder sie ist zurechtgemachte Wahrheit. Wahlen werden beeinflusst durch gefälschte Wahrheit“, sagte er laut Mitteilung.

Wahrheit als verwirklichte Gottes- und Nächstenliebe

Wahrheit sei verwirklichte Gottes- und Nächstenliebe. Die Lüge konzentriere sich nur auf den Eigennutz. „Zu oft kommt dies in den innerkirchlichen Debatten zu kurz.“ Weihnachten sei der Moment für eine persönliche Entscheidung zur Wahrheit oder zur Lüge.

Nicht nur der einzelne, auch die Kirche müsse sich entscheiden. „Wir stehen heute vor der erschreckenden Tatsache, dass es eine dunkle Seite dieser Kirche gibt.“ Das Licht Christi müsse neu in diese dunkle Zone hereingelassen werden. Zwischen Licht und Finsternis gebe es keinen Kompromiss. „Sünde und Schuld müssen ans Licht. Ich habe in den letzten Monaten neu gelernt, dass wir zu banalisierend über Sünde reden.“

Der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez hob bei seiner Predigt die diesjährige Adveniat-Spendenaktion als Beispiel für christliches Handeln hervor. „Hoffnung und Licht, Perspektiven und Chancen zu bringen, das gehört zu Weihnachten“, sagte er laut Manuskript. „Gott wurde einer von uns, damit wir Anteil am göttlichen Leben empfangen können - das ist die tiefste Botschaft von Weihnachten“, betonte Diez. Wie Gott sollten auch die Menschen den Worten Taten folgen lassen.

Die Liebe Gottes zeige sich daran, dass er für die Menschen Mensch geworden sei. Es gebe Taten, die durch das Denken allein nicht zu verstehen seien. Liebe sei nie berechnend. Die wirklich großen Dinge in der Geschichte der Menschheit seien nicht aus dem Denken heraus geschehen, sondern seien aus dem Herzen gekommen. (dpa)

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