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Kirstin Reiniger übernimmt von Horst Miltenberger die Leitung der Jugendhilfeeinrichtung in der Heimstättensiedlung.

Veränderung

Ein Zuhause für Kinder in Darmstadt, die Hilfe brauchen

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Eine neue Leiterin und ein neues Konzept in der Wohngruppe im Weihbischof-Guballa-Haus in Darmstadt.

Im Weihbischof-Guballa-Haus in der Darmstädter Heimstättensiedlung finden derzeit ein personeller Wechsel und ein Wechsel in der Belegung statt. Zum einen werden die bisherigen Bewohner der Einrichtung des Darmstädter Caritasverbands – unbegleitete minderjährige Ausländer – demnächst nach und nach ausziehen. Die neuen Bewohner werden Kinder und Jugendliche vor allem aus Darmstadt und Südhessen sein, die einen erhöhten Bedarf an Unterstützung und Hilfe haben.

Mit der konzeptionellen Neuausrichtung hat zudem Kirstin Reiniger zum Monatsbeginn die Leitung des Guballa-Hauses übernommen. Seit 2015 hatte sich Horst Miltenberger bei der Caritas um den Aufbau des Jugendhilfebereichs gekümmert. Er war in den vergangenen Jahren zugleich auch für die Leitung des Guballa-Hauses zuständig. Nach den Worten von Caritas-Direktor Ansgar Funcke war Miltenberger in gewisser Hinsicht als „Geburtshelfer des Jugendhilfebereichs“ im Einsatz gewesen und habe somit für die Caritas in Darmstadt „Pionierarbeit geleistet“.

In der stationären Wohngruppe können künftig bis zu neun Kinder und Jugendliche aufgenommen und von den sieben pädagogischen Fachkräften betreut werden. Die Kinder und Jugendlichen werden aufgenommen, weil sie aus ganz unterschiedlichen Gründen ihr Elternhaus verlassen mussten – sei es, dass die Eltern Betäubungsmittel nehmen, alkoholkrank sind oder weil sie aus anderen Gründen Hilfe benötigen. Nach Einschätzung der Jugendämter in der Region gibt es einen Bedarf für eine solche Einrichtung. Die Caritas sieht sich im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe jedoch als Nischenanbieter, wie Caritas-Direktor Funcke sagt. Der Fachbereich wird in diesem Jahr weiter wachsen, wenn voraussichtlich zum Ende des Jahres eine zweite Wohngruppe im Josefshaus in Mörlenbach (Kreis Bergstraße) eröffnet wird. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die geplanten Bauarbeiten termingerecht ausgeführt werden.

Auch im Josefshaus werden neun Plätze und ein Verselbstständigungsbereich über zwei Etagen zur Verfügung stehen. Auch für diese Einrichtung wird Reiniger verantwortlich sein.

Nach dem geplanten Auszug der inzwischen volljährigen jungen Männer aus Afghanistan, Eritrea und Marokko, die gelernt haben, ihr Leben selbst zu organisieren, können im Guballa-Haus zwölf bis 18-jährige Mädchen und Jungen „ein neues Zuhause und einen Schutzraum finden, in dem sie sich geborgen fühlen“, sagen Miltenberger und Reiniger.

Wenn es in Familien zu viele Konflikte gebe, könne es erforderlich sein, dass Kinder und Jugendlichen eine Auszeit aus der Familie bräuchten. Kinder, die etwa bei Alkoholabhängigkeit oder einer psychischen Erkrankung der Eltern in zu belasteten Situationen aufwachsen, benötigen laut Caritasdirektor Funcke für eine gewisse Zeit „eine Alternative zum eigenen Zuhause“.

Das Netzwerk an Beratungsangeboten, das der Darmstädter Caritasverband in den Bereichen Psychiatrie und Suchtbehandlung aufgebaut hat, soll bei der Weiterentwicklung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe auch genutzt werden, um den Kindern und Jugendlichen, die betreut werden, „Hilfe aus einer Hand anzubieten“, so Funcke. Neben den neun Plätzen in der stationären Wohngruppe stehen im Guballa-Haus auch noch zusätzlich zwei Notfallplätze zur Verfügung.

Die neue Einrichtungsleiterin Reiniger ist Diplom-Sozialarbeiterin. Sie arbeitet seit mehr als zwölf Jahren beim Caritasverband Darmstadt. Bisher war sie zuständig für Qualifizierungskurse in der Kindertagespflege und die Vermittlung und Begleitung von Kindertagespflegepersonen im Kreis Bergstraße. Diesen Bereich wird sie auch nach Übernahme der neuen Aufgabe weiter verantworten.

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