Von kommenden Montag an bieten die Rüsselsheimer Opelvillen online Mal- und Bastelideen für Kinder an.

Rüsselsheim

Wegen Coronavirus: Opelvillen in Rüsselsheim bieten erweitertes Onlineprogramm

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Opelvillen in Rüsselsheim bieten ein erweitertes Onlineprogramm mit kreativen Ideen für Kinder an.

In schwierigen Situationen werden Menschen kreativ, auch und gerade die, die sich schon in „normalen“ Zeiten mit Kunst und Kultur beschäftigen. Wie alle Museen bundesweit bleiben die Rüsselsheimer Opelvillen bis auf weiteres geschlossen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Und wie immer mehr Häuser in der Region hat auch die Kunst- und Kulturstiftung ihr Onlineangebot erweitert, um die Zeit, in der Ausstellungen, Konzerte, Theater und Kino live nicht zu erleben sind, digital zu überbrücken.

Einige Angebote stünden schon auf der Homepage der Opelvillen bereit, an anderen werde noch gearbeitet, sagt Beate Kemfert, Kuratorin und Stiftungsvorstand, auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau. „Nach und nach wird es Interviews mit Künstlern online geben und es soll jeweils ein ‚Bild der Woche‘ präsentiert werden.“ Außerdem wird von kommendem Montag an ein spezielles Programm für Kinder abrufbar sein. „Wir haben uns überlegt, was wir tun können, um Kinder kreativ bei Laune zu halten und auch die Eltern zu entlasten“, sagt Kemfert.

Die eigentlich bis 14. Juni laufende Ausstellung „Liebesgrüße aus Havanna – Zeitgenössische kubanische Kunst im internationalen Kontext“ wird in den nächsten Wochen mit einem erweiterten digitalen Angebot online und kostenfrei zugänglich sein. So lädt zum Beispiel ein Kurzfilm zu einem virtuellen Gang und Ausflug in die Schau „Liebesgrüße aus Havanna“ ein. Auch ein Besuch der monatlichen „Kunstpause“ mit Kuratorin Beate Kemfert ist nun online möglich. Am gestrigen Donnerstag hätte sie regulär stattgefunden, nun gibt es die „Kunstpause“ als Onlineführung, in der näher auf die Fotoserie „La espera“ von Humberto Díaz eingegangen wird. Ferner geben kubanische Künstlerinnen wie Glenda León exklusiv Einblicke in ihr Schaffen.

In wenigen Tagen, vom 23. März an, können sich dann Kindergarten- und Schulkinder pfiffige Ideen und Bastelanleitungen von der Homepage der Opelvillen holen. Die neue, digitale Form der Kulturvermittlung entsteht im heimischen Umfeld von Yellah Niehaves. Die Kunstgeschichtsstudentin diskutiert zu Hause mit ihren drei Kindern im Alter von drei, acht und zehn Jahren die aktuellen Ausstellungsinhalte und Exponate.

Viele kubanische Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit einfachen Gegenständen aus dem Alltag, zum Beispiel mit Bällen oder Orangen. Wegwerfartikel werden „upgecycelt“, also wiederverwendet. Auch die Niehaves gingen auf die Suche danach.

Geplant sind wöchentliche Beiträge mit Stationen zum Nachbasteln, „wie bei einem Kochrezept“, sagt Beate Kemfert. Als erste Folge ist ein Kreativangebot zum Werk „Mar interno“ („Binnenmeer“) von Glenda León zu sehen. Mit Pappe, Sand, Wasserfarben, Klebstoff und anderen Materialien soll eine individuelle „Auszeit am Meer“ entstehen. Und wer könnte die jetzt nicht gebrauchen?

Weitere Angebote

Historisches Museum Frankfurt:Eigentlich sollte am gestrigen Donnerstag die große Sonderausstellung „Kleider in Bewegung – Frauenmode seit 1850“ im Historischen Museum in Frankfurt eröffnet werden. Nun ist die bis zum 19. Juni angesetzte Schau laut Museum in einen „Dornröschenschlaf“ versetzt worden und wartet „eingepackt und abgedunkelt“ auf einen neuen Termin. Bis dahin gibt es über die Social-Media-Kanäle und im Blog des Historischen Museums viel zu entdecken: Seit 2017 hat das Museum rund 5000 Objekte digitalisiert, die über die „Sammlung Online“ erkundet werden können. Als interaktives digitales Angebot hat das Stadtlabor mit „Stadtlabor Digital“ ein Onlineprojekt initiiert, auf dem von Nutzern produzierte Beiträge – Fotos, Filme, Audiobeiträge – gesammelt und geteilt werden. Auch über die Social-Media-Kanäle können Interessierte hinter die Kulissen schauen und sogar Einblicke in die Ausstellung „Kleider in Bewegung“ gewinnen. Ein weiteres digitales Angebot ist der Multimedia-Guide, der als Web-App frei zugänglich ist und mit dem das Historische Museum über Bilder und Tonaufnahmen in einem virtuellen Rundgang zu entdecken ist.
historisches-museum-frankfurt.de

Open-World-Halle Rodgau:Für das Open-World-Team wird Corona „vieles verändern, aber letztlich ist es die Kultur, die alles zusammenhält und uns die Kraft für die notwendige Solidarität gibt“. Initiator Marcel Theobald meint, „Corona kommt und geht auch wieder. Jetzt zeigt die Rodgauer Musikszene, dass sie in Form bleibt und wartet, bis die Besucher wiederkommen“. Die Band Atrio wird am Samstag, 22. März, 20 Uhr, ein Konzert geben, das via Livestream zu erleben ist.  www.openstage-rodgau.de 

Landesmuseum Wiesbaden:Einen kostenlosen virtuellen Ausstellungsrundgang im Landesmuseum Wiesbaden kann man über die kostenlos im App-Store und Google-Play-Store erhältliche Wiesbaden-App machen.
www.museum-wiesbaden.de

Städel-Museum Frankfurt:Das Städel-Museum in Frankfurt bietet zahlreiche digitale Angebote, mit denen es virtuell besucht werden kann.
www.staedelmuseum.de

Kunsthalle Schirn Frankfurt:Die Schirn kann via Podcast und Youtube ebenfalls besucht werden.
www.schirn.de

Deutsches Filmmuseum Frankfurt:Als eines der ersten Museen hat das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum auf sein digitales Angebot hingewiesen.
www.dff.film

Von Meike Kolodziejczyk

Die durch das Coronavirus hervorgerufenen Krise trifft den Kulturbereich besonders hart. Hessens Kulturministerin Dorn sagt Unterstützung aus einem Milliardenprogramm des Landes zu. Es gibt allerdings Krach über die Umsetzung der Schuldenbremse.

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