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Dieses Kleinflugzeug hatte im Oktober auf der Wasserkuppe drei Passanten getötet.

Flughafen Rhön

Flugplatz auf der Wasserkuppe darf nach tödlichem Unfall Betrieb aufnehmen

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel genehmigt den Betrieb aber nur unter Auflagen.

Nach dem tödlichen Flugunfall auf der Wasserkuppe im Herbst 2018 gestatten die Behörden dem Flugplatz unter Auflagen die Wiederaufnahme des Betriebs ab dem Frühjahr. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel vereinbarte in der Winterpause mit dem Flugplatzbetreiber weitere „Optimierungsmaßnahmen“, wie das RP als zuständige Luftfahrtbehörde am Freitag mitteilte.

Bei dem Unglück war im Oktober ein Leichtflugzeug über die Landebahn hinausgerast und hatte eine Frau und ihre beiden Kinder getötet. Der Pilot hatte versucht, nach einem Landeversuch durchzustarten, was ihm aber nicht gelang. Die Maschine durchbrach eine Schranke und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg.

Um solche Unglücke zu verhindern, soll Piloten klarer signalisiert werden, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu landen und sicher auszurollen. Zudem werden zwei Fangzäune errichtet, die Maschinen im Notfall abbremsen sollen. Besonders bedeutsam sei aber, dass ortsfremde Piloten motorgetriebener Luftfahrzeuge vor einer ersten Landung auf Hessens höchstem Berg künftig ein verpflichtendes Training mit einem Fluglehrer absolvieren müssen, der mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist.

Diese Regeln würden in den kommenden drei Jahren auf ihre Eignung und Wirksamkeit hin überprüft, berichtete das RP. Der Flugbetrieb könne aufgenommen werden, sobald die Auflagen erfüllt seien.

Die Unfallursache ist noch immer unklar. Zwar liege mittlerweile ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vor. „Doch das ist keine rechtliche Bewertung, nur eine Auflistung von Fakten“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda, Harry Wilke, am Mittwoch. Man warte weiter auf das endgültige Ergebnis. (dpa)

Der Zwischenbericht lässt den Schluss zu, dass die einmotorige Cessna zum Zeitpunkt des Unfalls überladen war. Das muss laut Staatsanwaltschaft aber nicht die Unglücksursache sein: Selbst wenn sich das im Abschlussbericht bestätigen sollte, seien weitere Gutachten nötig, um eine Kausalität zum Unglück herzustellen. Wann der Abschlussbericht vorliegen wird, ist offen.

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