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Wasser aus der Quelle und vom Dach

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Im Brunnen vor der Orangerie kommt die Wasserleitung an, durch die das Wasser von der Quelle des Schlosses aus Oberstedten bis in den Park fließt. Christiane Paiement-gensrich
Im Brunnen vor der Orangerie kommt die Wasserleitung an, durch die das Wasser von der Quelle des Schlosses aus Oberstedten bis in den Park fließt. Christiane Paiement-gensrich © cg

BAD HOMBURG So trotzt das Gärtner-Team im Schlosspark der Trockenheit

Die Wiese im Inselgarten hat große braune Flecken bekommen. Aber im Obergarten vor der Orangerie blühen wunderschön bunte Dahlien. Zumindest hier läuft nachts, wie auch bei den Teppichbeeten, die computergesteuerte Beregnungsanlage. Auch die Pflanzen im Rondell unten in Goethes Ruh werden bewässert. Die Hitze macht den Pflanzen Durst. Und der Schlosspark hat zum Glück eine eigene Quelle - in Oberstedten. "Wir haben das Wasserrecht aus der Landgrafenzeit und daher auch ein Wasserwerk", erklärt Chef-Schlossgärtner Peter Vornholt.

Schon seit 1700 würden Schloss und Park mit diesem Wasser versorgt. Allerdings bekomme das Schloss inzwischen das in Dienstwohnungen und Büros benötigte kühle Nass von der Stadt. "Vor rund zehn Jahren haben wir umgestellt. So müssen wir unser Quell-Wasser nicht mehr zu Trinkwasser aufbereiten, und es steht vollständig für den Park zur Verfügung."

Trotzdem müssen die Gärtner haushalten. Der Brunnen im Schlosshof wird derzeit nicht mehr gefüllt. Und der Springbrunnen im Park vor der riesigen Zeder ist ebenfalls trocken. "Dort versickert zu viel Wasser", erklärt Vornholt. Das Becken sei undicht und müsse saniert werden. Auch Rasenflächen, wie die im Inselgarten, werden derzeit ihrem Schicksal überlassen. Aber die Blumenbeete, die wertvollen alten Bäume, der Obstgarten und neu gesetzte Pflanzen würden nach wie vor gegossen. "So erhalten wir im Park ein Kleinklima für die Bürger." In Innenstädten, wo Bäume fehlten, werde es sehr heiß. Das Grün sei existenziell, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen.

DEN BODEN AUFLOCKERN

Eine alte Gärtner-Regel lautet: "Einmal hacken erspart dreimal gießen." Chef-Schlossgärtner Peter Vornholt erklärt: "Wer Pflanzen in Beeten oder Pflanzkübeln gießt, sollte danach die Erde auflockern." Lockere Erde nehme Wasser besser auf und die Wasserverdunstung werde herabgesetzt. "Früher wurden die Felder nicht nur wegen des Unkrauts gehackt, sondern auch, um die Verdunstung des Bodenwassers zu verringern." Ein weiterer Tipp dreht sich um den Rasen. Wenn dieser nach der Trockenheit wieder fit gemacht werden soll, hilft es, eine dünne Schicht - möglichst gesiebten - Kompost gleichmäßig auf dem Rasen zu verteilen. "Das hält das Wasser besser im Boden und bringt nützliche Mikroorganismen in den Rasen. Der Kompost sei "die Spardose des Gärtners". cg

Erstaunlich: "Das Wasser aus Oberstedten kommt mit einem Druck von 6 Bar im Brunnen vor der Orangerie an, ganz ohne Pumpe." Der Grund: "Oberstedten liegt genauso hoch wie die Spitze des Schlossturms." Durch das System kommunizierender Röhren schieße das Wasser daher sogar den Hügel, auf dem das Schloss steht, hinauf.

Nachts um 22 Uhr wird dann die Beregnungsanlage per Zeitschaltuhr in Gang gesetzt. "Das geht bis 5 Uhr früh", sagt Vornholt. Eine Pumpe dafür sei im Orangerie-Brunnen installiert. Je nach Pflanze und Bedarf werde nach und nach immer wieder ein anderer Bereich bewässert. Zusätzlich führen gelbe Schläuche von der dem Teich zugewandten Schlossfassade nach unten zu den alten Bäumen. Die Leitungen sind an den Regenfallrohren befestigt. Hier zapfen die Schlossgärtner nämlich bei Regen Wasser ab, das vom Schloss-Dach kommt. Am Fuß anderer Bäume, wie der stattlichen Flügelnuss und der Eiche an den Rändern des Inselgartens, wurde zudem altes Laub ausgebreitet. Das verrottet zu Humus und hält den Boden feucht. Jüngere Bäume unterdessen werden über Wassersäcke gegossen, die ihren Stamm umschließen. "In den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung hilft ihnen das", erklärt Vornholt. Danach müssten die Säcke entfernt werden, damit die Bäume lernten, ohne die regelmäßige Wasserration zurechtzukommen.

Und der Schlossteich? Die Zuflüsse sind trocken, und das Wasser wird immer weniger und sicher auch immer wärmer. Die Lösung: "Vor einigen Jahren haben wir Kisten mit Seerosenpflanzen im Teich versenkt." Inzwischen nehmen die Gewächse rund ein Viertel des Teichs ein und versorgen ihn mit Sauerstoff, so dass er trotz Hitze nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

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