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DeutscheWeihnacht1917_Museu
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Mehr als 40 Jahre lang fotografierten Anna und Richard Wagner sich an Heiligabend, hier frierend 1917.

Dreieich

Warum der Lockdown das Dreieich-Museum besonders hart trifft

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Corona und die Folgen: Das private Museum in der Burg Hayn in Dreieich muss schon auf die zweite fertige Ausstellung verzichten.

Weihnachten im Museum hat in Dreieich inzwischen Tradition: Corinna Molitor, die Leiterin des Museums in der historischen Burg Hayn, beschäftigte sich schon mit anspruchsvollen Themen wie den Miniaturwelten des in Dreieich aufgewachsenen Karikaturisten Frank Kunert oder beleuchtete anhand seltener Exponate Weihnachten in der NS-Zeit.

Und auch in diesem Jahr hätte Molitor für die Adventszeit eine höchst interessante Schau zu bieten. Denn ein Berliner Museum hat ganz besondere historische Fotos nach Dreieichenhain verliehen, angefertigt von einem Berliner Ehepaar, das im Jahr 1900 geheiratet hatte und sich bis 1945 an jedem Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum fotografierte. Diese Fotos von Richard und Anna Wagner erzählen auf besondere, nachdenkliche Weise von bescheidenem Wohlstand, bitterer Not, einem sich nur ganz allmählich wandelnden Geschmack und der großen Geschichte, die das Leben dieser kleinen Leute überschattete: Inflation, Drittes Reich, Weltkriege.

Nun hängt die Ausstellung zwar schon seit Wochen an den Wänden, Besucher:innen haben sie aber nicht zu Gesicht bekommen, weil kurz vor der Eröffnung der zweite Lockdown beschlossen wurde. Den deutschen Museen wurde übrigens erst mit einem Tag Verspätung mitgeteilt, dass auch sie schließen müssen – bei der ersten Bekanntgabe hatte man sie schlicht vergessen.

Kinder-Mitmach-Ausstellung fiel aus

„Ich war nicht sehr optimistisch, dass wir im Dezember wieder öffnen dürfen“, sagt Molitor, die wie ihre Kolleginnen aktuell in Kurzarbeit ist. Für das Museum ist es bereits die zweite aufwendige und auch teure Ausstellung, die so ins Wasser fällt. Im Frühjahr musste die Kinder-Mitmach-Ausstellung „Lumpen, Ruß und Tintenklecks“ nach nur wenigen Tagen dichtmachen. Und die jetzige Weihnachtsausstellung wird im Januar niemand mehr sehen wollen. „Das ist wirklich bitter“, bedauert Molitor. Zumal die Prospekte und Plakate längst gedruckt sind und nun gar nicht verwendet werden können.

Dadurch fehlen dem Museum Einnahmen aus Spenden der Besucher:innen. „Davon leben wir“, sagt die Museumsleiterin. Zudem muss der Träger, der Geschichts- und Heimatverein Dreieichenhain, in diesem Jahr fast komplett die Einnahmen aus den Vermietungen der ihm gehörenden beliebten Burg für Hochzeiten und Feste verzichten – die Corona-Pandemie hat auch hier die Planungen Makulatur werden lassen. Eine staatliche Entschädigung für den Ausfall gibt es nicht.

„Ich bin aber froh, dass der Verein zum Museum steht“, sagt Molitor. „Das hilft uns sehr.“ Das Team ist außerdem kreativ: Dreieichenhainer Weihnachtskarten und den von den museumseigenen Bienen gesammelten Honig verkauft es aus dem Fenster. Und Molitor ist zuversichtlich, dass sie die beiden Ausstellungen im nächsten Jahr nachholen kann, wenn Corona Geschichte ist. Dann müssten sie und ihr Team auf den Plakaten und Faltblättern nur das Datum überkleben.

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