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Die Oberleitungen der Bahn haben sich als anfällig erwiesen.

Verkehr

Wartungsintervalle ausgereizt

Pro Bahn hält die Oberleitungen für teils marode – die Bahn sieht es jedoch anders.

Gerissene Bahn-Oberleitungen als Ursache für Störungen im Zugverkehr wie jüngst in der Nähe von Frankfurt sind nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn auf eine marode Infrastruktur zurückzuführen. „Die sind in die Jahre gekommen. Da ist Verschleiß da“, sagte der hessische Landesvorsitzende Thomas Kraft am Donnerstag. „Die Intervalle der Wartungen werden ausgereizt. Gewartet wird nur, was absolut notwendig ist.“ Mit dem Winterwetter würden die Probleme nicht zusammenhängen.

Für die Bahn greift die Erklärung zu kurz. „Es kann verschiedene Ursachen geben. Es kann kalt gewesen sein oder ein Fahrfehler“, sagte Julia Katzenbach-Trosch, Sprecherin S-Bahn Rhein-Main.

Aufgrund einer kaputten Oberleitung war am Mittwoch ein ICE zwischen dem Frankfurter Flughafen und Mainz stehen geblieben. Der Abschnitt zwischen Kelsterbach und Rüsselsheim blieb über Stunden in beide Richtungen gesperrt. Ausfälle, Verspätungen und Umleitungen gab es auch im S-Bahn- und Regionalverkehr. Die Zugstrecke war am Donnerstagmorgen wieder frei, die gerissene Oberleitung bei Raunheim wieder repariert.

Bereits am Montag hatte eine Regionalbahn bei ihrer Fahrt zwischen den westlichen Frankfurter Stadtteilen Höchst und Nied die Oberleitung auf einer Länge von 600 Metern heruntergerissen. Rund 250 Reisende mussten in einen Ersatzzug umsteigen. Zahlreiche Verbindungen waren betroffen.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) forderte zuletzt von der Bahn ein besseres Störungsmanagement. Marode Anlagen oder Technik müssten rechtzeitig ausgetauscht werden, damit sie nicht im laufenden Betrieb versagten, sagte Geschäftsführer Knut Ringat am Dienstag. (dpa)

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