Auf der Friedberger Landstraße stadteinwärts stehen die Pendler in ihren Autos im Stau.

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Wartende Kunden in Rhein-Main aufgeklärt

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In Offenbach hilft eine Privatperson aus. Die Apps arbeiten nicht aktuell.

Eine ältere Frau hat am Dienstagmorgen an der Bushaltestelle der Linie 101 am Offenbacher Marktplatz kurzerhand das Heft in die Hand genommen. Sie erzählt allen Wartenden, dass wegen des Streiks kein Bus zu erwarten sei. Sie hatte sich bei der Telefonhotline des RMV informiert. „Ich bin Griechin, ich muss bei so was mit einem Menschen reden“, sagt sie und lacht.

Das war eine gute Idee: Denn an Bushaltestellen ohne elektronische Fahrgastinformation sind die Leute auf ihre Handy-Apps angewiesen – und die zeigen nicht immer die Realität. Die RMV-App zum Beispiel hat zwar allgemeine Infos zum Streik parat, zeigt die einzelnen Busse am Dienstagfrüh aber dennoch als „pünktlich“ an. Auch wenn sie nie kommen. Denn auch in Offenbach stand gestern der Busverkehr komplett still. Nur der Schülerverkehr konnte sowohl in den Morgen- als auch in den Mittagsstunden laut einem Sprecher der Busbetriebe aufrechterhalten werden.

Auch für die Stadt Darmstadt und die Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau bedeutet der Streik nach Auskunft der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation, dass die meisten Buslinien „bis auf weiteres nicht fahren“. Betroffen sind die Stadtbuslinien in Darmstadt sowie einzelne Buslinien im Landkreis Darmstadt-Dieburg und im Kreis Groß-Gerau. Auch der vom Darmstädter Nahverkehrsunternehmen Heag mobilo betriebene „Airliner“ fährt nicht zum Frankfurter Flughafen. Allerdings wurde die Verbindung in der App der Deutschen Bahn am Dienstag ohne Einschränkung angezeigt.

In Hanau waren die Bussteige am zentralen Busbahnhof am Freiheitsplatz voller wartender Menschen. Die größte Anzeigetafel und kleinere Tafeln zeigten die vielen langen Wartezeiten – oft 40 Minuten und mehr – auf den Linien, die noch bedient wurden. Darunter lief die Information, dass die Buslinien der städtischen Hanauer Straßenbahn (HSB) 1, 3, 7, 9, 11, 12 ausfielen und die Linien 2, 4, 5, 6 und 10 stark eingeschränkt seien. Die gewerkschaftlich organisierten Fahrer der HSB waren in einen Solidaritätsstreik getreten.

Vom Streik betroffen waren auch Busse der Stadtverkehr Maintal GmbH und viele privat betriebene Linien, etwa die Expressbuslinie X57, MKK-61, MKK-72 und MKK-83. Und damit fast alle Linien und umliegenden Kommunen, etwa Erlensee. „Scheiße“, fände sie das, sagte eine HSB-Kundin am Freiheitsplatz. Den Busfahrern mache sie allerdings keinen Vorwurf. Schuld seien „die Bosse“ und die Gewerkschaft. Sie könne die Forderung nach höheren Löhnen nachvollziehen, aber das gehe zu weit. Im RMV-Kundenzentrum waren neben Klagen über die Einschränkungen auch solche zu hören, dass Verluste bei Zeitkarten nicht erstattet würden und man wegen des unbefristeten Streiks und der offenbar recht kurzfristigen Festlegung der noch fahrenden Linien gar nicht planen könne.

Aktuelle Informationenaus Offenbach gibt es auf der Seite www.offenbach.de/busfahrerstreik. In Darmstadt informiert Heag mobilo über alternative Verkehrsangebote unter heagmobilo.de/de/Streik2019, in Hanau die HSB: www.hsb.de.

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