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Landgericht

Warten auf des Feuerteufels Mutter

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Die Angeklagte erscheint nicht zur eigenen Berufungsverhandlung, damit gilt die vom Landgericht angeordnete Haftstrafe. Diese muss die Frau jedoch nicht mehr absitzen.

Die Mutter des Feuerteufels taucht zu ihrer Berufung nicht auf. Diese wird daher am Donnerstagmorgen vom Landgericht verworfen. Damit gilt das Urteil des Landgerichts, das die Mutter des Feuerteufels im Juni 2013 wegen Betrugs und Untreue zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt hatte, die die Frau aber nicht mehr absitzen muss. Und das kam so:

Im Jahr 2004 treibt es die heute 57 Jahre alte Frau allzu dolle. Einem Schönheitschirurgen bleibt sie 7700 Euro für eine Brustoperation schuldig. Zudem mietet sie in Frankfurt mindestens 16 Wohnungen an, ohne für diese jemals Miete oder Kaution zu bezahlen – was sie nicht daran hindert, die Buden weiterzuvermieten.

2007 soll ihr deshalb der Prozess gemacht werden, zu dem sie aber nicht erscheint. Sie landet deshalb in U-Haft. Dort täuscht sie ein Unwohlsein vor, wird ins Bürgerhospital gebracht und flieht dort aus dem Toilettenfenster. Mit ihrem damals 25 Jahre alten Sohn setzt sie sich nach Los Angeles ab, wo sie unter dem Namen „Doctor Anabell“ Tantra-Massagen feilbietet. Bis sie wegen des deutschen Haftbefehls in Auslieferungshaft landet.

Ihr Sohn dreht daraufhin durch und fackelt um die Jahreswende 2011/12 halb Hollywood ab. Unter anderem werden das Kodak Theatre und das ehemalige Haus des Doors-Sängers Jim Morrison ein Raub der Flammen. Die mittlerweile in Deutschland einsitzende Frau ist plötzlich eine zumindest lokale Berühmtheit und wird zur „Mutter des Feuerteufels von Hollywood“.

Sie kreischt, brüllt, zetert

Im Mai 2013 hat sie vor dem Frankfurter Amtsgericht einen denkwürdigen Auftritt. Sie kreischt, brüllt, zetert, keift, randaliert und wird im Juni zu drei Jahren verurteilt, von denen damals schon klar ist, dass sie die nicht antreten muss: Sie hatte bereits zwei Jahre und sieben Monate in Untersuchungs- und Auslieferungshaft verbracht und damit das Strafmaß schon beinahe übererfüllt. Natürlich geht sie dennoch in die Berufung.

Vor dem Landgericht bleibt es am Donnerstagmorgen sehr still, was bedeutet, dass die Mutter des Feuerteufels nicht erschienen ist. Dem Gericht hat sie nichts mitgeteilt, dafür hatte sie am frühen Morgen ihren Verteidiger angerufen und ihm Folgendes wissen lassen: Sie leide an einer sehr schlimmen Krankheit, die sie nicht näher benennen wolle, was auch für das Krankenhaus gälte, in dem sie sich zur Zeit befände. Ein Attest könne sie nicht besorgen. Sie fordere zudem die zeitliche Verschiebung des Verhandlungstermins sowie die räumliche an ihren neuen Wohnort Berlin. Zudem wolle sie einen anderen Verteidiger haben.

So weit kommt’s noch, sagt das Landgericht, verwirft die Berufung und brummt deren Kosten der Mutter des Feuerteufels auf.

Ihrem Sohn wird derzeit in den USA der Prozess gemacht. Ein Urteil wird möglicherweise noch diese Woche fallen. Den Sohn könnte eine Freiheitsstrafe im oberen zweistelligen Bereich erwarten.

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