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Ein Forstarbeiter fällt eine Kiefer, die in Folge von Trockenheit und Pilzbefall abgestorben ist.

Forst

Hessen: Wald soll nicht zur Wüste werden

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Gewerkschaften verlangen Investitionen für Forst, Wohnungsbau, Straßen und Brücken.

Die Gewerkschaften bangen um den Wald. Die Dürre, die Stürme und der Borkenkäfer hätten dem Forst so zugesetzt, dass massiv aufgeforstet werden müsse, sagte Claudia Mävers von der IG Bau am Dienstag in Wiesbaden. Mindestens 20 Millionen Bäume müssten angepflanzt werden – allein um den Verlust in diesem Jahr auszugleichen.

„Wir brauchen Personal, um diese Aufforstung zu begleiten“, betonte die Försterin und Gewerkschafterin. Es brauche zehn bis 15 Jahre Arbeit, ehe neu gepflanzte Bäume gedeihen könnten. Deswegen müsse der Personalabbau beim Landesbetrieb Hessenforst sofort gestoppt werden, verlangte Mävers.

Stattdessen würden 200 Stellen zusätzlich benötigt. Das mache ein Personalbudget von weiteren zehn bis zwölf Millionen Euro im Jahr erforderlich. Sie werde „wütend“, wenn dagegen die Schuldenbremse ins Feld geführt werde, die ein nachhaltiges Wirtschaften des Landes sicherstellen soll. „Wenn wir den nachfolgenden Generationen Wüsten statt Wälder hinterlassen, dann sind das Schulden in riesigen Dimensionen“, urteilte Mävers.

Nicht nur in diesem Bereich fordern die Gewerkschaften zusätzliche Investitionen. Auch für den sozialen Wohnungsbau, für Schulen und Hochschulen, Straßen und Brücken müsse das Land deutlich mehr Geld ausgeben, verlangten Michael Rudolph und Kai Eicker-Wolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Lob für Koalitionsvertrag

Dabei stimmte der hessische DGB-Vorsitzende Rudolph dem schwarz-grünen Koalitionsvertrag voll zu, was selten vorkommt. Dort heißt es: „Zukunftsinvestitionen sind eine zentrale Voraussetzung für gute Lebensgrundlagen für alle Menschen in Hessen. Die Koalitionspartner werden daher die Investitionen auf Landesebene weiter erhöhen und auch für die kommunalen Ebenen zusätzliche Investitionsmittel zur Verfügung stellen.“

CDU und Grüne müssten diese selbst formulierten Ziele nun politisch umsetzen, forderte Rudolph. Der finanzpolitische DGB-Referent Eicker-Wolf beklagte, dass Hessen seit Jahren weniger Geld pro Einwohner investiere als die anderen Bundesländer. Der DGB hält es für falsch, dass das Land in den Jahren mit guten Steuereinnahmen Schulden abbezahlt hat und dies auch in diesem Jahr tun will. Das Geld solle besser für Investitionen aufgewandt werden, urteilte Eicker-Wolf.

Hessen zahlt Jahr für Jahr auch beträchtliche Summen in den Länderfinanzausgleich ein, von dem ärmere Bundesländer profitieren. 2018 war Hessen mit 1,6 Milliarden Euro nach Bayern und Baden-Württemberg das Land mit den höchsten Einzahlungen. Im ersten Vierteljahr 2019 überwies Hessen nach Angaben des Finanzministeriums bereits 718 Millionen Euro und lag damit nur noch hinter Bayern. Die Pro-Kopf-Belastung sei in Hessen sogar am größten, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

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