Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In Offenbach wird viel gebaut - wie hier am Kaiserleikreisel. Foto: Christoph Boeckheler
+
In Offenbach wird viel gebaut - wie hier am Kaiserleikreisel.

Bundestagswahl 2021

Wahlkreis 185: Offenbach ist arm dran

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

Die Zuwanderungsstadt Offenbach nimmt im prosperierenden Wahlkreis 185 einen Sonderstatus ein. Die Kommune im Porträt.

Offenbach ist die namensgebende Kommune für den Wahlkreis 185, zu dem außerdem Dietzenbach, Dreieich, Egelsbach, Heusenstamm. Langen, Mühlheim am Main, Neu-Isenburg und Obertshausen gehören. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, auch weil sich viele die teuren Mieten in Frankfurt nicht mehr leisten können. Im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr 2017 um rund 5000 Menschen auf 140 000.

Den Rotstift ansetzen, Nullrunden bei Stellenbesetzungen und kein Spielraum für Investitionen: Das ist die bittere Realität für die Offenbacher Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Der neueste Rückschlag, 15 Millionen Euro weniger aus dem Kommunalen Finanzausgleich (KFA), trifft die klamme Kommune hart, die so sehr hofft, irgendwann eine normale Stadt zu werden.

Die Realität ist: Offenbach ist strukturell unterfinanziert. „Die Stadt bekommt wesentliche Ausgaben, zu denen sie aufgrund von Bundes- und Landesgesetzen insbesondere im Bereich Jugend und Soziales verpflichtet ist, zwar zu größeren Teilen als früher, aber immer noch nicht vollständig erstattet“, erklärt Kämmerer Martin Wilhelm (SPD). Der KFA sei nicht in der Lage, diese Unterfinanzierung aufzufangen, da man weiterhin einen zu großen Teil dieser gesetzlich geforderten Ausgaben selbst erwirtschaften müsse, um die Pflichtaufgaben zu erfüllen.

Das sind zum Beispiel diejenigen, die nach dem Sozialgesetzbuch II Leistungen empfangen. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren zwar nach und nach auf rund 10 300 Menschen gesunken, gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote im vierten Quartal des Jahres 2020 bei 10,3 Prozent.

Mit Ausnahme von Dietzenbach hat keine der anderen Städte im Wahlkreis 185 mit den Problemen und Herausforderungen Offenbachs zu kämpfen. 64 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben einen Migrationshintergrund. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Ausländer von 39 000 auf 54 000 gestiegen. Das bedeutet gerade bei der Integration viel Arbeit. Wegen der Nachverdichtung muss die Stadt zusätzliche Kitas und Schulen bauen, was eine enorme Mehrbelastung für die städtische Kasse ist.

Die Gentrifizierung schreitet in der Stadt unweigerlich voran. Während teure Neubauwohnungen im Hafen, im Goethequartier oder den Kappus-Höfen im Nordend entstehen, steigt der Mietspiegel. Entsprechend werden auch die Mieten in den Bestandswohnungen um bis zu 15 Prozent erhöht. Tendenz steigend.

Vor allem Großbauprojekte sollen die Stadt voranbringen. Mit dem Kaiserlei, der Neugestaltung des gesamten Marktplatz-Areals, des Innovationscampus und des Neubaugebiets am ehemaligen Güterbahnhof im Osten will Offenbach sich herausputzen.

Es sind Projekte, die der Stadt auch in der öffentlichen Wahrnehmung Auftrieb geben. Bis sie finanziell jedoch auf die Beine kommt, wird noch viel Zeit vergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare