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„Wärme-Winter“ gegen hohe Preise

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Wetterau - Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unterstützt mit den zusätzlichen Kirchensteuereinnahmen aus der Energiepauschale Menschen, die durch die steigenden Kosten für Energie und Lebenserhaltung in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Auch in der Wetterau.

Die Pauschale in Höhe von 300 Euro, die allen Arbeitnehmern gezahlt wurde, ist einkommenssteuerpflichtig. Die daraus entstandenen Mehreinnahmen an Kirchensteuer werden nicht dem EKHN-Haushalt zugeordnet, sondern sollen für Unterstützungsangebote verwendet werden. 50 Prozent der Mittel gehen an kirchliche und diakonische Tafeln, die zweite Hälfte wird an die Regionalen Diakonischen Werke ausgezahlt. Vorgesehen ist, dass diese die Mittel für Beratungsdienste und Armut lindernde Maßnahmen einsetzen, die im Zusammenhang mit den gestiegenen Energiekosten stehen.

In der Wetterau arbeitet das Diakonische Werk dabei mit den Kirchengemeinden der beiden evangelischen Dekanate Wetterau und Büdinger Land zusammen. „Wir starten die Aktion Wärme-Winter“, erklärt Christoff Jung, Leiter der Diakonie Wetterau. „Dabei werden wir die Kirchengemeinden vor Ort bei der Umsetzung von konkreten Projekten für Betroffene unterstützen.“ Die Kirchengemeinden sind aufgerufen, die Kollekte am dritten Advent in „Wärme-Winter-Kollekten“ umzuwandeln.

Die Diakonie Wetterau verdoppelt die Kollekten anschließend. Dazu sind die Kirchengemeinden gebeten, im Nachbarschaftsverbund gemeinsam zu überlegen, wie sie das Geld einsetzen, also wo und wie sie konkret Hilfe leisten können. „Jede gute Idee zählt“, erläutert Jung weiter.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns angesichts der Sorgen und auch realen Verlustängste vieler Menschen möglich ist, als Kirche Hilfe zu leisten“, sagt Dekan Volkhard Guth. Die durch die Energiesteuer erhöhten Kirchensteuereinnahmen könnten mit der Aktion jenen zugutekommen, die in diesen Wochen und Monaten in Not geraten. Eine Möglichkeit sei die Kooperationen mit ortsansässigen Lebensmittelmärkten, etwa durch Aushändigen von Gutscheinen.

Die Mittel können nicht direkt an die Kirchengemeinden ausgezahlt werden, sondern sollen in konkrete Projekte fließen. Auch sogenannte Einzelfallhilfen zur direkten finanziellen Unterstützung werde es in der Regel nicht geben. „Unsere Hilfen sollen keine staatlichen Mittel ersetzen“, sagt Jung. Wichtig sei eine nachhaltige Unterstützung in Form von Beratung. Deshalb werde mit den Mitteln auch der Beratungsbereich in der Allgemeinen Lebensberatung der Diakonie aufgestockt und ausgeweitet. Zusätzlich könnten Zeitkontingente für eine gezielte Unterstützung bei Schulden oder Hilfen bei der Antragstellung zu Sozialleistungen etabliert werden. red

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