Vorsicht

Aus Vorsicht vor Coronavirus: Bürger zu Hause isoliert

Im Wetteraukreis bleiben aus Vorsicht vor dem Coronavirus 60 Bürger daheim.

Einen bestätigten Coronavirusfall gab es im Wetteraukreis bis Dienstagabend nicht. Trotzdem befanden sich rund 60 Bürger in „häuslicher Isolation“, wie es Landrat Jan Weckler (CDU) formuliert. Sie hätten sich in einem Gebiet aufgehalten, in dem bereits Fälle aufgetreten sind, oder hatten Kontakt mit jemandem, bei dem das Virus nachgewiesen worden ist.

Die Betroffenen hätten sich selbst beim Gesundheitsamt gemeldet oder seien als Kontaktpersonen von bereits Erkrankten identifiziert worden, sagt Gesundheitsamtsleiter Reinhold Merbs. Die Behördenmitarbeiter hätten mit den Betroffenen persönlich Kontakt aufgenommen, an ihre Vernunft appelliert und sie gebeten, 14 Tage lang zu Hause bleiben und ihre Kontakte einzuschränken. Während dieser Zeit würden sie, wenn nötig, krankgeschrieben; es sei aber auch möglich, von daheim aus weiterzuarbeiten. „Treten innerhalb von 14 Tagen keine Krankheitssymptome auf, gehen wir davon aus, dass die Personen nicht mit dem Virus infiziert sind, und die Isolierung wird aufgehoben“, sagt Merbs.

Wenn ein Isolierter Symptome entwickele, entscheide das Gesundheitsamt über das weitere Vorgehen. Getestet werde in der Regel aber nur, wer aufgrund seiner Symptome, zum Beispiel einer Lungenentzündung, ins Krankenhaus müsse. „Dann müssen wir wissen, ob der Patient das Coronavirus in sich trägt, um ihn gegebenenfalls auf eine Isolierstation zu bringen und andere Patienten wie auch Mitarbeiter zu schützen“, sagt Merbs. Den Abstrich nehme das Gesundheitsamt vor.

Auf Verdacht werde niemand getestet, diese Anweisung hätten auch die Hausärzte, sagt Weckler. Denn das Virus sei in der Inkubationszeit nicht sofort nachweisbar und die Labore seien schon jetzt ausgelastet. „Wir brauchen die Kapazitäten für Ernstfälle.“

Zurzeit stünden die Telefone im Gesundheitsamt kaum still. „Wir prüfen jeden Verdachtsfall intensiv und versuchen, ihn nachzuvollziehen“, sagt Merbs. Man halte sich dabei streng an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Viele Fälle stellten sich als unbegründet heraus. Neun Mitarbeiter kümmerten sich derzeit um die Anrufe. Auch Mitarbeiter der Leitstelle habe man einbezogen.

Mit den bereits häuslich Isolierten stehe man in engem Kontakt, betont Merbs. „Wir sind Tag und Nacht für sie erreichbar.“ Alle blieben freiwillig zu Hause. Verhalte sich ein Betroffener beim Telefonat unkooperativ oder provoziere eine weitere Ansteckung, könnte die Polizei ihn aber unter Quarantäne stellen. Das regele etwa das Infektionsschutzgesetz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare