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Mit einer „Hospitalisierungsverordnung“ wurden Krankenhäuser in ganz Deutschland Mitte Juli verpflichtet, mehr Daten über Covid-19-Betroffene zur Verfügung zu stellen
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Mit einer „Hospitalisierungsverordnung“ wurden Krankenhäuser in ganz Deutschland Mitte Juli verpflichtet, mehr Daten über Covid-19-Betroffene zur Verfügung zu stellen.

Hessen

Vorhersage für Covid-19-Zahlen

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Projektteam des Netzwerks Universitätsmedizin erstellt wöchentlich präzise Prognosen.

Hessen kann nach Einschätzung des Direktors des Frankfurter Universitätsklinikums die Covid-Fallzahlen ziemlich präzise vorhersagen. Hessen habe ein aufwendigeres Prognosesystem als andere Bundesländer, sagte Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Graf leitet auch den Planungsstab stationäre Versorgung am hessischen Sozialministerium und schafft in dieser Funktion die Rahmenbedingungen für die Versorgung der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Klinken des gesamten Landes.

Ein Projektteam des Netzwerks Universitätsmedizin erstelle diese „Ensembleprognose“ einmal wöchentlich. „Das ist wie bei der Wettervorhersage“, erklärte Graf. Die Datenmenge sei so umfangreich und die Modelle seien so komplex, dass die Großrechner damit mindestens einen halben Tag beschäftigt seien. Eingespeist werden zum Beispiel die aktuellen Belegungszahlen der Krankenhäuser, die Ergebnisse der Corona-Tests aus den Landkreisen und der R-Wert, der angibt, wie schnell das Virus sich verbreitet. Mathematische Modelle errechnen dann aus diesen Istdaten die Vorhersage für die nächste Woche. „Damit können wir die Entwicklung ziemlich präzise vorhersagen und unsere Kapazitäten in Hessen planen und steuern“, sagte Graf.

Mit einer „Hospitalisierungsverordnung“ wurden Krankenhäuser in ganz Deutschland Mitte Juli verpflichtet, mehr Daten über Covid-19-Betroffene zur Verfügung zu stellen als bisher – zum Beispiel nicht nur die auf Intensivstationen, sondern alle Krankenhausaufnahmen. Diese Verordnung sei „insgesamt positiv zu sehen“, sagte Graf, „für Hessen ist sie aber nicht nötig“. In die hessische Prognose flössen mehr Daten ein, als bundesweit gemeldet werden müssten.

Außerdem fehle im Bund aktuell noch „ein Handlungsarm, der aus den Erkenntnisse konkrete Aktionen ableitet“, sagte Jürgen Graf. In Hessen würden aus den Vorhersagen sofort Schlüsse gezogen – etwa Vorhaltezahlen für Kliniken erhöht oder Patient:innen umverteilt, um die Notfallversorgung flächendeckend sicherzustellen. „Um dies tatsächlich für alle Krankenhäuser zu gewährleisten, braucht es allerdings nicht nur Prognosen und Zahlen, sondern vor allem Vernetzung, Koordination und Kommunikation“, sagte der Mediziner.

Derweil ist die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen binnen 24 Stunden um 151 gestiegen. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag (Stand 0 Uhr) mit. Nach Angaben des RKI sank die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner:innen auf 18,6. Am Samstag hatte der Wert noch bei 18,9, gelegen.

Seit Beginn der Pandemie sind hessenweit 294 919 Infektionen gemeldet worden. Die meisten von ihnen gelten inzwischen als genesen. Im selben Zeitraum wurden keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt damit bei 7587.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank zwar leicht von 18,9 am Vortag auf 18,6. Inzwischen liegen aber alle Städte und Landkreise unter der für Lockerungen kritischen Inzidenzmarke von 35. Die höchsten Werte weisen die Städte Frankfurt (33,0) und Wiesbaden (25,9) sowie der Kreis Groß-Gerau (25,4) und Darmstadt (24,4) auf. Die niedrigsten Werte haben die Kreise Hersfeld-Rotenburg (0,8) und Schwalm-Eder (6,1). mit dpa

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