Gesundheit

Vorbereitung zum Integrierten Notfallzentrum in Hanau

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Das Klinikum in Hanau macht Ärzte und Pflegekräfte fit für die anstehende Reform. Und sieht sich damit bundesweit als Vorreiter.

Die Zentrale Notfallaufnahme am Klinikum Hanau bereitet sich auf ihre künftige Funktion als Integriertes Notfallzentrum (INZ) vor. Anlass ist die Reform der Notfallversorgung, die das Bundesgesundheitsministerium bis Ende des Jahres verabschieden will. In der Vorbereitung auf die künftige Aufgabe sieht sich das Klinikum bundesweit mit in einer Vorreiterrolle, so Pressesprecherin Michaela Farr.

Florian Unbehaun, Chefarzt der Notaufnahme, und Henrik Wyen, Oberarzt der Notaufnahme, zählen zu den ersten leitenden Ärzten, die die Zusatzausbildung für Klinische Akut- und Notfallmedizin absolviert hat, heißt es. Das Pensum beinhaltet einen 80-stündigen Kurs zu notärztlichen Versorgung, zu dem auch der Umgang mit renitenten Patienten zählt, und eine mindestens sechsmonatige Tätigkeit auf der Intensivstation, heißt es. Weitere leitende Mediziner im Haus werden es Unbehaun und Wyen nachtun, um den Anforderungen an ein INZ gerecht zu werden. Auch sechs Pflegekräfte haben sich in den vergangenen Monaten einer Spezialisierung unterzogen, so Farr. In der Pflege sei die Weiterbildung noch freiwillig. Das Klinikum werde jedoch künftig pro Jahr zwei Pflegekräfte in die seit Januar eineinhalb Jahre dauernde Schulung schicken. Das Klinikum erfüllt die institutionelle Voraussetzung für ein INZ mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst im Haus.

Mehrstufiges Triage-System

Laut Farr zähle die Notaufnahme rund 36 000 Fälle pro Jahr (Stand 2018). Bei der Aufnahme werde nach einem mehrstufigen Triage-System der Patient entweder der Notaufnahme oder dem Bereitschaftsdienst zugewiesen. Wie sich das Aufkommen mit Inkrafttreten der Reform entwickeln wird, sei noch schwierig vorhersehbar. Entsprechend abwartend verhalte sich das Klinikum bei der Aufstockung des Personals, so Farr.

Die Reform zur Notfallversorgung sieht nach jetzigem Stand vor, das kleinere Häuser ihre Notaufnahme schließen oder nur noch Patienten stationär aufnehmen. Das setzt jedoch voraus, dass die Rettungssanitäter oder der Notarzt vor Ort dies klar erkennen etwa bei einem Oberschenkelhalsbruch. Das St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau wäre von dieser Regelung betroffen. Die Folge sei nicht nur eine schlechtere Vergütung der Notaufnahme. Die Notaufnahme des kürzlich umgebauten und modernisierten Hauses des Fuldaer Ordens Barmherzige Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul wäre zum Schrumpfen verdammt, teilt das Krankenhaus mit.

Bei den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen stimmen die Voraussetzungen, es gibt einen Ärztlichen Bereitschaftsdienst auf dem Gelände und Geschäftsführer Dieter Bartsch soll bereits Interesse an einem INZ geäußert haben, doch eine Entscheidung steht noch aus. Wie es auf Anfrage heißt, sollen zunächst die detaillierten Rahmenbedingungen abgewartet werden, die noch auf politischer Ebene geklärt würden.

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