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Von Mobilität bis Luftfahrt

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Von: Peter Hanack

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Fahrradstreifen in Frankfurt am Main
Radfahren in Frankfurt. © Arne Dedert/dpa

Die Schülerinnen und Schüler haben sich viele Gedanken über die unterschiedlichsten Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und die Umwelt gemacht.

Mobilität: Lösungen für Stadt und Land. Wie müssen die Verkehrswege ausgebaut werden, damit sie tatsächlich Entlastung schaffen? Das ist eine der Leitfragen in dem Beitrag von Julka, Ouissal und Laura, die diese zum Wettbewerb „Präsentieren & Gewinnen“ eingereicht haben. Sie beschreiben die Projekte, die in Frankfurt und der Rhein-Main-Region in Vorbereitung sind, erörtern Pro und Contra von Straßensperrungen und fragen, welche Vorteile der Radverkehr bringen kann. Dabei lassen sie nicht außer Acht, dass außerhalb der Ballungsräume, im ländlichen Teil Hessens, oft noch ganz andere Fragen und Probleme von Bedeutung sind. Denn wer kann dort auf das eigene Auto verzichten, wenn der Bus nur dreimal am Tag fährt? Und auch zum Ausbau der Franfurter Hauptbahnhofs und des Riederwaldtunnels haben sie Antworten.

Helmholtzschule Frankfurt, Lehrkraft: Yvonne Engelmann Schülerinnenteam: Julka, Ouissal, Laura

Düngemittelkrise: Kann Gülle Importe aus China und Russland ersetzen? Jetzt wird der Dünger knapp. Auch eine Folge des russischen Kriegs in der Ukraine. Und dann hat auch noch China seine Exporte gedrosselt.

Was bedeutet das für die Landwirte? Für die Lebens- und Futtermittelproduktion? Für die Verbraucherpreise? Natalie, Verena und Zoha, die die 12. Klasse des Gymnasiums Gernsheim besuchen, haben ein sehr aktuelles Thema in den Mittelpunkt ihres Wettbewerbsbeitrags gestellt. Dazu haben sie einen Landwirt aus ihrer Region interviewt, der seit 15 Jahren den familieneigenen Betrieb in Allmendfeld bewirtschaftet, haben globale Auswirkungen am Beispiel von Brasilien betrachtet und gefragt, ob nicht die viele Gülle, die ohnehin auf Äcker und Wiesen verbracht wird, den Mangel ausgleichen kann.

Schließlich ist das Grundwasser auch in Hessen stark mit Stickstoff belastet, leidet die Artenvielfalt unter der Intensivlandwirtschaft. Eines wird dabei klar: Einfache Lösungen für das ganze Bündel von Problemen gibt es wohl nicht.

Gymnasium Gernsheim, Lehrkraft: Josef Geiger, Schülerinnenteam: Natalie, Verena, Zoha

Wald in Hessen: Nutzen und erhalten. Eine 150 Jahre alte Buche produziert täglich etwa 11 000 Liter Sauerstoff. Das genügt, damit ein Mensch 13 Jahre lang atmen kann. Schon dieser erste Satz aus der Präsentation von Henri Dilling, Paula Horne und Leni Schmiedel von den Beruflichen Schulen Eschwege macht klar, dass Wald weit mehr ist als ein Wirtschaftsfaktor. Er ist eine der Grundlagen des Lebens. „Menschen brauchen Wälder. Wälder brauchen unsere Hilfe“ ist der Wettbewerbsbeitrag der drei überschrieben. Denn der Wald ist bedroht, durch Klimawandel, Abholzung, Straßen- und Siedlungsbau. Dennoch sind die Schüler:innen optimistisch, dass sich wirtschaftliche Nutzung und Erhalt des Waldes vereinbaren lassen. Und sie machen dazu in ihrer Arbeit einige sehr konkrete Vorschläge.

Berufliche Schulen Eschwege, Lehrkraft: Alexander Bösenberg, Schüler:innenteam: Henri Dilling, Paula Horne, Leni Schmiedel

Rüsselsheim 2050: Zukunft der Opelstadt Im Jahr 2050 sind Emma, Emma und Milena aus Rüsselheim Mitte 40. Wie wird dann ihre Heimatstadt aussehen? Rüsselsheim ist geprägt durch das riesige Opelwerk, durch Straßen, Autoverkehr. Dass das nicht so bleiben kann und wird, gilt als ausgemacht. Aber was kommt stattdessen?

Adam-Opel-Statue vor dem Werk in Rüsselsheim.
Adam-Opel-Statue vor dem Werk in Rüsselsheim. © Michael Schick

In ihrem Wettbewerbsbeitrag beleuchten sie die Themen, die Veränderungen bringen werden. Das ist die Notwendigkeit, Energie zu sparen, den Verkehr zu reduzieren, Wald aufzuforsten, für Lärmschutz zu sorgen, Handel und Gastronomie attraktiv zu halten. Eine mitentscheidende Frage ist auch, was mit der sogenannten Eselswiese passiert, dem letzten großen potenziellen Baugebiet der Stadt am Main. Und die drei 17-Jährigen machen Vorschläge: die Opelfläche kompakter gestalten, Grünflächen innerhalb und außerhalb der Stadt (attraktiv) gestalten, autofreie Zonen schaffen und den öffentlichen Personennahverkehr für die Menschen günstiger machen. Wie Rüsselheim dann im Jahre 2050 tatsächlich aussehen wird, wie lebenswert und attraktiv die Stadt sein wird, bleibt natürlich reine Zukunftsmusik. Wie aber Emma, Emma und Milena aussehen könnten, haben sie schon einmal in einem Gruppenbild festgehalten.

Neues Gymnasium Rüsselsheim, Schülerinnenteam: Emma Humann, Emma Manus, Milena Bedrina

Pflege in Corona-Zeiten: Harter Job Der Pflegeberuf gilt gemeinhin als anstrengend – wohl sehr zu Recht. Die Corona-Pandemie hat es den Menschen, die darin arbeiten, noch etwas schwerer gemacht. Für Alisa Schäfer und Celine Popp von der Werratalschule in Heringen war das Grund genug, daraus einen Beitrag für den Oberstufenwettbewerb „Präsentieren & Gewinnen“ zu machen.

Pflege in Corona-Zeiten.
Pflege in Corona-Zeiten. © Frank Molter/dpa

Die beiden haben mit Leuten gesprochen, die aus eigener Erfahrung berichten können, welche organisatorischen (und auch finanziellen) Herausforderungen es unter Corona-Bedingungen in einem Pflegezentrum zu bewältigen gilt und wie es sich anfühlt, tagein tagaus mit Menschen zu arbeiten, die auf diese Hilfe dringend angewiesen sind.

Werratalschule Heringen, Lehrkraft: Katja Semmelroth, Schülerinnenteam: Alisa Schäfer, Celine Popp

Pirelli: Reifenproduktion und Sanktionen Pirelli ist im Odenwald ein wichtiger Arbeitgeber. Das Unternehmen, das Auto-, Motorrad- und Fahrradreifen herstellt, beschäftigt dort 2500 Mitarbeiter:innen. Die Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine machen sich auch dort bemerkbar. Export- und Importbeschränkungen machen es nötig, dass Lieferketten geändert und alternative Materialien verwendet werden müssen.

Onur Cot, Julia Meyer und Anjeza Rama von der Ernst-Göbel-Schule in Höchst im Odenwald versuchen zu ergründen, welche wirtschaftlichen Folgen das für das Unternehmen und möglicherweise auch für die Beschäftigten hat. Russland als Absatzmarkt schlägt mit gerade einmal drei Prozent des Umsatzes zwar nicht besonders stark zu Buche. Aber es gibt andere Faktoren, die Pirelli durchaus belasten können. Zumal das russische Erdgas bisher bei der Reifenproduktion ein wichtiger Energielieferant ist.

Ernst-Göbel-Schule, Höchst im Odenwald, Lehrkraft: Dennis Kroeschell, Schülerinnenteam: Onur Cot, Julia Meyer, Anjeza Rama

Autobahn 44: Wird die teuerste Autobahn Europas wirklich gebraucht? Seit rund 100 Jahren wird an der Autobahn 44, die von Belgien durch Nord- und Osthessen in den Osten Deutschlands führt, geplant. Und gebaut wird auch schon fast so lange.

Teuer: die A44 bei Sontra.
Teuer: die A44 bei Sontra. © Uwe Zucchi/dpa

Die Kosten sind immer weiter gestiegen, die Belastungen für Natur und Anwohner:innen sind erheblich. Aber natürlich bringt die neue Straße auch einen Nutzen. So entlastet sie die Ortsdurchfahrten und die regionalen Verbindungen, beseitigt Engpässe und bringt wirtschaftlichen Wohlstand – so die Hoffnungen der Befürworter:innen, mit denen Luca und Fabian von den Beruflichen Schulen Eschwege gesprochen haben.

Berufliche Schulen Eschwege, Lehrkraft: Dr. Claus Wenzel, Schülerteam: Fabian, Luca Weimar

Unverpackt: Ist das jetzt das Verkaufsmodell der Zukunft? Abfall, gerade auch aus Verpackungen, wird mehr als genug produziert. Jetzt gibt es seit einigen Jahren immer mehr Läden, die ihre Waren unverpackt anbieten. Aber lässt sich damit wirklich etwas erreichen?

Diese Frage haben Lilian-Margarete Biel, Aleyna Evcimen und Christopher Kolb von der Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau in ihrem Wettbewerbsbeitrag gestellt und versucht, darauf Antworten zu fInden. Sie haben dazu auch mit der Besitzerin eines Unverpackt-Ladens in Otzberg gesprochen. Die betreibt das Geschäft auch aus eigener Überzeugung.

Und etwas Überzeugung gehört nach Einschätzung der drei Schülerinnen auch dazu, wenn man seine Einkäufe hauptsächlich bei einem Laden erledigen will, der auf Verpackungen verzichtet. Können solche Läden also die riesigen Abfallberge verhindern? Lilian-Margarete, Aleyna und Christopher sind skeptisch – und machen andere Vorschläge, was zu tun sei.

Albert-Einstein-Schule, Groß-Bieberau, Lehrkraft: Nicola Coutandin, Schüler:innenteam: Lilian-Margarete Biel, Aleyna Evcimen, Christopher Kolb

Massentierhaltung: Was heißt das für Umwelt, Kundschaft und Arbeitsplätze? Massentierhaltung bedeutet, mit möglichst geringem zeitlichem, personellem und finanziellem Aufwand möglichst viele tierischen Produkte herzustellen. Das hat auch Vorteile, nicht zuletzt für die Verbraucher:innen, die vergleichsweise niedrige Preise zahlen müssen.

Was aber ist mit der Umwelt? Mit dem Tierschutz? Schließlich wird Grundwasser durch große Mengen an Mist und Gülle belastet, schadet die Fleischproduktion in großem Stil dem Klima und müssen große Mengen Medikamente eingesetzt werden, um die Bestände nicht zu gefährden. Andererseits geht es um Arbeitsplätze und die Ernährung von Menschen.

Josefine Gehrke, Isabelle Keil und Laeticia Keil vom Engelsburg-Gymnasium in Kassel haben in ihrem Wettbewerbsbeitrag die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen. Und machen Vorschläge, was sich vielleicht doch einmal ändern sollte.

Engelsburg-Gymnasium Kassel, Lehrkraft: Markus Junghans, Schülerinnenteam: Josefine Gehrke, Isabelle Keil und Laeticia Keil

Luftfahrtbranche: Folgen der Krise Wie so viele Bereiche, ist gerade auch die Luftfahrtbranche von den Sanktionen gegen Russland infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine stark betroffen. Wie und wie stark trifft das den Frankfurter Flughafen, Fraport und die Lufthansa?

Unter Druck: die Luftfahrtbranche.
Unter Druck: die Luftfahrtbranche. © Andreas Arnold

Alexander Solotoff, Leo Regne Joher und Elliot Gorr von der Martin-Niemöller-Schule Wiesbaden haben dazu Experten nach ihrer Einschätzung gefragt. In ihrer Arbeit für den Wettbewerb „Präsentieren & Gewinnen“ beschreiben die drei zunächst die getroffenen Einschränkungen und versuchen zu ergründen, wie sich das auf die Geschäfte der Unternehmen und im nächsten Schritt auf deren Beschäftige und Kund:innen auswirkt. Unterschiede gibt es auch, wenn man die Bereiche Fracht und Passagiere getrennt voneinander betrachtet. Deutlich wird dabei, dass es den Firmen nicht nur ums Geschäft, sondern auch um Solidarität mit der Ukraine und den Menschen dort geht.

Wie hart es schließlich die gesamte Branche treffen wird, ist wohl noch nicht abzusehen. Die kriegsbedingte Verteuerung der Energie könnte immerhin dazu führen, dass die Entwicklung alternativer Kraftstoffe vorankommt.

Martin-Niemöller-Schule Wiesbaden, Lehrkraft: Johanna Trick, Schülerteam: Alexander Solotoff, Leo Regne Joher, Elliot Gorr

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