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Von Chancen und Barrieren

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Jobmesse für Frauen mit Migrationshintergrund soll bei Integration helfen

Hochtaunus - Im Kurhaus herrscht Betriebsamkeit. 35 Unternehmen, Vereine und Initiativen haben auf der „Zukunft Job“-Messe Stände aufgebaut, um über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren. Das Publikum ist vornehmlich weiblich, Flyer auf Englisch, Ukrainisch oder Persisch liegen aus. Man möchte gezielt Frauen mit Migrationshintergrund ansprechen und sie bei der Arbeitsuche unterstützen.

„Bei so einem gezielten Format fühlen sich die Frauen wohler“, weiß Annette Goy, Fachbereichsleitung der Leitstelle Integration beim Hochtaunuskreis. Unter Gleichgesinnten umworben zu werden, das mache viel aus. „Wenn die Frauen das Gefühl haben, man freut sich auf sie, ist die Hemmschwelle nicht mehr so groß, hinzugehen.“

Die Metallfachschule Hessen ist ebenso vertreten wie die Volkshochschule Hochtaunus, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt oder die Agentur für Arbeit Bad Homburg. Es ist bereits die zweite Messe dieser Art, die vom Netzwerk „Migrantinnen ins Erwerbsleben“ organisiert wird. „Vergangenes Jahr“, berichtet Sabine Schleiermacher, Koordinatorin Integration beim Kreis, „wünschten die Frauen, dass wir so etwas noch mal machen, wo man sich aber bereits direkt bewerben oder gar mit einem Job heimgehen kann.“ Deshalb habe man diesmal auch Aussteller eingeladen, die Ausbildungen oder Stellenangebote offerieren.

Es gibt Beratungsstände zu Fragen nach der angemessenen Qualifikation oder der Anerkennung von im Ausland erworbenen Zeugnissen. Ein großes Thema, wie Birgit Müller-Isselhorst, Vorsitzende des Awo-Kreisverbandes, weiß. Sie betreut den Stand der Liga der Freien Wohlfahrtspflege. Dort gibt es Informationen zur stationären und ambulanten Pflegeausbildung. „Heute Morgen war ich schon fix und fertig“, sagt Müller-Isselhorst. Die Nachfrage sei groß.

Herausforderungen lägen meist in sprachlichen Barrieren und der Ungewissheit, ob der im Ausland erworbene Abschluss als gültig gilt. Das ist ein Problem. „Wie kann ich Leute beraten, wenn ich nicht einschätzen kann, wie die Anerkennung laufen wird?“, so Müller-Isselhorst. Die Einordnung der Abschlüsse müsse besser laufen. Viele Ärztinnen und Hebammen habe sie heute weiterverweisen müssen. „Wir können die Leute alle gebrauchen, aber die wissen nicht, was sie noch tun müssen.“

Diese Frauen werden zum Stand des IQ-Netzwerkes verwiesen. Dort wird bei der Anerkennung der Abschlüsse mit Qualifizierungsangeboten geholfen. Vor dem Stand steht eine lange Schlange. Einige kommen mit Dolmetscher, man hilft sich untereinander. Ansonsten stehen Sprachlotsen zur Verfügung. Greta Goshi und Sara Rahafwhanji haben damit kein Problem. Die Schülerinnen der Burgwiesenschule in Oberursel wollen sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Sara, die aus dem Libanon kommt und eine Lehre zur tiermedizinischen Fachangestellten machen will, ist ihrem Ziel einen Schritt nähergekommen. Greta aus dem Kosovo ist bezüglich ihrer angestrebten Ausbildung zur Steuerfachgehilfin zwar nicht fündig geworden, beide sind aber zufrieden. „Sehr gut“ finden sie das Angebot. Mit der Resonanz und rund 500 Besucherinnen stehen die Chancen gut, dass Greta vielleicht bei der nächsten Messe Erfolg hat. nmu

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