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Volksbank investiert 20 Millionen

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Das Geschäftshaus der Frankfurter Volksbank in der Louisenstraße stammt aus den 1970/80er-Jahren. jp
Das Geschäftshaus der Frankfurter Volksbank in der Louisenstraße stammt aus den 1970/80er-Jahren. jp © jp

Neubau mit Wohnungen in der Fußgängerzone

bad homburg - Die Großbaustelle Kurhaus liegt noch Jahre entfernt. Einen Hausabriss mitten in der Fußgängerzone wird es aber von nächstem Jahr an in der Louisenstraße geben: Die Frankfurter Volksbank (Voba) will ihr mehr als 40 Jahre altes Geschäftshaus neben der Buchhandlung Supp’s abreißen und neu bauen. Es entspreche nicht den Anforderungen an eine moderne Bankfiliale - weder von der Optik noch der Technik und dem Raumangebot her, erläutert Vorstandsmitglied Ulrich Hilbert.

Am 9. Januar werden 15 Voba-Mitarbeiter in die Interims-Filiale schräg gegenüber in den Räumen der früheren Zeiss-Metzgerei ziehen - „wir hatten großes Glück, dass diese Ladenfläche frei war“, so Thomas Häuser, Voba-Regionaldirektor für den Hochtaunuskreis, über den langjährigen Leerstand.

Das rötliche Voba-Geschäftshaus mit den charakteristischen Erkern soll im ersten Quartal 2023 abgerissen werden. Anders als bei „Büro Becker“, wo die obere Louisenstraße vor einigen Jahren zeitweise gesperrt wurde und viele Monate ein Bauzaun in die Fußgängerzone hineinragte, soll nun bei der Voba von der Fußgängerzone aus aber nur wenig von der Großbaustelle zu spüren sein. „Die Baustellenabwicklung wird von der Schönen Aussicht aus laufen“, erläutert Hilbert. Nach vorne hin werde es nur eine Staubschutzfolie vor der Fassade geben.

Die Voba will nicht nur ihre Filiale erneuern; sie baut auf ihrem langgezogenen Gelände auch zwölf neue Wohneinheiten. Zur Jahreswende 2024/2025 hin sollen sämtliche Neubauten fertig sein. Dort, wo jetzt oberirdische Kundenparkplätze sind, ist ein Querriegel mit zehn Wohnungen geplant. Sie werden je zwischen 70 und 100 Quadratmeter groß. Weiter hinten Richtung Schöne Aussicht steht ein weißer Bungalow, das einstige Pförtnerhäuschen. „Dort errichten wir noch zwei Town-Houses“, so Hilbert - also Einfamilienhäuser. Eine Tiefgarage gibt es schon jetzt; dort werden Kunden und die rund 40 Mitarbeiter künftig parken können.

Zwölf Wohneinheiten entstehen neu

20 Millionen Euro investiert die Voba in den Umbau. „Bad Homburg hat Zukunft“, sagt Vorstandsmitglied Hilbert. „Wir sehen, die Innenstadt nimmt eine gute Entwicklung.“ Die Fußgängerzone sei an allen Tagen gut gefüllt, die Suche nach einem innenstadtnahen Parkplatz gar nicht so einfach - für die Finanzfachleute alles Zeichen, dass sich eine solche Investition hier lohnt. Und: „Wir bauen nicht einfach nur eine neue Bankfiliale, wir wollen am Konzept der Louisenstraße mitarbeiten.“

Auch von den Kunden her sei Bad Homburg ein wichtiger Standort für die Voba, betonen Hilbert und Regionaldirektor Häuser. Von der Kaufkraft her sei Bad Homburg ein Premium-Standort. Daher sollen an der Louisenstraße künftig weitere Mitarbeiter ihren Schreibtisch haben, die sich mit Fonds und Vorsorge-Finanzierungen auskennen. Hilbert: „Bad Homburg wird ein Wertpapier-Kompetenzzentrum für unsere Kunden im Taunus.“ Und auch die Firmenkunden-Betreuung soll künftig von der Kurstadt aus gesteuert werden.

Nicht zuletzt sollen die Räume, in denen Kundenverkehr ist, modernisiert werden. „Filiale der Zukunft“ nennt die Voba bereits erneuerte Geschäftsräume, wie es sie auch schon in Oberursel, in der Frankfurter Börsenstraße oder in Sachsenhausen gibt. Dort sind die altbekannten Schalter verschwunden; statt dessen wird an großen Tischen beraten - mit großen Bildschirmen, in die auch die Kunden mit hineinschauen können. „Kommunikation auf Augenhöhe“ nennt Häuser das, was das „angegraute Image der Bank“ ablösen soll. Wie das aussieht, ist schon jetzt in der Interimsfiliale zu erspähen. Für vertrauliche Gespräche stehen Besprechungsräume zur Verfügung. Auch mehr Licht soll in die Filiale fallen, deshalb wird der Neubau weniger tief als das jetzige Haus.

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