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Entgegen seiner eigenen Erwartungen,muss sich Claus Kaminsky keiner Stichwahl stellen.
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Entgegen seiner eigenen Erwartungen,muss sich Claus Kaminsky keiner Stichwahl stellen.

Hanau

Vierter Sieg im ersten Wahlgang

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Sozialdemokrat Claus Kaminsky bleibt Oberbürgermeister.

Gegen halb acht betrat Claus Kaminsky (SPD) die Bühne vor der Großleinwand eines zum Pressezentrum umfunktionierten Kinosaals und schlug eher leise Töne an: Er habe sich aufgrund der vielen Kandidat:innen auf eine Stichwahl eingestellt und sei „demütig und dankbar“ dafür, in seiner Heimatstadt gleich im ersten Wahlgang gewählt worden zu sein, zum vierten Mal, was ihn stolz mache. Noch waren nicht alle Stimmen ausgezählt, doch grundsätzlich konnte sich das Ergebnis nicht mehr ändern. „Hängematte gibt’s nicht, jetzt geht’s an die Arbeit“, fügte der OB hinzu. Es gibt viel zu tun: Die Konversion früherer US-Kasernen zum Beispiel ist noch nicht abgeschlossen, der angestrebte Kreisaustritt verschoben, und die schnell wachsende Stadt braucht dringend mehr U3-Plätze.

Kaminsky bleibt Oberbürgermeister von Hanau. Der Amtsinhaber setzte sich bei der Wahl am Sonntag mit 56,2 Prozent der Stimmen gegen sechs Herausforder:innen durch. Mit deutlichem Abstand landeten Jens Böhringer (CDU) und Anja Zeller (Grüne) auf den Plätzen zwei und drei.

Der 61-Jährige, seit 2003 im Amt, wollte ursprünglich nicht mehr antreten, entschloss sich nach eigenen Angaben aber wegen der Herausforderungen durch den rassistischen Terroranschlag und die Corona-Pandemie weiterzumachen. Er war als großer Favorit in die Abstimmung gegangen und gab als Ziel einen Sieg im ersten Durchgang aus. Im Wahlkampf hatte er vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Krisenmanagement sowie der aus seiner Sicht positiven Entwicklung der Stadt geworben und damit offenbar bei vielen Bürger:innen gepunktet. Fast 16 000 Stimmen erhielt Kaminsky – so viele wie noch nie. Allerdings lag die Wahlbeteiligung mit 43 Prozent diesmal auch deutlich höher.

Die Debatte im Vorfeld wurde auch wegen des Anschlags zurückhaltend geführt; die Hauptkontrahent:innen übten lediglich vereinzelt Kritik an Kaminskys Politik. Böhringer etwa bemängelte, angesichts des Zuzugs sei die soziale Infrastruktur zu langsam ausgebaut worden. Zeller, Leiterin der städtischen Stabsstelle Nachhaltige Strategien, betonte, es gebe nur mit den Grünen die notwendigen Fortschritte beim Klimaschutz.

Böhringer zeigte sich enttäuscht darüber, die Stichwahl verpasst zu haben. Es freue ihn aber, so viele Stimmen geholt zu haben wie lange kein CDU-Kandidat mehr. Ob er zu defensiv agiert habe? Für eine genaue Analyse sei es zu früh, so Böhringer. Im Grundsatz sei die Taktik richtig gewesen, und gerade in Anbetracht der Umstände habe die CDU einen sehr guten Wahlkampf gemacht. Zeller, die erste OB-Kandidatin der Grünen, hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht, verwies jedoch darauf, dass es vor allem darum gegangen sei, mit der Kandidatur dem Wahlkampf für das Stadtparlament einen weiteren Schub zu geben. Das sei offenbar gelungen: Das Trendergebnis am Sonntagabend lag bei 16,4 Prozent.

Böhringer hatte angekündigt, er würde auch als hauptamtlicher Dezernent zur Verfügung stehen. Dafür müsste die CDU Teil einer neuen Rathauskoalition werden. Derzeit regiert ein Bündnis aus SPD, Grünen, BfH und FDP. Kaminsky sagte, er würde am liebsten so weiterregieren. Wenn sie sich einigen, wäre das wohl gut möglich – jedenfalls laut Trend am späten Sonntag, der eine deutliche Mehrheit für die Koalition zeigte.

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