Main-Kinzig-Kreis

Veterinäramt sucht nach verwahrlosten Pferden

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Das Veterinäramt geht bei Gelnhausen gegen eine Pferde-Halterin vor, die ihre Pflichten massiv verletzt haben soll. Ein zugespieltes Video zeigt kranke und vernachlässigte Tiere. Wo die Pferde sind, ist allerdings unklar.

Das Video, das dem Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises zugespielt wurde, soll schwer zu ertragen sein: Es zeigt einen Schimmelponywallach und eine Warmblutstute, weit über 20 Jahre alt, unterernährt, im Schlamm stehend und nicht vor Witterung geschützt. Die offenbar kranke Stute versucht vergeblich, auf dem aufgeweichten Boden aufzustehen, und stürzt mehrfach.

Der Kreis geht jetzt nach eigenen Angaben rechtlich gegen die aus der Nähe von Gelnhausen stammende Halterin vor. Das große Problem: Wo die Pferde, die dringend behandelt werden müssten, derzeit sind, war zumindest bis Mittwoch unklar.

Nachdem sie von dem Fall erfahren hatten, stellten die Mitarbeiter des Kreises bei ihrer Kontrolle unter anderem fest, dass die Stute in ihren Bewegungen stark eingeschränkt war. Und vereinbarten mit der Besitzerin, dass sie die Tiere sofort untersuchen lässt. Von der zuständigen Ärztin erfuhr das Amt, der Frau sei im Juli geraten worden, das kranke Tier einzuschläfern. Danach habe sich die Halterin, die bei zwei Tierärzten Schulden habe, nicht mehr gemeldet.

Verstöße gegen Tierschutz: Mehr als 400 Hinweise

Der ersten vom Kreis geforderten Untersuchung ist sie nachgekommen, der zweiten, laut Ärztin „zwingend notwendigen“ jedoch nicht. Einen Tag vor Ende der Frist habe die Tierhalterin dem Veterinäramt mitgeteilt, sie habe die Pferde an einen anderen Standort gebracht, in einen Nachbarkreis. Doch die genannte Adresse stimmte nicht.

„Keines dieser Katz-und-Maus-Spiele hatte bisher bei irgendjemandem dauerhaft Erfolg“, sagt der Kreisbeigeordnete Matthias Zach (Grüne). Alle anderen hessischen Veterinärämter und auch die Behörden außerhalb Hessens seien informiert, man werde mit „gebotener Härte“ eingreifen.

Auf FR-Anfrage teilt der Kreis mit, dass in diesem Jahr bereits 400 Hinweise auf mögliche Verstöße gegen den Tierschutz eingegangen seien. Eine zweistellige Zahl von Straftaten sei zur Anzeige gebracht worden. Eine detaillierte Auswertung lag am Mittwoch noch nicht vor.

Vor zwei Jahren gab es insgesamt 66 Fälle. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Verstöße, beispielsweise Hundehandel ohne Erlaubnis, angebundene Kälber oder ausgezehrte Pferde. Die Bußgelder waren vergleichsweise gering, etwa 175 Euro für unzulässige Spaltweiten bei der Schweinehaltung. In besonders gravierenden Fällen erlässt das Veterinäramt ein Haltungsverbot.

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